Brentford FC – Nottingham Forest – 0:2

Brentford FC – Nottingham Forest – 0:2

“KOMPLETTIERUNG IM ZWEITEN ANLAUF”

25.01.2026
Premier League
Brentforf Community Stadium
Zuschauer: 17.134

LONDON – Genau 24 Tage war es her, dass ich in London vor dem Stadion von Brentford stand, um zum Premier-League-Spiel gegen Tottenham ins Stadion zu gelangen.
Das Ende vom Lied war, dass der Schwarzmarkt zu teuer war und ich ohne die Premier-League-Komplettierung nach Hause flog.

Doch diesmal sollte es anders kommen.
Sonntagsspiel gegen Nottingham Forest. Sofort wurde ein bekannter Groundhopper aus Berlin angeschrieben, der tatsächlich einen „Ticket-Kontakt“ zu den Bees hat.
Nicht einmal eine Stunde später erhielt ich eine Zusage und buchte mir die Flüge. Dass ich erst um 04:00 Uhr wieder in Hamburg ankommen sollte, waren Probleme der Zukunft und bei einer Premier-League-Komplettierung nimmt man die Reisestrapazen gerne in Kauf.

Pünktlich wie die Feuerwehr landete ich am Stansted Airport, und nach einer knapp zweistündigen Fahrt mit dem Flibco-Bus und der Tube war ich im Wetherspoon „in der Nähe“ des Stadions. Immer wieder beeindruckend, wie groß diese Stadt ist.

Den Ticket-Kontakt traf ich etwa 20 Minuten vor Anpfiff an einem anderen Pub in unmittelbarer Nähe zum Ground. Schnell das Handy am Drehkreuz rüber gereicht, und schon war man drin.

Der Neubau ist der absolute Kontrast zur früheren Heimat, dem Griffin Park. Traurigerweise habe ich das alte Stadion nur von außen beim Spotten gesehen. Die Corona-Pandemie hatte meine Tourpläne leider komplett ins Wasser fallen lassen, sodass die altehrwürdige Perle nie gekreuzt werden konnte. Nun steht hier zwischen Wohngebiet und Autobahn ein moderner, enger 17.000er-Ground. Zur 92 gehören eben nicht nur der St. James’ Park oder die Anfield Road.

Im Stadion war es bekanntlich leise. Ein paar mitgereiste Fans aus Nottingham stimmten ihre Hymne „City Ground“ an. Noch einmal lauter wurde es nur bei den beiden Gäste Toren von Igor Jesus in der 12. und Awoniyi in der 79. Spielminute. Brentford FC versuchte, Stimmung zu erzeugen, indem der Gesang „Come on you Reds“ auf der Anzeigetafel eingeblendet wurde. Den Gesang „Is this a fire drill?“, den die Gäste beim Verlassen des Stadions von den Heimfans anstimmten, fand ich authentischer.

Nach dem Spiel gönnte ich mir am Airport noch eine Wetherspoon-Lasagne und einen Komplettierungs-Cider, ehe mich das orangene und dann das grüne Hotel nach Hause befördern sollte. Ein spezieller Dank gilt allen, die mir durch Tickets etc. bei der Premier-League-Komplettierung geholfen haben. (fj)

Billericay FC – Hashtag FC – 1-2

Billericay FC – Hashtag FC – 1-2

“HASHTAG: GAME ON”

03.01.2026
Isthmian League Premier Division
New Lodge
Zuschauer: 1.700

BILLERICAY – In Southend steht ein hervorragendes Stadion. Zumindest, wenn man den Bildern von Europlan und Co. glauben darf. In Wirklichkeit dauerte mein Besuch in Southend allerdings gerade einmal eine gute Stunde. Denn gegen 12:30 Uhr wurde nach einer Platzinspektion bekanntgegeben: „GAME OFF – FROZEN PITCH“.

Da mir bereits andere Spielorte an diesem Samstag bekannt waren, an denen es dieselbe Meldung gab, war ich auf eine Alternative vorbereitet. Bei der Auswahl mussten vor allem folgende Faktoren berücksichtigt werden: auf dem Weg in Richtung Portsmouth gelegen und ein Kunstrasenplatz mit Ausbau. Fündig wurde ich schließlich in Billericay, wo Futbology mir eine Ansetzung um 15:00 Uhr in der siebten Liga ausspuckte.

Also ging es knappe 20 Minuten zurück in Richtung London, und schon war ich in der genannten Stadt. Und da auch diese über einen Wetherspoon verfügt, wurde direkt das nächste der über 800 „Spoon-Kreuze“ gemacht.

Wenig später ging es dann zum „New Lodge“, der Heimat des Billericay Town FC.

Schnell wurde klar, dass es die absolut richtige Entscheidung war. Tribünen auf allen vier Seiten, eine davon mit einem beeindruckenden Wandbild ausgestattet. Überall sind die verschiedensten Schilder zu entdecken. Ich weiß nicht, ob mir
„PLEASE LEAVE QUIETLY WITH RESPECT FOR OUR NEIGHBOURS“,

„Don’t be upset by the result you didn’t get with the work you didn’t do“

oder:

„NO ENTRY TO THE PITCH IF YOU ARE NOT WEARING THE CORRECT FOOTWEAR“
am besten gefallen hat.

Am beeindruckendsten war vermutlich die „Wembley Wall“, auf der die Spiele aufgeführt sind, bei denen der Klub im FA-Vase-Finale in Wembley stand.
Von einem Wembley-Finale war man an diesem Tag zwar weit entfernt, gefallen hat es mir dennoch sehr, da sich bei mir eine gewisse Schwäche für den Non-League-Fußball entwickelt hat. Fast immer gibt es ein Vereinspub, in dem man seinen Cider bekommt. Und vor allem darf man diesen – im Gegensatz zu den Profiligen – auch auf der Tribüne trinken.

Im Spiel konnten die Gäste mit dem kuriosen Namen Hashtag FC mit 1:2 gewinnen. Viel spannender war jedoch der Sonnenuntergang und der tief stehende Mond, der sich über einer der Tribünen blicken ließ.

Insgesamt bedaure ich, dass der Platz in Southend nicht bespielbar war und erst um 12:30 Uhr feststand, dass nicht gespielt wird. Mehrere Fans hatten über 100 Pfund für die Auswärtstour investiert, ohne ein Spiel ihrer Mannschaft sehen zu können. Bei anderen Vereinen wurde sogar noch kurzfristiger abgesagt – teils erst kurz vor dem Anpfiff. Dennoch wurde das Beste aus der Situation gemacht, und ich weiß es zu schätzen, einen neuen Ground kennengelernt zu haben. Das macht das Hoppen aus. (fj)

Portsmouth FC – Arsenal FC – 1:4

Portsmouth FC – Arsenal FC – 1:4

„THIS IS THE FA CUP“

11.01.2026
FA Cup
Fratton Park
Zuschauer: 20.611

PORTSMOUTH — Am Samstag brachte uns British Airways pünktlich nach London. Dort gab es im Wetherspoon ein paar leckere Kaltgetränke und im Tagesverlauf auch zwei neue Grounds. Weitere Infos über den Tag gab es am Mittwoch im Bericht zu Charlton vs. Chelsea zu lesen.

Am Sonntag öffneten sich die kleinen Äuglein um acht Uhr, da wir heute ein paar Meter gen Süden machen wollten. Pünktlich um neun Uhr standen wir bei Avis vor der Tür, um unseren Leihwagen abzuholen. Der Verkäufer wollte uns natürlich über den Tisch ziehen und behauptete in seinem „Paperwork“, dass ich einer zusätzlichen Versicherung zugestimmt hätte. Bei der Auflistung der Kosten fiel mir dies jedoch sofort auf und konnte entsprechend „korrigiert“ werden. Kurze Zeit später saßen wir in der Mistkarre und fuhren mit zwei kleinen Umwegen nach Portsmouth. Es ist natürlich immer suboptimal, wenn das Navigationsgerät kurz vor einem Autobahnkreuz ausfällt. Trotzdem kamen wir zeitig in Portsmouth an, parkten das Gefährt mit vier Reifen in einem Parkhaus und klapperten ein paar Spots ab. Per Uber ging es dann schlussendlich aus dem Pub zum Fratton Park.

Vor Ort tauschten wir unsere vier QR-Codes aus dem General Sale gegen eine Gebühr von drei Pfund in Hardtickets um und bewegten uns in den legendären Fratton Park. Nach einer kurzen Verwirrung auf der Tribüne saßen wir schließlich auch auf unseren Plätzen. Der gute Ordner konnte nicht lesen und schickte uns zunächst in den Lower Stand, obwohl wir Tickets für den Oberrang hatten. Schwamm drüber, denn drei Minuten später explodierte der Fratton Park: Der Zweitligist konnte sensationell das 1:0 gegen den Tabellenführer der Premier League erzielen. Die Freude hielt jedoch nicht lange, denn fünf Minuten später erzielte Arsenal durch ein Eigentor den Ausgleich zum 1:1. Die rund 3.000 mitgereisten Fans jubelten und wollten die Heimfans verspotten. Das kam natürlich nicht gut an, sodass es für den neutralen Beobachter einige lustige Gesänge in Richtung der Gäste gab.
Auf dem Rasen hatte die Blue Army allerdings nichts mehr zu feiern, denn die Gunners zeigten eindrucksvoll, warum sie momentan das beste Team in England sind. Die Jungs können schon gut zocken. Somit nahm der Spielverlauf nach dem kurzen „Hoch“ seinen erwarteten Lauf. Trotzdem blieb das Stadion – wie sonst in England – nicht ruhig. Jede Aktion wurde kommentiert und gestikuliert. „You are a wanker“ war dabei einer der netteren Sätze, die in Richtung der Spieler und des Schiedsrichters fielen. Wir haben uns gut amüsiert und alles gefeiert.

Unterm Strich war das Spiel um 15:53 Uhr vorbei und wir fuhren ohne Probleme zurück nach London. Am Airport trafen wir unseren Reporterkollegen FJ, der von der Isle of Man nach Heathrow gereist war. Mister FJ war ganz gespannt auf unseren Bericht aus der Hafenstadt, da er bereits drei Touren nach Portsmouth gebucht hatte, die alle ins Wasser fielen – zuletzt erst letzte Woche aufgrund eines „frozen pitch“. Da hilft nur ein leckeres Cider am Airport! Mit 45 Minuten Verspätung ging es dann für uns mit der „Standby Crew“ zurück nach Schwechheim.

Im Flieger schwelgten wir in Erinnerungen an diesen tollen Trip in England. Der FA Cup ist es einfach: Bei den Partien Klein gegen Groß sind die Fans lautstark dabei und pushen ihre Spieler nach vorne. Wäre es in der Liga auch so, hätten viele Redakteure eine ganz andere Meinung zur „Insel“. Es ist nicht immer eine Library – manchmal wird aus der alten Bibliothek auch ein Tollhaus mit vier uralten Stands und ordentlich Gepöbel. (mb)

Charlton Athletic FC – Chelsea FC – 1:5

Charlton Athletic FC – Chelsea FC – 1:5

„THE ADDICKS MACHEN DAS FLUTLICHT AN“

10.01.2026
FA CUP
The Valley
Zuschauer: 26.475

LONDON – Charlton Athletic gegen Chelsea, das ganz große Los am Samstagabend der 3. Runde des FA Cups. Das erste FA-Cup-Spiel für beide Londoner Klubs in diesem Jahr. Denn: Dritte Runde FA Cup bedeutet zugleich erste Runde für die Erst- und Zweitligisten. In England werden die ersten Runden ohne die Profis ausgetragen.
Eigentlich eine klare Sache, dachte ich mir: Charlton wird ordentlich auf die Mütze bekommen. Die Restchance auf ein wirklich attraktives und spannendes Fußballspiel bestand dennoch. Aus diesem Grund bemühte ich mich rechtzeitig, an Tickets für diese Partie zu kommen. Problemlos konnte über ein bis zwei verschiedene Kontakte ein Mitglied von Charlton Athletic ausgemacht werden. Für das Spiel wurde recht schnell ‚Sold-Out‘ gemeldet, umso glücklicher war unsere Reisegruppe, dass wir die Tickets in den Händen hielten. Und damit noch nicht genug: Es sollte sich wirklich lohnen.

In der ersten Halbzeit kämpfte Charlton Athletic um jeden Ball. Chelsea klar besser, war mit 74 % Ballbesitz die dominierende Mannschaft. Dennoch: Der Kampfgeist der Addicks war einfach ausgesprochen hoch. Die gesamte erste Halbzeit schafften sie es, kein Gegentor zuzulassen. Ein, zwei gute Chancen hatten sie selbst, aber das Durchdringen der Defensive von Chelsea war dann schon der Knackpunkt. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit passierte es dann doch noch: Hato traf in der 49. Minute zum 1:0 für Chelsea.

