Austria Lustenau – Kapfenberger SV – 2:1

Austria Lustenau – Kapfenberger SV – 2:1

„ORDENTLICH HOLZ IN DER HÜTTE“

20.02.2026
2. Liga
Reichshofstadion
Zuschauer: 2.043

LUSTENAU – Fast fünf Jahre ist es her, dass Reporter CvS Österreich einen Besuch abgestattet hat. So war das Auswärtsspiel des Herzensvereins am Sonntag im Süden Deutschlands ein guter Anlass, um endlich mal wieder in der Alpenrepublik aufzukreuzen. Schon am Donnerstagabend ging es los und die Tour startete mit einem Testspiel von Germania Grasdorf in Anderten. Kein Geringerer als Ex-Nationalspieler Marcel Halstenberg spielt dort mittlerweile nach seinem Karriereende. Irgendwie immer eine coole Geschichte, wenn ehemalige Profis noch ein paar Jahre mit den alten Kumpels kicken wollen.

Der Freitag wurde dann überwiegend im Auto verbracht. Auch ein Grund für die seltenen Besuche ist die enorme Distanz zwischen Schwechheim und dem Land des Schnitzels und Tafelspitz. Ziel der Reise war heute Lustenau – oder auch „Luschtenau“, wie der Einheimische zu sagen pflegt. Leider erfolglos blieb die Suche nach einem Schnitzel: Am späten Freitagnachmittag wollte uns noch kein Lokal bewirten. So ging es hungrig zum Ground, was man im Nachhinein aber nicht bereute, denn die Leberkäs-Semmel für 3,50 € entpuppte sich als guter Ersatz.

Das nach einem Sponsor benannte Reichshofstadion wurde frisch umgebaut, wobei auf drei von vier Tribünen hauptsächlich mit Holz gearbeitet wurde. Man darf gespannt sein, welche Gästeszene das Ding zuerst abfackelt. Kurios erscheinen die Flutlichtmasten – hier wurde wiederum auf Holz verzichtet und massiv auf Beton gesetzt. Hat man so auch noch nicht gesehen. Alles in allem ein ansehnlicher, direkt am Rhein gelegener Zweitligaground. Für die wenigen kulturinteressierten Fußballreisenden empfiehlt sich eine Fahrt mit dem Rhein-Bähnle. Dieser Museumszug fährt direkt am Stadion den Deich entlang, entfacht zwar kein Cierny-Balog-Feeling, sorgt aber immerhin für ein cooles Panorama.

Die Ultras von Lustenau finden sich auf der Nordtribüne ein und wurden von ihren Freunden aus Augsburg unterstützt. An sich ein guter Auftritt, nur die alles übertönende Mikrofonanlage empfand der Schreiberling als äußerst nervig. Das gilt aber nicht nur für Lustenau, sondern für sämtliche Kurven. Hoch lebe das gute alte Megafon. Die Geschichte des Spiels ist zumindest bis zur 90. Minute schnell erzählt. In einem chancenarmen Spiel erzielen beide Teams ein Tor. In der Nachspielzeit überschlagen sich jedoch die Ereignisse: Luschtenau erzielt mit einem Traumtor das 2:1. Im Gegenzug fällt das 2:2, wird wegen fragwürdiger Abseitsstellung jedoch nicht gegeben. Die tobenden Proteste brachten den Gästen noch drei rote Karten ein, was Zählbares nahm man aber nicht mehr mit.

Da es in Lustenau kaum bezahlbare Unterkünfte gab, ging es nach dem Spiel noch 20 km weiter nach Höchst, wo der gelungene Tag noch mit 2–3 Mohrenbräu gefeiert wurde. (CvS)

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