West Ham United F.C. – Brentford F.C. – 7:5 n.E.
„ELFMETER-KRIMI IN LONDON“
09.03.26
FA Cup (5. Runde)
London Stadium
Zuschauer: 48.570
LONDON – Was man alles so erlebt wenn man für 20 Stunden nach England reist, ist so unfassbar, dass man eigentlich darüber ein Buch schreiben könnte. Aber der Reihe nach, beginnen wir von Anfang an.
Sehr spontan entschied ich mich nach London zu fliegen, da es von Schwechheim allerdings sehr teuer war, ging der Flug von der nächstgelegenen Hansestadt auf die Insel. Was einem dort schon geboten wurde, war oscarreif. Das i-Tüpfelchen: als 2 Passagiere kurz vor dem Schließen des Boardings erst noch zur Passkontrolle liefen (sie schafften es an Bord).
In Stansted angekommen, ging es mit dem Express-Zug nach London, da ich schon mittags ankam, gönnte ich mir natürlich das übliche Touri-Programm inklusive Hotspots, ehe man sich am späten Nachmittag mit dem Redaktions-Chef an der Tower Bridge traf, der für den Kick bei West Ham frisch aus Sevilla eingeflogen war. Gemeinsam schlenderten wir zur U-Bahn und fuhren in der völlig überfüllten Bahn Richtung Stratford, um dort nach Möglichkeiten zu suchen die Rucksäcke abzugeben. In der Bahn hatte unser Chef einem kleinen Hund die Hand hingehalten, dass er schnuppern konnte, was allerdings dem Besitzer nicht so gefiel: Der Mann schob seine Hand sofort dazwischen und schaute mit sehr strengem und ernstem Blick in unsere Gesichter, dass wir beide uns nur anschauten und das Lachen verkneifen mussten. Der kleine Yorkshire-Terrier blieb ungeknuddelt.
In einem Hotel konnten wir unsere Rucksäcke gegen „Donation“ abgeben und gingen dann noch was futtern, als wir fertig waren bestellte sich ein Typ neben uns eine Knoblauch-Pizza, die einem sofort Tränen in die Augen trieb und sämtliche Nasenhaare wegbrannte, weshalb wir sofort bezahlten und uns auf den Weg zum Olympiastadion begaben. Dort angekommen gönnte man sich noch ein Kaltgetränk bevor es rein ging.
Für ein Montagabend-Spiel war das Stadion gut gefüllt und das galt auch für den Gästeblock. Der Gegner aus dem Westen der Stadt hatte allerdings auch keine mühsame Anreise. Da der Pokal seine eigenen Gesetze hat, spielte hier die Tabellensituation keine Rolle. Die Hausherren gingen früh in Führung, mussten aber kurz danach den Ausgleich hinnehmen, um kurz vor der Halbzeit wieder in Führung zu gehen. Doch nach 90 Minuten stand es plötzlich 2:2. Brentford bekam zehn Minuten vor dem Ende einen Elfmeter zugesprochen. Es rief die Verlängerung, wo allerdings nix passierte und so hieß es: Elfmeterschießen. West Ham entschied das Spielchen mit einer hundertprozentigen Trefferquote für sich. Da ist man für die 10£ Eintritt doch mal voll auf seine Kosten gekommen!
Nach dem Spiel holten wir unsere Rucksäcke ab und fuhren mit dem Bus zurück nach Stansted, als wir feststellten, dass es bereits nach Mitternacht war, entschieden wir uns direkt am Airport zu bleiben und verzichteten auf die zwei Stunden im Hotelbett, da der Flieger uns bereits um 6 Uhr morgens wieder zurück ins gelobte Schwechheimer Land brachte.
Für den schreibenden Redakteur war es ein gelungener Länderpunkt. (sm)