Die Stimmung war überragend. Es war ein Flutlichtspiel, das den Rahmen würdigte. Beide Seiten, vor allem die von Charlton Athletic, feuerten ihre Mannschaft durchgehend an. Hier passte wirklich alles: Spektakulärer Ground, das Flutlicht war an, ein schnelles, attraktiv Spiel und sehr gute Stimmung. Das bekommt man in England nicht alle Tage. Aber wenn all diese Komponenten aufeinandertreffen, dann macht es einfach nur Spaß auf der Insel.
Der Spaß, zumindest für Charlton Athletic, war allerdings schnell vorbei. Bereits in der 50. Minute traf Adarabioyo zum 2:0 für Chelsea. Nun hörte man den Away End etwas deutlicher – aber nicht lange. In der 57. Minute traf Leaburn für Charlton – Anschlusstreffer. Die Stimmungslage kippte schnell, die Athletic-Fans drehten durch, Chelsea wurde ganz leise. Aber auch dieser Zwischenstand erwies sich als äußerst unkostant: Nur fünf Minuten später traf Guiu für Chelsea. 3:1 – erst mal kurz durchatmen. Man merkte den Leuten um uns herum die Anspannung förmlich an, aber auch ich selbst fieberte für Charlton mit.

Irgendwie finde ich den Ground „The Valley“ schon seitdem ich mich mit Groundhopping auseinandersetze, sehr cool. Das Vereinslogo mit einem Schwert in der Mitte setzt dem Ganzen noch die Krone auf. In London habe ich in den ersten vier Ligen nun fast alle Vereine besucht. Auf das Spiel bei Charlton Athletic freute ich mich schon ewig und irgendwie passt hier einfach alles vor Ort. Bereits vor dem Spiel habe ich mir bei einem Fanshop am Straßenrand eine Mütze für 15£ besorgt. Zuletzt habe ich mir einen Fanartikel im Spätherbst ’24 bei Hajduk Split gekauft, davor wahrscheinlich fünf, sechs Jahre nirgendswo. Ich sammle schließlich Stadien und keine Fanartikel. Aber alle paar Jahre muss auch ich zuschlagen, wenn es mir so richtig gut gefällt. So ein Tag war nun mal wieder bei Charlton Athletic gekommen – einfach schön hier im Bezirk Greenwich!

Zwei Tore Abstand – geht hier noch was?
Eine halbe Stunde ist immerhin noch zu spielen, dachten sich die meisten Leute um uns herum. Sie hörten einfach nicht auf, ihre Mannschaft lautstark zu unterstützen. Wahnsinn, wahrscheinlich die beste Stimmung, die ich in meinen bisher 35 besuchten Paarungen in England erleben durfte. Die Mannschaft kämpfte ebenfalls bis zum bitteren Ende. Ein schneller Treffer, dann ist alles wieder drin. Aber es sollte einfach nicht sein: In der 91. sowie 94. Minute machte Chelsea den Sack zu – 5:1 Endstand. Unabhängig vom Ergebnis war das ein irre spannendes Spiel mit wirklich beeindruckender Stimmung in einem der schönsten Stadien, die ich bisher in England besucht habe. Auch mit Tom, der uns dankenswerterweise die Karten besorgte, verstanden wir uns super. Er war hochkonzentriert aufs Spiel fokusiert und nahm sich dennoch immer mal wieder die Zeit, mir ein paar Dinge über das Stadion, den Stadtteil und vor allem den Verein zu erzählen. Leider fehlte uns die Zeit für einen gemeinsames Pub Beusch, da meine Reisegruppe und ich zuvor noch bei Leyton Orient waren.
Tom, ich werde wieder kommen. A beer is on me mate (hd)

Arsenal FC – Aston Villa – 4:1

Arsenal FC – Aston Villa – 4:1

„WE’RE TALKING ABOUT A LIBRARY, AREN’T WE?“

30.12.2025
Premier League
Emirates Stadium
Zuschauer: 60.207

LONDON – Der Tag startete entspannt im Lieblings-Wetherspoon am Ealing-Broadway. Hier, in einem kleinen Außenbezirk Londons, zahlt man für sein IPA on Draught 3,2£ statt 7,9£ in den Pubs des Zentrums. Selbst in unserer geliebten Kette muss man mitten in London mittlerweile knapp 6£ auf den Tresen legen.

Etwas aufgeregt war ich ja schon, sollte es heute endlich zum letzten „großen“ Premier-League-Verein gehen. Liverpool, Manchester City, Manchester United, Tottenham sowie Chelsea können als „erledigt“ betrachtet werden. Arsenal ist der letzte Große auf meiner persönlichen Liste. Und schon kommt die große Frage auf: Kann man bei Arsenal eigentlich wirklich von einer Bibliothek sprechen? „The Library“, ein Begriff, den jeder schon einmal im Zusammenhang mit Arsenal gehört haben sollte. Nachdem es für Arsenal damals aus dem Highbury Ground in das neu geschaffene Emirates Stadium ging, welches etwas über 60.000 Plätze fasst, dachten sich die Reichen und Schönen: „Das kann ja nur großartig werden.“ Sie sollten sich irren! „50 % Asiaten, keine Stimmung, scheiß Kommerz-Ground.“ So in etwa klingt es, wenn man andere Fußballreisende nach ihren Erlebnissen bei den „Gunners“ fragt. Kann ich das bestätigen?
Die einfache Antwort lautet ganz klar: Nein! Ich habe mich tatsächlich gewundert, wie gut die Stimmung ist.

Mittlerweile kommen scheinbar wieder mehr junge Leute an Karten bei den großen Vereinen Englands und interessieren sich für den Fußball, aber eben auch ums Drumherum. Fünf bis sechs Dutzend Jugendliche haben für ordentlich Stimmung gesorgt und ebenfalls dafür, dass diese auf die ganze Hintertortribüne überschwappte. So oder so ähnlich habe ich es auch letztes Jahr schon an der Craven Cottage beim Fulham FC gesehen. Sowohl damals als auch heute bei den Gunners waren die jungen Erwachsenen mit Trommeln und zwei bis drei Schwenkfahnen ausgestattet. Chapeau, es passiert was auf der Insel. Aber eine Bitte an das Nachwuchs-Fanklientel: Bitte schön ‚Casual British‘, nicht zu sehr ‚Ultrà‘
Jeder wünscht sich doch, dass es nördlich von Calais weiterhin traditionell zugeht.

Was war sonst noch so los bei den Gunners?

Die Spieler legten den Fans so kurz nach dem Boxing Day noch nachträglich ein Geschenk unter den Baum. Sie bekamen ein wunderschönes Fußballspiel mit insgesamt fünf Toren. Zwar ging es in der ersten Halbzeit relativ zaghaft los, doch das waren ja nur die ersten 45 von 90 Minuten. Ich war noch nicht ganz vom Bierstand wieder an meinem Platz, als es das erste Mal knallte. 48. Minute: Gabriel trifft für Arsenal – 1:0.

Dann ging es ganz schnell: Bereits vier Minuten später traf Zubimendi zum 2:0. Die Fans rasteten aus, der Away End, in einem Eckblock im Unterrang positioniert, wurde langsam immer stummer. Aston Villa sah in den nächsten 30 Minuten keine einzige Chance mehr. In der 69. Minute traf Trossard zum 3:0 für Arsenal. Knapp zehn Minuten später machte Gabriel Jesus den Sack zu: 4:0 Arsenal. Einen Ehrentreffer konnte Ollie Watkins in der 94. Minute noch für „The Villans“ erzielen, interessiert hat es eigentlich niemanden mehr.

Fröhlich und überraschend positiv war ich nach dem Spiel gestimmt:
60.000 Zuschauer, fünf Tore und wirklich gute Stimmung für englische Verhältnisse.
Arsenal, ich werde wiederkommen. (hd)

Hanwell Town FC – Uxbridge FC – 1:1

Herzlich willkommen zur BILDERBUCHBUDE der Woche (81). Wir befinden uns im Stadtteil Perivale in London. Hier trägt Hanwell City FC seine Heimspiele im Reynolds Field aus. Den Ground erreicht man über die U-Bahn-Haltestelle Perivale oder alternativ per Bus.

Apropos Bus: Genau dieses Gefährt macht diesen Ground so besonders. Ein schöner roter Doppeldecker steht im Stadion parat und dient des öfteren als Verkaufsbude für „Burger and Beer“. Hier in der 7. Liga in England ist die Welt noch in Ordnung, hier darf man Mensch sein und sein Bier am Spielfeldrand schlürfen.


27.12.2025
Reynolds Field
Hanwell Town FC – Uxbridge FC – 1:1

Oxford United – Swansea City – 0:1

Oxford United – Swansea City – 0:1

„SWANSEA CITY AUF DEN SPUREN VON HARRY POTTER“

29.12.2025
Championship
Kassam Stadium
Zuschauer: 11.413

OXFORD – Als ich neulich beim gemütlichen Kaminabend mit einem Glas Bier in der Hand meine Jahresstatistik für Facebook erstellte, bemerkte ich, dass ich 2025 tatsächlich in England die meisten auswärtigen Spiele besucht habe. Mit 13 gesehenen Spielen im Vereinigten Königreich liege ich damit unweit hinter Deutschland – 33 Spiele waren es hier. Eins davon war am 29.12. in Oxford, der Stadt, die oftmals als Filmkulisse für Harry Potter diente.

Auch die Swansea-Fans waren da. Sie waren augenscheinlich auf den Spuren von Harry Potter, allerdings machten sie sich nicht in der Bibliothek der Innenstadt bemerkbar, sondern im Away End im Kassam Stadium. Ungefähr 1.000 Fans dürften mitgereist sein. Das Stadion von Oxford United, etwas außerhalb am Stadtrand gelegen, ist eigentlich relativ langweilig. Es verfügt über drei voneinander getrennte Tribünen, und man sitzt, wie so oft in England, nah am Spielfeldrand und ist somit direkt am Geschehen. Hinter den Tribünen gibt es Cider, Bier und Pie – alles wie immer auf der Insel.

Der Spielverlauf gestaltete sich anfangs direkt attraktiv, ein schnelles Spiel mit schnellen Toren. Schon in der 14. Minute traf Vipotnik für die Swans zum 0:1. Die Fans drehten durch und wurden ab hier eigentlich nicht mehr richtig leise. So soll es sein! Vipotnik kennt der eine oder andere sicherlich vom NK Maribor.
Von den Heimfans kam meist nicht allzu viel, ein paar Schlachtrufe wirkten ganz nett. Lediglich „Yellows!“-Wechselgesänge schwappten auf die Menge rüber und animierten einige Briten zum Mitmachen.
Die zweite Halbzeit war ebenfalls schnell und chancenreich, aber klingeln sollte es im Kasten nicht mehr. Nach Abpfiff gingen wir zügig zur Busstation, wo wir ewig auf einen Bus warteten – der aber einfach nicht eintreffen wollte.

Also haben wir uns kurzerhand mit einem anderen deutschen Fußballfan, der vor Ort war, ein Uber geteilt und sind zurück in die beschauliche Innenstadt von Oxford gefahren. Nachmittags waren wir noch im Wetherspoon „Swan & Castle“, um nun nahegelegen an der Gloucester Road, dem Busbahnhof von Oxford, dem zweiten Spoon der Stadt einen Besuch abzustatten. Das war für mich JD Pub Nr. 132. Es gibt noch einen dritten in Oxford, weit außerhalb vom Stadtzentrum gelegen und auch nicht in Stadionnähe, weshalb dieser noch auf einen weiteren Besuch warten muss.

Aber vielleicht klappt es ja in den nächsten Jahren, denn Oxford United plant schon wieder einen Neubau. Das Kassam Stadium, gerade mal geschätzt 15 Jahre alt, ist irgendwie nicht mehr so „in“. Nun möchte die Stadt zusammen mit Oxford United ein neues Stadion, auch wieder außerhalb der Stadt, bauen. Nördlich gelegen, in Kidlington, soll ein „voll elektrisches“ Stadion entstehen. Eine traurige Entwicklung, wenn man bedenkt, dass doch gerade England für die Stadien mitten in der Stadt, zwischen Wohnblocks und Kneipen, bekannt ist.
Apropos Neubau: Während wir nachmittags im Spoon dinieren, hat mir ein Kontakt von uns doch tatsächlich noch eine Zugangsberechtigung für das anstehende Arsenal-Heimspiel besorgt. Was im „Emirates Stadium“ los war, lest ihr morgen beim Schwechheimer Landboten. (hd)

Leyton Orient F.C. – AFC Wimbledon – 1:3

Leyton Orient F.C. – AFC Wimbledon – 1:3

„AM ENDE KACKT DIE ENTE“

01.01.2026
League One
Brisbane Road
Zuschauer: 8.643

LONDON – Frohes neues Jahr! Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Fast vier Wochen Fußballpause wären zu herb gewesen, also wurde für den 1. Januar eine Ticket-Anfrage „übernommen“, die ich für einen Kollegen in die Umlaufbahn der britischen Fußballwelt geschickt hatte. Für Brentford gegen Tottenham sollte ein Ticket her. Dann wurde das Spiel allerdings verlegt, dem Kollegen passte der Termin nicht mehr in den Kram und im Falle einer positiven Nachricht, wäre ich einfach als Ticket-Holder eingesprungen. Anlass für diesen Plan waren auch 20€-Flüge vom reaktivierten Flughafen Schwechheim, direkt vor der Tür. 20h-Trip nach London mit zwei Spielen. Das klang verlockend und unkompliziert.

Der Haken an der Sache: Beim FC Brentford gibt es mittlerweile so heftige Ticket-Auflagen, dass selbst mit den besten Kontakten eine Karte schwierig wird. Tickets gibt es nur in der vereinseigenen App und diese können nicht beliebig weitergeschickt werden. Nur Mitglieder-verifizierte Accounts sind in der Lage so ein Ticket sichtbar zu machen. Das heißt also, für eine Karte benötigt man die Zugangsdaten inklusive Passwort eines Mitglieds. Natürlich kann mit einer Membership auch nur 1 Ticket gekauft werden und vielleicht hätte es sogar geklappt mit einer Einlassberechtigung – aber ich sag es mal ohne Umwege: Die Bettelei war mir zu dumm. Viel Geld gespart für ein frustrierendes 0:0, das es am Ende geworden ist. Ein Mitglied der Redaktion wurde vorm Stadion beim Sichten des Schwarzmarkts von der Polizei sogar mit einem Platzverweis belegt.

Brentford: Wir sehen uns irgendwann in der Championship oder League One wieder. Am Ende kackt die Ente. Die Daumen sind gedrückt. Vielleicht folgt hier die Tage nochmal ein „Classic-Bericht“ aus dem „Griffin Park“, Brentfords alter Heimat. Um mal zu veranschaulichen, wie beschissen sich die Dinge im Westen der Stadt entwickelt haben.

Der Trip nach London wurde natürlich trotzdem angetreten. Schließlich war der Tisch für das 15-Uhr-Spiel vor Ort reichhaltig gedeckt. In einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Charlton Athletic und Leyton Orient entschied man sich am Ende für die Brisbane Road. Stadtderby gegen Wimbledon und zusammen mit einem Kollegen vom „Intourist Babelsberg“ konnten vor und nach dem Spiel noch ein paar Pints geleert werden. Nachdem zusammen vor dem Spiel im Zentrum noch ein Blick auf die „London Parade“ abfiel, ging es zurück in den Nordosten der Stadt. Klassische Straßenzüge mit Pubs und Ladenzeilen verrieten uns, dass wir hier richtig waren. Viel Stadtteil-Flair rund um die Brisbane Road ließ die Vorfreude auf den Kick steigen, für den es am Tag zuvor nur noch Resale-Karten gab. Wollen wir mal hoffen, dass Leyton bei dem anhaltenden Erfolg das Ticketing nicht auch bald auf eine App abwälzt.

Nach 6 Siegen in den letzten 6 Spielen in der Vor-Saison, erreichten die „O’s“ nämlich nach dem Wiederaufstieg 2023 sensationell die Play-Offs für die zweite Liga gegen – genau: Charlton Athletic! In einem engen Spiel vor rund 80.000 Zuschauern in Wembley musste der Außenseiter den „Addicts“ mit einem 1:0-Sieg den Vortritt lassen. 2019 war Orient erst aus der National League in die EFL zurückgekehrt. Der rasante Aufstieg hat übrigens Folgen, so wurden im Herbst letzten Jahres Neubaupläne für ein Stadion bekanntgegeben.

Ganz so weit ist man bei Orient am ersten Tag des Jahres 2026 dann aber doch noch nicht. Die Brisbane Road wurde auf der alten Tribüne mit Solarpanels ausgestattet, ansonsten ist im Leyton-Stadion alles wie immer und auch die Mannschaft hat sich wieder im unteren Mittelfeld der Liga eingruppiert. Mit Fußballfeinkost war nicht zu rechnen, zumal Wimbledon als Aufsteiger und Tabellennachbar in der League One das Rad vermutlich nicht neu erfunden hatte. Daher erfreuten wir uns zunächst nur an dem Ground, der irgendwie traditionell ist, aber teilweise auch neu und herausgeputzt. Integriert in den Stadtteil, mit Wohnblöcken an den Ecken und einer alten Tribüne. Die Proportionen und die Atmosphäre stimmen bei Leyton einfach, zudem ist man unglaublich nah dran am Spielgeschehen, wie es sich auf der Insel gehört.

Nach 5 Minuten klingelte es auch schon direkt vor der Nase. Orient ging in Führung. Das Jahr war 15 Stunden und ein paar Minuten alt, da konnte schon festgehalten werden: 2026 läuft gut an! In der Folge machte sich auch der volle Gästeblock das ein oder andere Mal bemerkbar. Das lag daran, dass die Anfangsoffensive der Heimelf langsam verpuffte. Wimbledon fand in alter Manier und mit kompromissloser Zweilampfstärke zunehmend in die Spur zurück. Per Eigentor gelang tatsächlich der verdiente Ausgleich und für die zweite Hälfte deutete sich an, dass die Gäste nicht locker lassen würden. Nach 5 sieglosen Spielen hintereinander hatte der AFC was gut zu machen und mit einem trockenen Schuss gelang nach über einer Stunde schließlich die Führung. Nun war der laute Gästeblock der Star dieser Veranstaltung.

Orient hatte der Spielweise von Wimbledon nichts mehr entgegenzusetzen. Das verdeutlichte die Tatsache, dass die Zuschauer trotz des knappen Rückstands die Spielstätte ab der 80. Minute verließen. Als dann kurz vor Schluss ein Freistoß über eine schlecht gestellte Mauer zum Endstand ins Tor segelte, saßen wir binnen Sekunden fast alleine im Stadion. Das ist in England auch nicht anders – darf man bei all den Lobliedern in diesem Text nicht unerwähnt lassen. Dafür explodierte erneut der gut aufgelegte Gästeblock und Wimbledon feierte den dringend benötigten Auswärtssieg. Fußball ist halt ein Geben und Nehmen – auf dem Platz und auch bei solchen vermeintlichen Nebensächlichkeiten, wie zum Beispiel dem Ticketing. (mm)

Eccleshill United – Campion AFC 0:1

Happy New Year!
Und somit herzlich willkommen zur ersten BILDERBUCHBUDE der Woche im neuen Jahr (80). Wir befinden uns im Cougar Park in Keighley, einem wunderschönen Rugby-Ground, in dem Eccleshill United aktuell seine Heimspiele in der Northern Counties East Premier Division (neunte Liga) austrägt. Im Sommer des vergangenen Jahres absolvierte zudem der PSV Braunschweig hier ein internationales Testspiel.
Besonderes Highlight dieses Stadions ist der Danny Jones Stand, der bereits seit 1947 existiert. Leider gibt es jedoch Pläne, die rund 500 Plätze fassende Tribüne umfangreich zu modernisieren. Ein konkreter Baubeginn ist bislang allerdings nicht bekannt.
Dennoch solltet ihr die Chance nutzen, diese Groundperle zu kreuzen, bevor es womöglich zu spät ist.

27.12.2025
Cougar Park
Eccleshill United – Campion AFC 0:1

Manchester United – Wolverhampton Wanderers – 1:1

Manchester United – Wolverhampton Wanderers – 1:1

„THE THEATRE OF NIGHTMARES“

30.12.2025
Premier League
Old Trafford
Zuschauer: 74.000

MANCHESTER — Die Ticketbeschaffung bei Manchester United für ein Spiel in der Premier League war über Jahre hinweg nahezu unmöglich. Manchester meldete bereits vor Saisonbeginn stets „Sold Out“ für alle Spiele. Mittlerweile spielen die Reds jedoch seit Jahren einen absolut bescheidenen Ball auf gepflegtem Rasen, und auch die Touristen werden dadurch weniger.

Mit diesem Hintergrundwissen klickte ich mich am 30.09.2025 durch die Ticketseite von Manchester United und entdeckte für dieses Spiel tatsächlich einen freien Verkauf. Die Flüge waren noch nicht gebucht und eine grobe Planung existierte ebenfalls noch nicht, aber die ersten Tickets landeten sofort im Warenkorb. Old Trafford war gebucht, egal wann dieses Spiel angesetzt werden würde. Erst Anfang November wurde die Partie terminiert, und ab diesem Zeitpunkt begann die Feinplanung für diese letztlich erfolgreiche Tour.

In den Tagen zuvor verweilten wir an der Nordseeküste, da Sunderland und Middlesbrough ihren Weg in den virtuellen Informer gefunden hatten. Pünktlich wurde dort ausgecheckt, anschließend ging es mit dem Flixbus nach Manchester. Dort checkten wir im Ibis ein und verprassten gegen 17:30 Uhr unser letztes Restaurantguthaben auf der Amex im „The Ivy“.

Per Straßenbahn fuhren wir anschließend zum Old Trafford und steuerten zunächst den Mega Store an, um zu prüfen, ob es dort vielleicht ein geniales Schnäppchen zu ergattern gibt. Fünf Minuten später hielten wir jeweils ein Trikot aus der Vorsaison für unschlagbare 24 £ in den Händen. Mit den neuen Utensilien stellten wir uns in die Schlange am Eingang und wurden von oben bis unten komplett gefilzt. So etwas hatte ich in England noch nie erlebt. Sekunden später zeigte der Ticketscanner die gelbe Ampel, das Drehkreuz öffnete sich, und wir befanden uns in dieser altehrwürdigen Stätte.

Im Stadion wurden wir von einem Ordner direkt auf unsere Plätze geschickt, denn im Gang stehen und noch schnell ein Foto machen ist hier „nicht erlaubt“. Wenig später begann das Spiel ohne großes Einlaufprozedere.

Auf dem Rasen waren sich alle sicher, dass es heute einen Heimsieg geben würde, denn die Gäste hatten seit Anfang Oktober keinen Punkt mehr geholt und davor insgesamt nur zwei Zähler gesammelt. Doch wie sollte es anders kommen: United bekam überhaupt nichts auf die Kette, der Trainer wechselte zur Halbzeit den einzigen fähigen Spieler und Torschützen aus, und Wolverhampton spielte wie in den Jahren zuvor. In der 89. Minute erzielten die Red Devils zwar den vermeintlichen Siegtreffer, doch der Torschütze stand im Abseits. Unterm Strich geht das Remis in Ordnung, da auch die Wolves einige Chancen liegen ließen.
In der zweiten Hälfte gab es zudem noch ein paar lustige Anekdoten, die ich mit euch teilen möchte. Der Schiedsrichter pfiff gleich zwei falsche Einwürfe zurück, und Manchester erhielt eine Ecke, weil der Torwart den Ball zu lange in den Händen hielt. Ein „gellendes Pfeifkonzert“ begleitete die Spieler in die Kabine und uns aus dem Stadion.

Auf der Pressekonferenz behauptete der Trainer, dass die Reservespieler nicht die Qualität für die erste Elf hätten. Wenn sich Ruud van Nistelrooy, Paul Scholes und Ryan Giggs über die aktuelle United Elf unterhalten würden, könnten sie vermutlich ganze Seen mit Tränen füllen, denn diese Truppe ist schlichtweg schlecht. Das hat nichts mehr mit dem unbesiegbaren Manchester von früher zu tun. Mittlerweile ist es nur noch eine mittelmäßige Premier League Mannschaft. Man kann nur hoffen, dass Sir Alex Ferguson bei diesem Team auf der Tribüne niemals einen Herzinfarkt erleidet.

Für uns war es trotz der bodenlosen Performance der Reds ein schöner Abend in einem genialen Stadion. Old Trafford gehört definitiv auf die Bucketlist aller Groundhopper, und man kann nur hoffen, dass die neuen Stadionpläne niemals realisiert werden und im „Litter“ verschwinden. (mb)

Tranmere Rovers – Fleetwood Town 1:0

Tranmere Rovers – Fleetwood Town 1:0

“BOXING DAY IN BIRKENHEAD”

26.12.2025
League Two
Prenton Park
Zuschauer: 7.933

BIRKENHEAD – Schon seit mehreren Jahren führt mich der Fußball zur Weihnachtszeit auf die Insel. Auch in diesem Jahr wurde wieder eine Tour geplant, deren Auftakt in Birkenhead stattfinden sollte.

So landete die vierköpfige Gruppe in Liverpool, stärkte sich bei Wetherspoon und machte sich schließlich auf den Weg zum Prenton Park, der Heimat der Tranmere Rovers.

Schon bei der Ankunft wurde uns warm ums Herz: ein herrliches englisches Stadion, das 1912 eröffnet wurde, mitten in einem Wohngebiet liegt, über vier unterschiedliche Tribünen verfügt und mit erstklassigen Flutlichtmasten ausgestattet ist.

Wir verfolgten das Spiel von der Fantribüne „The Kop“, wo es unter dem Dach zeitweise Support mit Trommelbegleitung gab.

Die Partie endete mit einem 1:0-Erfolg. Whitaker erzielte in der 23. Minute den einzigen Treffer des Spiels.
Für mich war es bereits das zweite Spiel der Tranmere Rovers. Das erste sah ich Anfang 2020 im FA Cup, als der Underdog Tranmere Rovers einen 0:3-Rückstand noch in ein 3:3 umwandeln konnte. Im Rückspiel, das es damals bei einem Unentschieden noch gab und inzwischen durch eine Verlängerung ersetzt wurde, gelang den Rovers sogar ein 2:1-Erfolg.

Der Abend wurde bei Wetherspoon verbracht.
(fj)

Sunderland AFC – Leeds United – 1:1

Sunderland AFC – Leeds United – 1:1

„SUNDERLAND – MEHR ALS NUR EINE NETFLIX DOKU“

28.12.2025
Premier League
Stadium of Light
Zuschauer: 46.675

SUNDERLAND — Zum ersten Mal in meinem Leben gönne ich mir über die Feiertage die volle Portion England. Zehn Tage im Land der Erfinder der Wetherspoon-App. In den letzten Jahren war ich über den Jahreswechsel immer mal wieder für ein paar Tage vor Ort, allerdings nie vom Boxing Day bis ins neue Jahr. Dieses Jahr sollte es – dank fairer Flug- und Hotelpreise – das „All-in-Paket“ werden.
In den ersten beiden Tagen lief in Bradford und Burnley alles reibungslos, und auch heute lieferte Flixbus auf ganzer Linie. Da am Sonntag in England fast gar nicht gespielt wird, war schnell klar: Es kann nur nach Sunderland gehen. Der heutige Gegner war kein Geringerer als die Farke-Truppe, die ich zuletzt am 29.12.2024 gesehen hatte.

Da wir hier mittlerweile über ein Premier-League-Spiel sprechen, ist die Ticketbeschaffung natürlich wieder ein Knackpunkt. Kein General Sale, und die Karten gingen im Mitgliederverkauf weg wie warme Semmeln. Zum Glück konnten uns ein England-Experte aus unserem Redaktionsumfeld sowie ein weiterer Deutscher helfen. Beide verfügten über eine Booking History aus der letzten Saison und hatten damit Zugang zu den Tickets. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an die beiden Top Lads!

Nach der Ankunft in Newcastle brachten wir unser Gepäck ins Hotel und fuhren anschließend mit der Metro zum Stadium of Light. Wer die Netflix-Dokumentation „Sunderland ’Til I Die“ in voller Länge durchgesuchtet hat, erkennt hier sofort die ein oder andere Wandbemalung sowie den Weg zum Stadion wieder. Besonders prägend in Erinnerung geblieben sind mir auch die Ticketdrucker im Ticket Office. Wir gingen direkt dorthin, um unsere QR-Codes gegen Hardtickets zu tauschen, wurden jedoch enttäuscht: Es gibt nur noch digitale Tickets. Willkommen in der Premier League!

So gelangten wir ohne weitere Kontrolle ins Stadion und gönnten uns vor dem Anpfiff noch ein paar Chicken Tenders mit Pommes. Der Preis an der Kasse war zwar ein anderer als auf dem Preisschild, aber über einen „Rabatt“ regt man sich bekanntlich nicht auf. Geschmacklich war das Essen für englische Stadionverhältnisse absolut in Ordnung – ein Foto war es dennoch nicht wert.

Im Stadion trennten sich dann unsere Wege, da unsere Plätze in den Bereichen P6 und P16 lagen. Ein Platzwechsel während des Spiels war nicht möglich, da wirklich kein einziger Platz frei war.
Beim Einlaufen der Teams wurden beide Mannschaften mit einem kleinen Feuer begrüßt. Leeds und Sunderland spielten in der ersten Halbzeit mutig nach vorne, und zur Freude der meisten Fans gingen die „Black Cats“ nach 28 Minuten in Führung. Kurz nach dem Pausentee erzielte Leeds den Ausgleich und ließ den Gästeblock eskalieren. Die Mannschaft von Daniel Farke drängte anschließend sehr dominant auf das 2:1, brachte den Ball trotz eines Expected-Goals-Werts von 2,03 jedoch kein zweites Mal über die Linie.
Trotz Aufstieg und veränderter Favoritenrolle ziehen sie ihren ansehnlichen Fußball weiterhin konsequent durch und haben nun sieben Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Für einen Aufsteiger ist das nach 18 Spielen ein Top-Ergebnis. Der ein oder andere Sunderland-Fan war nach dem Spiel etwas enttäuscht, da die Jungs das letzte Heimspiel des Jahres nicht gewinnen konnten. Dennoch sollte man nicht vergessen, wo Sunderland herkommt: 2022 stieg man in die Championship auf, und dreieinhalb Jahre später steht man mit 28 Punkten auf Platz sieben – nur vier Punkte hinter einem Champions-League-Platz. Das ist schlichtweg sensationell.

Sensationell war die Stimmung vor Ort zwar nicht, für Premier-League-Verhältnisse jedoch sehr gut und leidenschaftlich. Sie hat uns definitiv abgeholt, und wir verließen das Stadium of Light rundum zufrieden.

Allen Netflix-Abonnenten kann ich nur empfehlen, nach der Dokumentation selbst nach Sunderland zu reisen und das „Matchday“-Erlebnis mitzunehmen. Das hat richtig Bock gemacht und rundet für mich die Sunderland-Story perfekt ab. (mb)

Queen’s Park Rangers F.C. – Leicester City F.C. – 4:1

Queen’s Park Rangers F.C. – Leicester City F.C. – 4:1

„GUTE ZEITEN, SCHLECHTE ZEITEN“

20.12.2025
EFL Championship
Loftus Road Stadium
Zuschauer: 17.500

LONDON – Für die Tage um den 4. Advent stand ein Touri-Wochenende in London mit zwei Praktikanten und wenig Fußball an, aber der berühmte 15-Uhr-Slot am Sonnabend konnte natürlich nur mit einem Spiel gefüllt werden. Und während meine beiden Mitreisenden Eichhörnchen am Buckingham Palace streichelten, ging es am Nachmittag auf eigene Faust zur Loftus Road, in den Stadtteil Shepherd’s Bush. In der Zeit, in der es noch kein EU-Daten-Roaming gab – und im UK wird es demnächst ja vielleicht wieder rückgängig gemacht – verlief ich mich am Spieltag mal im Londoner Westen und musste im strömenden Regen das Spiel an der Loftus Road quittieren. Seitdem stand noch eine Rechnung mit QPR offen.

Mit dem E-Ticket in der Tasche ging es ganz gemütlich die etwa 10 Minuten Fußweg vom Bahnhof zum Stadion. Vor Ort wird das Ticket sogar gebührenfrei in ein Hardticket umgetauscht. England halt. Das Stadion liegt mitten im Wohngebiet, wirkt von außen aber völlig unscheinbar. Innen fällt gleich die Enge auf und eine schöne Schicht Patina, die sich wie Puderzucker auf das Stadion gelegt hat. Verbeueltes Metall, Flutlichtmasten mit Flugrost, bröckelnder Beton und ausgeblichene Farbe. Außerdem sorgen die sogenannten „Safe-Standing-Plätze“ hinter dem Tor für Wohlgefallen und hier ist man noch so nah am Geschehen dran, dass die Spieler beim Einwurf mit den Zuschauern sprechen können. Der alte „Griffin Park“ vom Nachbarn aus Brentford wurde immer genannt, wenn es um den letzten Sehnsuchtsort in Englang ging, aber nur ein paar Kilometer weiter – in Shepherd’s Bush – steht eine weitere Zeitkapsel, die aktuell auch nicht von irgendwelchen kühnen Neubauplänen bedroht ist.

Als Gast an diesem 22. Spieltag kündigte sich der englische Meister von 2016 an: Leicester City. Der Neunte empfing den Zehnten. Nichts Besonderes und das sah wohl auch Leicester so, die den Auswärtsblock irgendwie einigermaßen füllten, aber gar nicht auf sich aufmerksam machten. Keine Zaunfahnen, keine Gesänge und farblich fiel man auch nicht auf. Dazu kam ein Spiel, bei dem der PL-Absteiger von Beginn an nichts zu melden hatte. Schon nach 2 Minuten klingelte es im LCFC-Kasten und gerade, als die Gäste etwas besser ins Spiel kamen, legt QPR nach. Damit nicht genug, kurz darauf folgte das 3:0 und die Loftus Road verwandelte sich in ein Tollhaus, das zwischen den ganzen Toren immer wieder Hits wie „Zombie“ von den Cranberries oder „Last Christmas“ von George Micheal aus vollen Kehlen zum Besten gab. Es verging keine Minute, in der nicht gesungen und abgefeiert wurde. Es ist lange her, dass man auf der Insel von so einer ausgelassenen Stimmung umgeben war. Stichwort: Zeitkapsel.

Der absolute Höhepunkt folgte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte, als der Senegalese Amadou Salif Mbengue praktisch von der Torauslinie den Ball ins Tor drosch und die Loftus Road endgültig im Freudentaumel versank. 4:0 zur Halbzeit: Die Spieler und Zuschauer der „R’s“ verabschiedeten sich ungläubig und euphorisiert in die Pause. Damit war aber auch klar, dass das Spiel entschieden war. QPR würde einen Gang zurückschalten und Leicester versuchen, sich noch irgendwie aus der Affäre zu ziehen. Nach einem guten Beginn der „Hoops“ und keinem weiteren Treffer, kam es auch genauso: Die Rangers wollten nicht, Leicester konnte nicht mehr. Obwohl die Gäste zu keiner einzigen Chance im ganzen Spiel kamen, erhielten die „Foxes“ in der Schlussphase einen Handelfmeter. Doch auch der ging an den Pfosten, immerhin wurde der Nachschuss hineingestolpert, was zum Endstand führte. Die große Zeit von Leicester scheint endgültig vorbei zu sein. Aber die große Zeit von QPR hat vielleicht gerade wieder begonnen. (mm)

Crystal Palace F.C. – Kuopio PS – 2:2

Crystal Palace F.C. – Kuopio PS – 2:2

„FINLAND’S GREATEST HITS“

18.12.2025
UEFA Conference League
Selhurst Park
Zuschauer: 21.302

LONDON – Stell dir vor der Fünfte aus der Premier League bestreitet ein Heimspiel und du kannst eine Stunde vor dem Anpfiff im Ticketshop vor Ort einfach so drei Eintrittskarten auswählen. Der wunderbaren „Conference League“ sei Dank spielte es keine Rolle, dass es wegen eines angeblichen Geoblockers online vorab mit der Ticketbeschaffung nicht klappte. General Sale bei Crystal Palace und Tickets für Jedermann – und das obwohl für beide Teams noch einiges auf dem Spiel stand an diesem Abend.

Während bei Palace mit einem Sieg die Play-Offs hätten vermieden werden können, benötigten die Gäste aus Finnland jeden Punkt für das erstmalige Bestehen einer Gruppenphase in einem europäischen Wettbewerb. Dementsprechend traten einige hundert Fans aus der Region Savo die lange Reise nach London an und lieferten über 90 Minuten grundehrlichen Support ab. Die meisten Anhänger von KuPs sahen zwar aus wie erlebnisorientierte Fußballmenschen halt aussehen, aber wirklich organisiert traten die Finnen nicht auf und auch der Altersschnitt hinterließ einen munter durchgemischten Eindruck. Aber gerade dieser authentische Auftritt erzeugte letztlich Sympathien.

Hinter dem Eintritt in den Selhurst Park standen aber – wie gesagt – noch einige Fragezeichen. Tickets für das Match waren online einfach nicht zu kriegen. Egal mit welchem Endgerät, in welchem Land und mit oder ohne VPN – der Zugriff auf den Warenkorb wurde immer wieder geblockt. Karten im Shop gab es immerhin reichlich und das ohne Auflagen. Die Hoffnungen ruhten auf der guten, alten Tageskasse und da Onkel Rainer neuerdings eine frühe Verbindung am Donnerstag vom Flughafen Schwechheim nach London anbietet, gab es auch keinerlei Zeitprobleme am Spieltag. Nachdem man am Bahnhof „Norwood Junction“ in einem immer voller werdenden Pub versank, ging es dann zu Fuß eine gute Stunde vor dem Anpfiff zum Stadion. Am Ticket Office gab es nicht mal eine Schlange.

Vor rund 6 Jahren wurde der Erstbesuch im Selhurst Park absolviert. Mit zwei Praktikanten im Schlepptau war das Spiel trotzdem die richtige Wahl an diesem Abend, obwohl auch ein ungekreuzter Ground zur Verfügung stand. Das Stadion und die Lage waren Überzeugung genug für einen Revisit. Auf dem alten Main Stand wurde sich diesmal direkt gegenüber der Gästefans platziert. Und das war ein guter Ort, denn die Nummer 17 von Palace – Christantus Uche – erzielte per Außenrist direkt nach fünf Minuten auf dieser Seite das traumhafte 1:0. Nach diesem Tor gab es noch ein paar gute Aktionen von den Briten und keine einzige Torchance für die Finnen. Bei Palace standen ein 16- und 17-Jähriger in der Startelf und vor allem der jüngste Akteur auf dem Platz – Joel Drakes-Thomas – überzeugte durch gepflegte Ballbehandlung.

So hätte der Europapokal-Abend auch zu Ende gehen können. Irgendwann wäre vielleicht das 2:0 gefallen. Doch die B-Elf von Palace hatte dann doch nicht genug Substanz und Kuopio griff nach dem letzten Strohhalm. Keine Stunde war gespielt, da stand es nach einem Doppelschlag plötzlich 1:2, wobei der letzte Treffer nach einem Eckball etwas glücklich zu Stande kam. Aber egal – jetzt hatten wir ein Fußballspiel und wer hätte ernsthaft gedacht, dass dieser Abend noch in eine Europapokal-Schlacht mündet? Das Heimpublikum war nur kurz konsterniert und gab der Mannschaft akustisch bald wieder Auftrieb. Dabei muss gesagt werden, dass die „Fanatics“ auf der Hintertortribüne trotz der jahrelangen Beständigkeit immer noch wie die Karikatur einer Ultragruppe wirken. Am Anfang waren die Jungs gesanglich noch motiviert, aber auch weil der harte Kern nur aus ein paar Dutzend Leuten besteht, hatte der Auftritt rasch keine Wirkung mehr.

Trotzdem war das Publikum spätestens nach einer Roten Karte für die Finnen ab Minute 73 wieder da und als kurz darauf per Kopfball der Ausgleich fiel, stand das Spiel auf Messers Schneide. KuPs warf sich in jeden Ball und nachdem einige brenzlige Situationen überstanden waren, rissen die Gäste mit dem Schlusspfiff die Arme in die Höhe. Der aktuelle Meister der Veikkausliiga übersteht erstmals in seiner Geschichte eine Gruppenphase in einem europäischen Wettbewerb! Finland’s greatest Hits at Selhurst Park – die Jungs aus Kuopio feierten eine wahre Abrissparty auf dem „Arthur Wait Stand“.

Und Palace? Die müssen am Samstag (!) schon wieder bei Leeds United ran, weswegen Coach Oliver Glasner die Ehrenrunde in den Play-Offs dank der Startelf-Rotation „ein wenig in Kauf nahm“. Den Finnen dürfte dieser Umstand egal gewesen sein. Allein der Torschütze zum 1:0 für die Engländer weist einen doppelt so hohen Marktwert auf wie der gesamte Kader von KuPs. (mm)

Sheffield United – Stoke City – 4:0

Sheffield United – Stoke City – 4:0

“ENGLISCHER DOPPLER AM NIKOLAUS”

06.12.2025
Championship
Bramall Lane
Zuschauer: 28.044

SHEFFIELD – Dass mich der Fußball jedes Jahr zum Boxing Day auf die Insel bringt, ist mittlerweile zur Tradition geworden.
Auch dieses Jahr ist wieder eine Tour über die Feiertage geplant, denn das langfristige Ziel ist klar: der Besuch aller Stadien der ersten vier Profiligen – kurz: „die 92“.
Eigentlich sollte es zum Neujahrskick nach Sheffield gehen, um Sheffield United gegen Leicester zu sehen. Doch am Nikolaustag wurde tatsächlich Sheffield United gegen Stoke City angesetzt und um 19:30 Uhr das FA-Cup-Spiel zwischen Chesterfield und Doncaster. Perfekt zum doppeln, da beide Städte nur wenige Kilometer voneinander entfernt liegen.

Nach der Anreise aus Berlin über Manchester wurde Sheffield pünktlich erreicht und nur 20 Minuten später standen wir bereits vor dem Stadion von Sheffield United: der Bramall Lane, dem ältesten Fußballstadion der Welt, in dem noch heute professioneller Fußball gespielt wird. Es wurde 1855 eröffnet, und das erste Spiel fand 1862 gegen den FC Hallam statt – jenen Verein, der bis heute auf dem ältesten Fußballplatz der Welt (Sandygate Road) spielt. Die Stadt Sheffield steckt voller Tradition, denn mit Sheffield FC ist hier auch der älteste Fußballverein der Welt beheimatet.
Heute sollte es jedoch, wie erwähnt, zum Championship-Spiel von Sheffield United gegen den Tabellenvierten Stoke City gehen. Die Ausgangslage schien klar: Nach 18 absolvierten Spielen und 19 Punkten stand Sheffield vor der Partie auf Rang 19. Doch statt der erwarteten Heimniederlage kam alles anders. Sheffield dominierte das Spiel und führte zur Halbzeit durch Treffer von Guinness, Seriki und Bamford bereits mit 3:0. Einen weiteren Treffer erzielte Peck in der 77. Minute souverän vom Punkt und wurde von den eigenen Fans mit Sprechchören gefeiert.

Mit dem 4:0-Endstand kann man nun selbstbewusst in die englische Woche und das Heimspiel gegen Konkurrent Norwich gehen. Nach der Insolvenz von Sheffield Wednesday, die wegen eines Punktabzugs aktuell bei –10 Punkten stehen und wohl den Weg in die League One antreten müssen, bleibt zu hoffen, dass zumindest ein Verein aus Sheffield in der zweithöchsten Spielklasse verbleibt.
Das Spiel in Chesterfield wurde pünktlich erreicht, doch Will Grigg und Co. konnten sich nicht für die 1:5-Pleite bei Doncaster in der EFL Trophy revanchieren und schieden nach einer 1:2-Heimniederlage nun auch aus dem FA Cup aus. (fj)

Gresley Rovers FC – Northampton Sileby Rangers – 3:2

Gresley Rovers FC – Northampton Sileby Rangers – 3:2

“WENN DIE TRIBÜNE WACKELT- EINE LIEBESERKLÄRUNG AN DEN NON LEAGUE FOOTBALL.”

18.10.2025
FA Vase
The Moat Ground
Zuschauer:424

CHURCH GRESLEY – Das erste Spiel des Tages war vorbei, und ich entschied mich spontan dazu, statt eines Doppler einen Dreier zu realisieren. Dazu buchte ich mir ein UBER, und etwa zehn Minuten vor Anpfiff erreichte ich das Stadion.
Sofort erkannte ich, dass es die richtige Entscheidung war, denn hier stimmte wirklich alles. Der englische Amateurfußball begeistert immer wieder aufs Neue und ist in meinen Augen lohnenswerter als jedes Premier- League Spiel.
Auch bei den Grasley Rovers war ich begeistert. Ein super authentischer Verein mit einer echten Stadion Perle! Wirklich überall im Stadion gab es etwas zu entdecken: Kinder, die mit einer Trommel supporteten, oder ein Hund, der einen Vereinsschal trug – es passte einfach alles zusammen.
Auch kulinarisch mangelte es an nichts. Ich bestellte mir ein Steak Pie und war absolut zufrieden.
Zu trinken gab es im Social Club einen Cider. Theoretisch kann man – ähnlich wie in belgischen Stadien – das Spiel aus einem Fenster verfolgen. Ich sicherte mir jedoch einen Platz auf der Tribüne. Zwischendurch wackelte immer mal wieder die gesamte Tribüne, da ein Ordner über eine Leiter aufs Dach kletterte, um den Ball wieder herunterzuholen.
Auch das Spiel war eine 10/10.
Der Gast führte zwar mit 0:2, doch beeindruckt war der Gastgeber davon nicht. Mit ganz viel Kampf und Herz konnte man nicht nur ausgleichen, sondern erzielte in der Nachspielzeit sogar noch den 3:2-Siegtreffer. Fast das ganze Stadion jubelte und feierte am Ende einen verdienten Erfolg.
Im Anschluss ging es für mich weiter nach Leicester, um Ground 60/92 abzuhaken.(fj)

Burton Albion – Peterborough – 0:1

Burton Albion – Peterborough – 0:1

“BURTON STATT WEST BROM”

18.10.2025
League One
Pirelli Stadium
Zuschauer: 3.876

BURTON – Nach einer Reise durch die Nacht mit mehreren Busfahrten kam ich am frühen Samstagmorgen in Burton-on-Trent an. Der Grund, warum ich überhaupt hier war, war ein ganztägiger Streik des Busunternehmens CrossCountry. Ursprünglich wollte ich das Spiel West Brom gegen P.N.E. sehen und anschließend noch das Spiel in Leicester besuchen – doch zumindest West-Brom muss an einem anderen Tag fallen.

Stattdessen fand ich mich in der Stadt der Bierbrauer wieder: Burton. Unter anderem wird hier das Bier: Carling gebraut. An der Brauerei vorbei gelangte ich schließlich in den Wetherspoon, um mir ein klassisches Frühstück zu gönnen. Im Anschluss daran spazierte ich zum Stadion, wo ich bereits vom Maskottchen Billi begrüßt wurde.

Schnell noch die Eintrittskarte abgeholt – und schon war ich auf meinem Platz. Für mich ging es in den Sitzbereich des Gästeblocks, da der Online-Ticketkauf über Burton erfolglos geblieben war. Die Sicht war allerdings hervorragend. Zum Intro zogen die Burton-Fans zwei Blockfahnen hoch; außerdem wurde ein großer Doppelhalter der Brewers Union präsentiert.

Das Spiel war über 90 Minuten hinweg ziemlich unspektakulär und phasenweise recht langweilig. Zumindest die Gästefans hatten ihren Spaß und feierten sogar ihren Ballbesitz. Doch es gab noch mehr zu feiern: “We scored a goal!” durfte angestimmt werden, nachdem Collins in der 65. Minute einfach mal abzog und den Ball ins Netz beförderte. Die Spannung blieb bis zum Schluss. Bei der letzten Aktion des Spiels – einem Freistoß – konnten einige Gästefans vor Nervosität kaum noch hinsehen. Und auch wenn es in der 81. Minute noch Rot für T. Lees gab, brachte der Gast das Ergebnis über die Zeit. Die Fans von Peterborough freuten sich über den Auswärtssieg – da war ich bereits auf dem Weg zum nächsten Spiel. (fj)

Everton F.C. – Crystal Palace F.C. – 2:1

Everton F.C. – Crystal Palace F.C. – 2:1

„GROUND 58/92 – EIN NEUER HAFEN FÜR DIE TOFFEES“

05.10.2025
Premier League
Hill Dickinson Stadium
Zuschauer: 51.770

LIVERPOOL- Hier in Liverpool fiel 2017 mit dem Goodison Park mein allererster Ground auf der Insel. Dass ich für die Komplettierung der 92 erneut zum FC Everton musste, finde ich allerdings eher ausbaufähig.

Denn seit dieser Spielzeit spielen die „Toffees“ in ihrer neu gebauten Hill Dickinson Arena.
Früher trennten die Anfield Road und den Goodison Park nur wenige Meter. Heute kann man aus bestimmten Blickwinkeln vor dem Neubau sogar noch die Tribüne der Anfield sehen. Doch auch wenn die neue Arena direkt am Wasser liegt – so richtig angesprochen hat mich das Stadion nicht.

Aber der Reihe nach: Nach einem echten Horrortrip ging es mit dem bereits berichteten Derby in Portadown langsam bergauf. Beim 30-minütigen Flug aus Dublin klappte zum Glück alles, und so war ich bereits in den Morgenstunden in Liverpool.
Diese verbrachte ich im Wetherspoon mit einem klassischen English Breakfast und der Coffee-Refill-Option, ehe es zu Fuß zum Stadion ging. Dieses liegt rund 45 Minuten vom Stadtzentrum entfernt und wurde etwa eine Stunde vor Anpfiff erreicht.

Im Stadion angekommen, sah ich etwas, das es Gerüchten zufolge bald auch beim HSV geben soll: Biere, die man sich selbst per Maschine zapfen kann. Ich entschied mich aber für einen frisch gezapften Cider von der Theke – und dementsprechend heiter ging es auf meinen gebuchten Sitzplatz.

Im Ground Nr. 58/92 empfing der FC Everton heute Crystal Palace, dessen Fans den Gästeblock gut füllten und stimmungsvoll auftraten. Ganz klassisch gab es auch den Song „This is a Library“, was ich bis zur 75. Minute – als der Gast führte – unterschreiben würde.

Doch in der 76. Minute gab es einen gerechtfertigten Elfmeter, den Ndiaye sicher verwandelte. Das Stadion war nun voll da, und der Gastgeber drückte weiter. J. Grealish war es schließlich, der angeschossen wurde und dadurch in der dritten Minute der Nachspielzeit den 2:1-Siegtreffer erzielte. Die Toffees blieben somit im eigenen Stadion weiter ungeschlagen.

Für mich endete der nun wirklich letzte Tourabend damit, dass ich meinen Verein noch im Pub verfolgte und die dritte Nacht in Folge an einem Flughafen verbrachte.(fj)

Ipswich Town – Portsmouth FC – 2:1

Ipswich Town – Portsmouth FC – 2:1

“BEI DEN TRACTOR BOYS FÄLLT NUMMER 57/92”

27.09.2025
Championship
Portman Road Stadium
Zuschauer: 29.141

IPSWICH – Nach einer circa einstündigen Fahrt vom Stansted Airport kam ich schließlich in Ipswich an, und der Weg führte mich durch das Stadtzentrum, wo tatsächlich nahezu jeder ein Ipswich-Trikot trug, weiter zum Wetherspoon. In dieser geliebten Kette ist vor drei Wochen die Idee entstanden, gleich die nächste Tour nach England zu buchen. Irgendwie muss die 92 ja voll werden.


Und da ich vor drei Wochen noch über die Portman Road geflogen war, war das ein eindeutiges Zeichen, die Nummer 57/92 einzufangen.


Nach einem Cider ging es auch schon zum altehrwürdigen Stadion, und natürlich musste ein Besuch im Fanshop folgen. Nachdem mir das Meiste zu teuer war, fielen mir auf einmal die Socken ins Auge. Gut sahen diese aus, und noch besser: drei Paare zum Preis von 10 Pfund – Deal!


Schon wenig später war ich dann auf der Tribüne dieses wunderbaren Stadions. Zufällig landete ich im „Safety-Standing“-Bereich. Wenig später kamen ein paar junge Personen hinzu, die sich selbst als Ultras definierten und ein paar Fahnen dabei hatten. Vorher habe ich die „Tractor Boys“ nur auswärts gesehen. Damals waren mir die Fans noch nicht in dieser Form aufgefallen.
Die Gästefans aus Portsmouth waren mir schon vertrauter. Zwar werde ich den Fratton Park erst in Kürze kreuzen, allerdings habe ich Portsmouth bereits dieses Jahr in Norwich gesehen und bin mit dem trinkfesten Auswärtsmob damals im selben Zug nach London gewesen. Im Gegensatz zum Spiel in Norwich glich der Gästeblock heute eher einer Bücherei. Vielleicht lag es auch daran, dass Portsmouth nach neun Minuten 1:0 hinten lag. Zur Halbzeit stand es dann bereits 2:0. Im Gästeblock war Totenstille.
Die zweite Halbzeit war noch langweiliger als die erste. Das Tor von Portsmouth fiel in der Nachspielzeit – zu spät, um noch mal Spannung zu erzeugen. Am Ende konnte Ipswich das Spiel mit 2:1 gewinnen.
Für mich ging es anschließend weiter: in den Straßen von Ipswich und in den Pubs. (fj)

Cambridge United – Newport County AFC – 2:0

Cambridge United – Newport County AFC – 2:0

“MIT KOPFSCHMERZEN NACH CAMBRIDGE – GROUND NUMMER 56″

30.08.2025
League Two
Cledara Abbey Stadium
Zuschauer: 5.887

CAMBRIDGE – Auf dem Weg zur 92 werde ich immer wieder von Krankheiten ausgebremst. Einmal hatte es mich auf einer Silvester-Tour so stark erwischt, dass der Besuch im Fratton Park in Portsmouth ins Wasser fiel. Ein Jahr später war ich vor der traditionellen Tour krank geworden, konnte mich aber in England wieder erholen.

Ein weiteres Mal erwischte es mich im vergangenen Jahr vor einer geplanten Cambridge-Tour, die ich gar nicht erst antreten konnte. Und nun – kurz bevor der Ground von Cambridge endlich nachgeholt werden sollte – kam es, wie es kommen musste: Kopfschmerzen und Halsschmerzen.

Dieses Mal trat ich die Reise dennoch an. Mit Schmerztabletten und Wasser ging es für nur 30 Pfund return vom Flughafen Münster/Osnabrück auf die Insel und mit der Bahn noch eine knappe halbe Stunde weiter nach Cambridge.

Im Wetherspoon verzichtete ich dieses Mal auf Alkohol und stärkte mich lediglich mit Bohnen und Wurst. Wenig später machte ich mich auf den gut 35-minütigen Fußweg, ehe ich von mehreren Kühen und den schönen Flutlichtmasten empfangen wurde. Mit dem Abbey Stadium sollte heute der 56. Ground der ersten vier Profiligen fallen – und so kam es auch.

In einem eher langweiligen Spiel musste ich aufpassen, nicht einzuschlafen. Ganz ohne Ablenkung war es aber nicht, da mein Platz direkt hinter einer großen Trommel lag, die immer wieder zum Einsatz kam.

Richtig laut wurde es zur Halbzeit, als ein neues Maskottchen vorgestellt wurde. Mit lautstarken Rufen stimmten die Fans über den Namen ab. Zur Wahl standen „Amber“ und „Milly – the Moose“. Am Ende setzte sich jedoch Abbey – the Moose durch. Sowohl die Namensideen als auch das Design stammten von jungen Cambridge-Fans.

Für Klein und Groß war es ein gelungener Fußballnachmittag. Denn neben dem neuen Maskottchen gab es am Ende auch einen 2:0-Heimsieg zu feiern.

Ich war letztlich froh, dass der Schiedsrichter nach sieben Minuten Nachspielzeit die Partie abpfiff und ein weiterer Ground eingetütet war. Es folgte noch ein Stadtbummel, ein alkoholfreier Besuch im Wetherspoon, wo direkt der nächste England Ausflug gebucht wurde. Um diese und weitere Reisen zu finanzieren, folgte die klassische Airportnacht. (fj)

Nottingham Forrest – Huddersfield Town – 2:1

Good Morining! Auf den Spuren von Robin Hood begrüßen wir euch zur 59. Ausgabe der BILDERBUCHBUDE DER WOCHE! Für Ebby Kleinrensing aus der DSF Reportage- „Die Groundhopper“ gibt es keinen schöneren Ort als Nottingham. Und wer bereits ein Spiel im „City Ground“ gesehen hat, der kann den Edelfan zu 100% verstehen.
Ein wunderschönes Stadion direkt am „River Trend“. In unmittelbarer Nachbarschaft der Ground vom ältesten Profiverein der Welt: „Notts County“ und ein Cricket Ground.
Doch wenn im City Ground das Flutlicht angeht und das Lied: „City Ground“ nach der Melodie von Mull of Kintyre gespielt wird, pocht das Herz gleich etwas schneller. Für mich eines der schönsten Stadien auf der Insel.

07.03.2022
City Ground
Nottingham Forrest – Huddersfield Town – 2:1

Norwich City – Portsmouth FC – 3:5

Norwich City – Portsmouth FC – 3:5

“ACHT TORE AN DER CARROW ROAD”

18.04.2025
Championship
Carrow Road
Zuschauer: 26.838

NORWICH – Erstmals flog ich vom Flughafen Lübeck ab. Da dieser über einen eigenen Bahnhof verfügt, war er einfach zu erreichen. Insgesamt zwei „Rainer“ Flieger sollten um diese Zeit die schöne Hansestadt verlassen. Der eine Richtung Málaga und der andere nach London-Stansted. Da für die Komplettierung der 92 noch einiges auf der Liste steht, entschied ich mich für die Maschine Richtung Insel. Wieder einmal machte Ryanair ihrem Jingle alle Ehre, denn auch dieser Flug landete “on time”.

Mit dem Stansted Express ging es erst zur Liverpool Street und anschließend mit einem anderen Zug nach Norwich. Praktischerweise liegt die Heimstätte der Canaries nicht einmal zehn Minuten Fußweg vom Bahnhof entfernt.

Im Stadion erblickte ich dann sogar ein paar Fahnen auf der Hintertortribüne, die auf ein Intro hindeuteten. Beim Einlaufen der Mannschaften wurden diese dann auch geschwenkt. Die Gäste aus Portsmouth füllten den Gästeblock bis auf den letzten Platz und sorgten für gute Stimmung. Das lag aber auch wie eigentlich immer in England am Erfolg ihres Teams. Bereits nach 15 Minuten brachte Bishop die Gäste in Führung. Zwar konnte der ehemalige Bremer Sargent für den zwischenzeitlichen Ausgleich sorgen, aber Pompey antwortete noch vor dem Seitenwechsel doppelt. Zunächst traf Ritchie in der 39. Minute und in der Nachspielzeit gab es einen Foulelfmeter, den Bishop sicher im Tor unterbringen konnte. Mit Pfiffen wurden die Spieler von Norwich in die Kabine begleitet.

Sechs Minuten nach Wiederanpfiff entschied Bishop mit seinem dritten Treffer zum 1:4 die Partie. Doch lobenswert zu erwähnen ist die Moral der Kanarienvögel, die noch zweimal verkürzten. Am Ende stand aber ein hoch verdientes 3:5 auf der Anzeigetafel, dass die Fans im Gästeblock noch ordentlich zelebrierten.

Für mich ging es mit Ground 55/92 wieder in den Zug zum Flughafen. Dieses Mal allerdings nach Gatwick, wo der Airbus von Wizzair mich nach Istanbul befördern sollte.(fj)

England – Albanien – 2:0

England – Albanien – 2:0

„NEUER TRAINER. ALTER FUẞBALL.“

21.03.2025
WM-Qualifikation
Wembley Stadium
Zuschauer: 82.378

LONDON – Die Reise sollte nach Wales gehen. Logisch, dass da London als Drehkreuz in Frage kommt. Da diese Partie im „Wembley Stadium“ zufällig am Freitag-Abend stattfand, wollte man das Länderspiel der „Three Lions“ gerne mitnehmen. Aber ganz so einfach war das nicht. Alle rund 90.000 Tickets waren bereits 2 Monate (!) vor dem Anpfiff im Mitglieder-Verkauf über den Tisch gegangen. Der Redakteur des Landboten musste in seinem 1202. Spiel als Groundhopper zum zweiten Mal überhaupt in seiner zweifelhaften „Karriere“ eine Ticketbörse bemühen. Mit 18€ Aufschlag hielt sich der Kaufpreis in Grenzen und es wurde einmal kurz durchgepustet, als der Verkäufer aus Hongkong die Eintrittskarte mit 12 Stunden Verspätung übersendete.

Ob es einen „Run“ auf die Karten gab, weil die FA Thomas Tuchel als neuen Headcoach verpflichtete und gegen Albanien seine Premiere bevorstand? Keine Ahnung. Dieser Umstand fiel auch erst ein paar Tage vor dem Spiel auf. Euphorie rund um Wembley war eher wenig zu spüren. Die Zuschauer begrüßten den deutschen Trainer mit einem Transparent auf dem: „Welcome to the home of football“ stand, dazu gab es eine kleine Zettel-Choreo. Beide Aktionen sicherlich vom Verband, nun ja, angezettelt und ohne Emotionen.

Keine Emotionen, das gilt für die ganze Veranstaltung. Da fragt man sich schon, wieso die Karten für den Kick so einen reißenden Absatz finden und am Ende alle kaugummikauend Löcher in die Luft starren. Okay, das Spiel war über weite Strecken lausig. Albanien hatte sich vorgenommen, nicht einmal über die Mittellinie zu kommen. Musste mit der Defensivtaktik aber nach dem ersten guten Pass und Abschluss der Engländer den Rückstand schlucken. Bei den Briten sorgte das nicht für viel Euphorie. Thomas Tuchel fiel durch einige mutige Personalentscheidungen auf, seine Jungs mühten sich, konnten den Gegner aber nicht großartig unter Druck setzen, geschweige denn das Stadion verzücken. Irgendwann bastelten die Fans auf der Tribüne Papierflieger und versuchten sie auf den Pitch zu werfen, was einige Male gelang. Ausgelassene Stimmung. Das sagt wohl alles über die Gesellschaft auf den Rängen dieser ikonischen Spielstätte.

Albanien war mit rund 10.000 Leuten angereist und fiel durch ein paar Nebelkerzen und Transparente auf. In so einem 90.000er verliert sich aber fast alles. Das ist Fluch und Segen zugleich. Auf jeden Fall aber ist es beeindruckend, das Stadion. Den ersten magischen Moment gibt es, sobald man die Metro verlässt und sich den Weg zur Arena bahnt. Magische Momente waren an diesem Abend aber rar. Immerhin sorgte Harry Kane mit einem gewohnt trockenen Torabschluss am Ende für einen letztlich gelungenen Tuchel-Einstand. Doch die Skepsis bleibt, gerade weil Thomas Tuchel via Presse seinen Vorgänger arg kritisierte und unter seiner Führung einmal mehr Angsthasenfußball zu bieten hatte. Die Fans hätten aus den Tickets vielleicht lieber zahnlose Papiertiger basteln sollen.

Eine Stunde später, der Kick war längst verdaut. Bei einem kurzen Gespräch in einer Burger-Braterei ein paar Straßen weiter, schließt ein Mann die Unterhaltung mit denkwürdigen Worten: „Der Fußball unter Southgate war besser“. Kurzum: Neuer Trainer, alter Fußball. (mm)

Glossop North End AFC – West Didsbury & Chorlton AFC – 0:2

Glossop North End AFC – West Didsbury & Chorlton AFC – 0:2

„DEM KARNEVAL ENTFLOHEN UND EIN FASCHINGSFEST BEKOMMEN”

01.03.2025
The Asgard Engineering Stadium
North West Counties League
Zuschauer: 830

GLOSSOP – Über Nacht ging es nach Köln, wo bereits verkleidete Wesen einen in der Stadt willkommen geheißen haben. Das Ziel war aber nicht der Kölner Karneval, sondern der Flughafen Köln-Bonn. Wenige Stunden später hob die Rainer Boeing bereits nach Manchester ab.

Denn an diesem Wochenende wurde wieder zum Groundhop 2025 aufgerufen, welches einmal im Jahr auf der Insel stattfindet. Alleine am heutigen Samstag hätte man vier Stadien abhaken können.
Ich entschied mich allerdings für ein anderes Programm, da ich weiter sehr zielstrebig an dem 92er Projekt arbeite. Somit besuchte ich um 12:30 Uhr den Kick bei Salford gegen Bradford und danach die Groundperle von Oldham im Spiel gegen Barnet.

Nachdem das zweite Spiel abgepfiffen wurde, ging es mit zwei Linienbussen und einer kurzen Bahnfahrt weiter bis nach Glossop, wo das letzte Spiel des heutigen Tages stattfinden sollte.

Bereits letztes Jahr besuchte ich das Groundhop-Event bei Longridge Town, was bei mir so einen starken Eindruck hinterlassen hatte, dass ich dieses Jahr wiederkommen wollte. Den Bericht findet ihr ebenfalls beim Schwechheimer Landboten.

Und wie damals tanzte auch heute wieder ein voll besetzter Reisebus am Non-League-Ground an. Insgesamt 830 Personen wollten sich das Spektakel zwischen Glossop North End FC und dem Gast aus Didsbury nicht entgehen lassen.
Insgesamt 234 Personen checkten sich in der futbology app ein. Die Personen kamen größtenteils aus UK, aber auch aus anderen europäischen Ländern.

Und auch dieses Jahr beeindruckte mich das Event und insbesondere das Stadion.
Mehrere Tribünen, ein Souvenirshop, das Clubhaus und die Memorial Wand vom Verein. An quasi jeder Ecke vom Ground sind wieder schöne Bilder entstanden. Ein Besuch lohnt sich hier definitiv, denn hier ist Fußball noch Fußball und nicht das große Business.

Nachdem das Spiel mit einem Spielstand von 0:2 abgepfiffen wurde, strömten die Massen aus dem Stadion raus und fuhren wieder in alle Richtungen. Mal sehen, wen man nächstes Jahr wieder sieht. (fj)

Bradford City AFC – FC Walsall – 3:0

Bradford City AFC – FC Walsall – 3:0

„ZUR RICHTIGEN ZEIT AM RICHTIGEN ORT…“

25.01.2025
League Two
Valley Parade Stadium
Zuschauer: 17.172

BRADFORD – Mit einem kruden Plan und drei Billigflügen für insgesamt 69€ im Wallet, ging es kurzfristig quer durch Europa. Dienstag entdeckt, Mittwoch gebucht. Los ging die Reise jedoch ganz entspannt mit einem Abendflug von Berlin nach Manchester. Ein Sturm über Irland und GB hatte Teile des Bahnverkehrs am Freitag lahmgelegt. Lieber stand man nächsten Tag etwas früher auf und nahm den Bus nach Bradford.

Die alte Industriestadt kann man durchaus als Überraschung bezeichnen – zwischen Manchester und Leeds gibt es einiges zu entdecken. Zu Fuß ging es schließlich zur legendären Valley Parade. Sicherlich über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt durch die verheerende Feuer-Katastrophe im letzten Meisterschaftsspiel 1985. Auch 40 Jahre später noch unglaubliche Szenen, die sich dort abspielten. Die alte Holztribüne stand – dank einer weggeworfenen Zigarettenkippe – innerhalb weniger Minuten komplett in Flammen. Der Fernsehsender „Yorkshire Television“ übertrug Spiel und Inferno live. Lange Zeit gab es eine Debatte über das Filmmaterial, mittlerweile kann und darf man sich die Bilder wieder auf Youtube anschauen. Besonders fies: Bradford stand vor dem Spiel als Meister und Aufsteiger in die „Second Division“ (heute „Championship“) fest. Nach Jahrzehnten in der Dritt- und Viertklassigkeit war die ganze Stadt in Feierlaune. Nächsten Tag brauchte man ein neues Stadion.

Vor dem neuen Stand erinnert ein Denkmal an diese Tragödie, bei der 56 Menschen den Tod fanden. Ob sich baulich ansonsten viel bei den „Bantams“ verändert hat, ist schwierig zu beurteilen. Das Stadion aber ist eine Wucht. Schön zusammengewürfelt, spielt die Konstruktion des FA-Cup-Siegers von 1911 (!) gekonnt mit den üblichen Proportionen. Ganz oben unter dem Dach fällt einem beim Blick über die Stadt fast die Kinnlade runter. Das Panorama kann man auch mit einem frischgezapften Bier aus dem Stadionlokal genießen.

Im Durchschnitt fast 20.000 Zuschauer verfolgen die Spiele in der Viertklassigkeit. Aktuell mischt Bradford in der Spitzengruppe mit und belegt einen Play-Off-Platz. Mit Walsall jedoch kam der souveräne Spitzenreiter in die „Valley Parade“. Beeindruckende 12 Punkte Vorsprung auf Rang 2 und 9 Siege in Serie hatten die „Saddlers“ im Gepäck und wurden dabei von exakt 901 Fans begleitet. Nach einem flotten Beginn trafen jedoch die Hausherren früh zur Führung und fortan bekam der Tabellenerste gar nichts mehr auf die Kette. Der Gästeanhang verstummte, denn Bradford antwortete mit vielen zweiten Bällen und einer fantastischen Chancenauswertung. Drei Tore nach öffnenden Pässen mit sofortigem Torabschluss setzten die Top-Mannschaft der Liga schachmatt. Am Ende vergab Walsall sogar noch einen Elfmeter.

Ganz klarer Fall von „mit dem falschen Bein aufgestanden“. Während die Redaktion des Schwechheimer Landboten zufrieden registrierte „zur richtigen Zeit am richtigen Ort“ gewesen zu sein, was gerade angesichts der Ereignisse von 1985 nicht immer eine Selbstverständlichkeit ist. (mm)

Newcastle United – AFC Bournemouth – 1:4

Newcastle United – AFC Bournemouth – 1:4

„VOM LADENSCHLUSS ZUR LADENÖFFNUNG”

18.01.2025
St. James Park
Premier League
Zuschauer: 52.227

NEWCASTLE – Nachdem der EasyJet Flug vergangene Woche gestrichen wurde, hob derselbe Flug nur eine Woche später pünktlich vom Hamburger Flughafen nach Manchester ab. Da in dem Flugzeug zufällig auch ein guter Kollege an Board war, wurde sich dazu entschieden, die Abendstunden bis zum ladenschluss im Wetherspoon zu verbringen. Kurze Zeit später trennten sich unsere Wege, da ich den Nachtbus nach Newcastle antrat.

National Express als Busunternehmen kann ich definitiv weiterempfehlen. Pünktliche Abfahrt und Ankunftszeit, bequeme Sitze, genügend Beinfreiheit und W-Lan. Was will man mehr? Ein Hotel ist zumindest in dieser nacht nicht notwendig gewesen.
Einziges Manko: Der Bus erreichte Newcastle bereits um 04:00 Uhr früh, als die letzten Party People auf sich aufmerksam machten. Für mich begann die Suche nach einem warmen Ort und schnell wurde ich am Newcastle Bahnhof fündig.
Erst war es eine beheizte und saubere Toilette, zwischendurch wanderte ich zu McDonald’s mit der Feststellung, dass der Sitzbereich noch geschlossen war und zurück am Bahnhof entdeckte ich einen halbwegs beheizten Wertebereich am Gleis vier.

Die Zeit verging schließlich schneller als erwartet und zum Sonnenaufgang machte ich einen kleinen Abstecher zum Castle und zur Tynbridge, ehe es zu dem am Ufer gelegenen Wetherspoon ging. Pünktlich zur Ladenöffnung wurde der Pub betreten und ein kleines Frühstück bestellt.

Nach der Stärkung und diversen Heißgetränken besuchte ich noch das Geschäft: “The Back Page”. Hierbei handelt es sich um einen Shop, welcher Fanartikel unterschiedlicher Vereine, Spieltagsheft, Bücher und anderen sehenswerten Stoff verkauft. Wer in der Stadt ist, sollte unbedingt vorbeischauen. Der Besuch lohnt sich und der Shop ist praktisch direkt am St.James Park.

In dieses Stadion ging es dann eine Weile später auch. Die Karte konnte über den AFC Bournemouth im Away End organisiert werden. Eine Erfahrung, die bis zu diesem Zeitpunkt noch gefehlt hat. Nützlich ist die AFC Bournemouth Away Option aber definitiv. Karten sind in dem meisten Fällen sonst nur mit einer Mitgliedschaft, einem VIP Angebot oder über den überteuerten Zweitmarkt zu bekommen.

Eine neue Erfahrung war es außerdem, bei einem Premier League Spiel 90 Minuten zu stehen. Zwar hätte ich erwartet, dass die Mannschaft hier abgeschossen wird und sich relativ zügig wieder hingesetzt .
Es kam allerdings alles anders. Abgeschossen wurde nämlich der Gastgeber. Nach einem druckvollen Start führten die Gäste bereits nach wenigen Minuten mit 0:1. Newcastle entwickelte im Spiel zu wenig Gefahr und konnte lediglich den 1:1 Ausgleich nach einer Ecke erzielen. Im zweiten Durchgang erarbeiteten sich die Gäste mit einem tollen Einsatz drei weitere Tore und feierten den überraschenden und deutlichen Auswärtssieg. Eigentlich sollte es nun noch zum zweiten Spiel gehen. Da dieses und weitere Ansetzungen wegen Frost aber abgesetzt wurden, ging es statt zum zweiten Game zurück zum Wetherspoon. (fj)

Brentford FC – Manchester City – 2:2

Brentford FC – Manchester City – 2:2

“ABGERECHNET WIRD ZUM SCHLUSS“

14.01.2025
Gtech Community Stadium
Premier League
Zuschauer: 17.048

LONDON – Abgerechnet wird bekanntlich erst zum Schluss und so war es auch am vergangenen Dienstag in der Premier League zwischen Brentford und den Himmelblauen aus Manchester. Eine packende Partie, bei der sowohl spielerisch als auch emotional alles geboten wurde, endete mit einem Unentschieden. Letzteres gilt allerdings nur für die Supporters der Bees, welche im Gegensatz zu den Skyblues durchgehend für eine super Stimmung sorgten. Von englischen Heimfans so noch nie erlebt, eine 10 von 10! City im Away End dagegen enttäuschend.

In der ersten Halbzeit -immer ein Auge auf Haaland gerichtet- versuchten beide Mannschaften auf Biegen und Brechen ein Tor zu erzielen, gelingen sollte es aber erst einmal nicht. Haaland war meist von zwei bis drei Verteidigern umgeben, verlor schnell die Lust und latschte meist nur gelangweilt über den Rasen. De Bruyne fiel da mit ein paar guten Hereingaben schon wesentlich positiver auf. Bei Brentford gefiel mir besonders Bryan Mbeumo. Über rechts außen ging über ihn oft richtig die Post ab und die Gäste gerieten mehrmals in Straucheln. Für ein Tor reichte es aber zunächst nicht. Nach einem schnellen Bier in der Halbzeitpause kamen beide Teams wieder mit Tempo aus der Kabine.

In der 66. sowie 78. Minute netzte dann aber Foden doppelt für die Citizens. Die Gastgeber ließen sich trotzdem nicht entmutigen und gaben weiter Vollgas, was belohnt werden sollte. Acht Minuten vor dem Ende erzielte Yoane Wissa den Anschlusstreffer und trug sich damit in die Geschichtsbücher von Brentford ein: Mit 37 Toren hat er so oft für die Bees getroffen wie kein anderer bisher. Nun war wieder alles drin und die Jungs aus West London drückten mächtig auf den Ausgleich.

Zur 90. Minute zeigte der vierte Offizielle mindestens fünf Minuten Nachspielzeit an. Zwei Zeigerumdrehungen später war es so weit und der Ex-HSVer Christian Nørgaard köpfte in der 92. Minute das 2:2! Auf den Rängen jetzt totale Ekstase, „Spettacolo“ wie Hilko sagen würde. Für noch mehr langte es nicht, aber glücklich lief ich zum nächstbesten Co-op. Dort versorgte ich mich mit einem Sandwich sowie einem eiskalten Punk IPA und wackelte zurück zum Hotel.

Bezieht sich „Abgerechnet wird zum Schluss“ wirklich nur auf das späte Tor für Brentford? Wird man je einen Bericht von mir finden, in dem es wirklich nur um die 90 Minuten im Stadion geht? Höchstwahrscheinlich nein. Auch ich kann sagen: „Abgerechnet wird zum Schluss“ und konnte meine kleine Exkursion nach England positiv beenden. Seit Jahren gehören ein bis zwei Trips auf die Insel zum festen Bestandteil der Winterzeit. Meist einmal zum Boxing Day oder Jahreswechsel und meist ein zweites Wochenende im Januar zum FA Cup. Ich fiebere schon gewissermaßen auf die Touren hin. Allerdings bin ich im Endeffekt vor Ort auch wieder froh, wenn sie sich dem Ende zuneigen. Diesmal verspürte ich das mehr als je zuvor und ich sollte endlich lernen es bei kurzen Wochenendausflügen belassen.

Warum? Schon zum zweiten Mal machte ich den Fehler und verbrachte fast eine gesamte Woche in UK. Die vorherige Tour war keine zwei Wochen her und so freute ich mich nur bedingt auf das Full English Breakfast. Auch der restliche Schmierfraß konnte schnell nicht mehr überzeugen. Ob Masala Curry, Fish & Chips, Bangers & Mash, Pizza, Burger oder Chicken Kickers: die Speisekarte im Wetherspoon wurde restlos durchgespielt und so langsam konnte ich das alles nicht mehr sehen.

Unabhängig von der gleichbleibenden Kulinarik hielt der Montag immerhin noch ein kleines neues Erlebnis für mich bereit. Bei Carshalton in der siebthöchsten Spielklasse sah ich zum ersten Mal ein Spiel im Non League Bereich. Am Dienstag war ich allerdings dann doch recht froh, dass der letzte Tag meiner kleinen Reise anbrach. Hohe Erwartungen hatte ich nicht und doch kam alles anders: Eins der besten Spiele, die ich je gesehen habe und dazu für englische Verhältnisse eine atemberaubende Atmosphäre. Was für ein geiles Ende der Tour und: abgerechnet wird zum Schluss. (hd)

Leeds United – Harrogate Town – 1:0

Leeds United – Harrogate Town – 1:0

“EV RENTAL CAR TREIBT REPORTER AN SEINE GRENZEN“

11.01.2025
Elland Road
FA CUP
Zuschauer: 35.584

LEEDS – Nachdem ich bereits zum Jahreswechsel in Birmingham verweilte, zog es mich am FA CUP Wochenende wieder nach UK. Mit Fullham, High Wycombe, Rotherham, Mansfield und Ipswich war schnell ein gutes Programm gefunden. Das Spiel in Mansfield wurde durch „Frozen Pitch“ abgesagt. Glücklicherweise war nach dem Kick in Rotherham auch Leeds mit unserem Mietwagen erreichbar. Meine Kollegen vom Schwechheimer hatten glücklicherweise zwei Zutrittsberechtigungen über, da deren Flugverbindung aus Hamburg ausgefallen ist. Das Spiel war bereits weit im Vorraus Sold Out. Der Weg nach Leeds sollte uns erneut auf eine Geduldsprobe stellen. In Heathrow haben wir ein Elektroauto bekommen, da alle Verbrenner vergriffen waren. Das Modell des US-Autoherstellers verfügt gerade mal über eine Reichweite von 200 Meilen. (320 Kilometer)
Ständig mussten wir die Karre wieder von 15% auf 80% laden. Der Vorgang dauert je nach Charger immer zwischen 40-50 Minuten, da das Auto nur maximal 70kW einspeist. Soweit so gut, wäre da nicht das Problem des Bezahlvorgangs: Egal ob Shell Recharge, Tesla Super Charger, Inoty oder, oder, oder: Es funktionierte einfach selten! Mal lief die App nicht, mal wurden vier (!) verschiedene Kreditkarten nicht akzeptiert, mal waren die vorhandenen Charger im Arsch. Irgendwas war immer. Einzig und allein das Porsche Destination Centrum Towcester lieferte solide ab. Auto an Charger angeklemmt, und ohne My Porsche App oder Bezahlung von 10% auf über 80 vollgeballert. Währenddessen konnte ein Toilettengang inkl. Verkostung von Kaltgetränken bei Porsche verzeichnet werden. Cheers Mates! Im Nachhinein stellte sich heraus, dass Porsche UK ab und an die Charger zur freien Verfügung stellt, um potenzielle Neukunden zu werben.

Zurück nach Leeds: Mit einem Puffer von 14 Minuten stiegen wir in direkter Stadionnähe aus dem Auto und waren gerade so zum Anpfiff im inneren der Elland Road. Top Ground, richtig schön eng und vier verschiedene Tribünen, typisch britisch eben. Der Schlag Mensch vor Ort gefiel mir richtig gut und man merkte schnell, dass die Leute hier wegen dem Fußball ins Stadion gehen und nicht wegen einem „Event“, wie beispielsweise bei West Ham United, Tottenham oder Manchester City. Auf dem Platz wurde ein schnelles und attraktives Spiel geboten, wobei Leeds klar die Kontrolle gewährleisten konnte. Mit 66% Ballbesitz langte es für die Hausherren, ein einziges Tor zu erzielen. Harrogate, im Awayend ähnlich ungefährlich wie auf dem Rasen. Der Gästeblock war zwar restlos ausverkauft, los war allerdings nichts. Das hätte Leeds besser gemacht, denn:

  • Leeds bringt mehr mit ! –

Ähnlich schwach präsentiere sich auch der Auftritt der Bistrol Rovers, welche wir am nächsten Tag in Ipswich begleiten durften. Alleine gings für mich noch zwei Tage weiter in London. Mit einem 7. Liga Spiel und dem Premier League Spiel zwischen Brentford und Manchester City wurde die Zeit gut verbracht. Ansonsten gab es einige Besuche im Wetherspoon und ein wenig Sightseeing. England im Januar, alle Jahre wieder schön, jetzt langt es aber auch wieder für eine gewisse Zeit! (hd)

Crystal Palace F.C. – Stockport County F.C. – 1:0

Crystal Palace F.C. – Stockport County F.C. – 1:0

“…UND WIEDER STREICHHÖLZER ZWISCHEN DEN AUGEN“

12.01.2025
FA Cup
Selhurst Park Stadium
Zuschauer: 21.104

LONDON – Im Bericht vom Kollegen (fj) konntet ihr über die doch noch geglückte Anreise nach Liverpool lesen. In meinem Fall lief es komplett anders, denn ich hatte leider keinen Flug in Reserve. Stattdessen war eine der wichtigsten Eigenschaften des Hopperlebens gefragt: improvisieren!

Ursprünglich hatte ich für dieses Wochenende geplant, dem eigenen Verein nach Freiburg hinterher zu fahren. Allerdings spukte schon lange vorher die dritte Runde des FA Cup im Kopf herum und mit der Terminierung des Dopplers Liverpool-Leeds plus Crystal Palace am Sonntag fiel die Wahl auf England. Nach der Flugannullierung hieß es allerdings „zurück auf Los“ und noch am Airport wälzte ich Skyscanner und Co. auf der Suche nach Alternativen.

Tatsächlich konnte ich mir relativ schnell einen neuen Plan zusammenschustern. Mit der Bahn ging es am Samstagmorgen von Schwechheim nach Freiburg und erstaunlicherweise lieferte des Hoppers liebstes Sorgenkind pünktlich ab. Karte an der Gästekasse gekauft und rein ins Mooswaldstadion, welches mir sowieso noch fehlte. Am Bierstand traf ich ein paar bekannte Gesichter und erntete verdutzte Blicke: „Du hier? Solltest du nicht in England sein?“ – „Doch, fliege morgen früh noch rüber“ – „Du bist doch verrückt!?“ Den letzten Satz dürfte jeder Groundhopper schon einmal gehört haben.

Zur erneuten Niederlage der KSV spare ich mir einen Kommentar. Nach dem Spiel eierte ich mit dem Deutschlandticket nach Frankfurt und kam gegen Mitternacht an. Dort musste ich die Zeit totzuschlagen, denn zwei Stunden später fuhr der Bus zum berüchtigten Flughafen Frankfurt-Hahn. Immerhin bot die zweistündige Fahrt etwas Gelegenheit zum Schlafen. Vor Ort haute ich mich bis zum Boarding am Morgen nochmal aufs Ohr. Für faire 24 Euro (wohlgemerkt keine 24 Stunden vorher gebucht) hob Ryanair ab und ich kam letztlich etwa drei Stunden vorm Anstoß im Süden Londons an.

Im örtlichen Wetherspoon traf ich mich mit (fj), der die Nacht im Bus von Leeds nach London verbrachte und ebenso Streichhölzer zwischen den Augen gebrauchen konnte. Schnell noch die Kulinarik im Spoon genossen und ab zum Selhurst Park. Im Vorfeld verkaufte Crystal Palace die Pokaltickets sehr günstig und meldete morgens „sold out“. Tatsächlich passierten nur etwa 21.000 Zuschauer die Drehkreuze, davon allerdings fast 5.000 Gäste des Drittligisten aus Stockport. Und die hatten Bock: für britische Verhältnisse war der Support echt OK und auch mit etwas Abwechslung versehen.

Auf der Heimseite kämpften die Holmesdale Fanatics vor Anpfiff mit ihrer Gruppenfahne, die sich immer wieder aus der Befestigung löste. Ein Intro gab es nicht und auch sonst blieb mir der Auftritt nicht groß in Erinnerung, welcher mir im Januar bei Arsenal deutlich besser gefiel.

Sportlich lief zunächst alles nach Plan für die „Eagles“. Bereits nach vier Minuten erzielte Eze das 1:0 und Palace schien Ball und Gegner laufen zu lassen. Allerdings versiebte man im weiteren Spielverlauf mehrere Großchancen und verpasste leichtfertig die Entscheidung. Oliver Glasner wirkte an der Seitenlinie minütlich genervter und musste mit ansehen, wie Olaofe nach einem katastrophalen Fehlpass beinahe den Gästeblock ausrasten ließ. Es blieb aber dabei und die Gastgeber gurkten sich in die vierte Runde.

Nach dem Spiel brachte uns die Tube zuverlässig nach Heathrow. Auch der Rückflug glückte. Unterm Strich zufrieden mit dem Wochenende, aber totmüde fiel ich ins Bett. Hoppen muss eben manchmal wehtun. (hr)

Liverpool FC– Accrington Stanley FC – 4:0

Liverpool FC – Accrington Stanley FC – 4:0

„ÜBER LONDON NACH LIVERPOOL”

11.01.2025
Anfield
F.A Cup, third round
Zuschauer: 60.261

LIVERPOOL- Am Vortag gegen 19:30 Uhr traf sich die Reisegruppe am Hamburger Flughafen. Ziel war es, die Nacht in Manchester zu verbringen und sich dann am nächsten Tag entspannt auf dem Weg zum FC Liverpool zu machen. Doch es kam alles anders. Die erste Verspätung von 30 Minuten hat man noch weggeschmunzelt, das Grinsen wurde mit zunehmender Zeit und der größer werdenden Verspätung aber immer kleiner. Gar nichts mehr von einem Lächeln zu sehen war, als gegen 22:00 Uhr festgestellt werden musste, dass der Flieger aus Manchester nicht mal nach Hamburg losgeflogen war. Als Grund wurde das Schneechaos, das den Manchester Airport durcheinanderbrachte, genannt.

Komischerweise waren besonders EasyJet-Flieger anfällig. Bereits in den letzten Tagen hatte es Ausfälle dieser Airline von und nach Manchester gegeben. Das Flugzeug kam nie an, der Flug wurde dementsprechend annulliert. Also trennten sich die Wege der Reisenden. Jeder brauchte erst einmal Zeit zum Überlegen, wie nun das Wochenende gestaltet werden soll. Bis in die Nachtstunden warteten wir auf ein Update von EasyJet, wann der Flug von Hamburg nach Manchester abheben wird. Die neue Abflugzeit um 17:55 Uhr am Folgetag war für niemanden aus der Gruppe eine Option.

Stattdessen entschied ich mich relativ früh dafür, einen Flug von Hamburg nach London-Heathrow wahrzunehmen, den ich bereits vor der Bekanntgabe der dritten Spielrunde gebucht hatte. Denn die Landung um 07:15 Uhr sorgte für etwas Resthoffnung. Mit der Ankunft um 11:54 Uhr in Liverpool Lime Street, würde eine 10-Minuten-Taxifahrt theoretisch just in time zum Anstoß um 12:15 Uhr klappen.

Somit klingelte der Wecker um 03:30 Uhr und wenig später saß ich schon im Airbus nach London. Zum Glück landete der Flieger sogar früher als geplant. Somit war ich bereits um 07:25 Uhr im Heathrow-Express Richtung Innenstadt und fuhr von Euston dann Richtung Liverpool. In Crewe gab es dann einen längeren Halt, sodass ich Liverpool 30 Minuten verspätet erreichte.

Vor sieben Jahren ist hier im Goodison Park der Länderpunkt gefallen. Heute sollte dann also auch die ehemalige Spielstätte des FC Everton, die Anfield Road, fallen.

Da die Zeit knapp war, buchte ich mir ein UBER, welches mich direkt vor die Tore der Anfield Road fuhr. Einmal an der Schlange anstellen und rein. Leider hatte der Ordner aber etwas gegen meinen A4-Beutel, welcher nicht im Stadion zugelassen war. Nach kurzer Diskussion erklärte er mir, dass ich den Beutel zum Backdrop geben soll und mich dann nicht erneut anstellen muss. Statt beim gebührenpflichtigen Backdrop, landete der Beutel bei einem hilfsbereiten Schal-Verkäufer, der den Beutel netterweise annahm. Also zurück zum Eingang und rein. Pünktlich zum Lied „You’ll Never Walk Alone“ wurde die Tribüne betreten: kurzer Gänsehaut-Moment, auch deswegen ist man hierher gekommen, ein Traum geht in Erfüllung.

Was haben hier für große Schlachten stattgefunden? Mein Sitznachbar, der seit 1996 nahezu alle Heimspiele der Reds besucht, sprach vom Spiel gegen den Hamburger SV, welches er 1997 besucht hat (6:0) oder von der magischen Nacht, als Liverpool den großen FC Barcelona mit 4:0 nach Hause geschickt hat. Hier auf der Tribüne „The Kop“ wurde nach einem Nebel der allererste Fan-Gesang angestimmt. Was muss das damals für eine Atmosphäre gewesen sein, als noch Stehplätze erlaubt waren?

Auf dem Rasen war es das Duell zwischen dem Weltverein Liverpool und dem Viertligisten Accrington Stanley. Und auch wenn sich die Gäste wacker schlugen und der Reds-Trainer Arne Slot bis auf Ausnahmen wie Trend Alexander Arnold/Diogo Jota etc. nur die B- Elf einsetzte, war die Qualität von Liverpool einfach zu hoch. Am Ende wurde der League-Two-Vertreter mit 4:0 nach Hause geschickt. Nicht vorzustellen, dass die Karten selbst bei diesem Spiel nicht in den freien Verkauf gingen. Lediglich die Mitglieder hatten die Möglichkeit, Tickets zu bestellen.
Die einzige Option wären VIP-Angebote mit Preisen von 400-600 Pfund gewesen. Auch die Plattform „StubHub“ soll für den ein oder anderen Fan eine Option gewesen sein.
Dank der Hilfe eines Kollegen, der Mitglieder kannte, konnten aber tatsächlich bezahlbare Tickets für 30 Pfund organisiert werden. Nun muss in Liverpool nur noch das neue Stadion des FC Everton gekreuzt werden, welches ab dem kommenden Sommer bespielt wird.

Nach dem Spiel ging es dann zur Elland Road nach Leeds, wo stadiontechnisch vermutlich der beste England-Doppler überhaupt gesichert wurde. (fj)