AS La Jeunesse d’Esch/Alzette – Racing FC Union Lëtzebuerg – 3:2
„5 JAHRE KEINE METTWURST“
21.02.2026
BGL Ligue
Stade de la Frontière
Zuschauer: 419
ESCH — Mein letzter Besuch im kleinsten Nachbarland ist tatsächlich schon fünf Jahre her. Meistens führten die Wege Richtung Westen in die Niederlande oder nach Belgien. Der kulinarische Fokus lag dabei immer wieder auf Friet und Frikandel und nicht auf der klassischen Wurst.
Im Rahmen des HSV-Gastspiels in Mainz und der Planung für die Rückfahrt nach Schwechheim, lächelte uns diese Ansetzung an. Samstag, 18:30 Uhr, in Esch. Ein perfekter Doppler in Kombination mit dem Besuch im Wildparkstadion zuvor um 13:00 Uhr. Es war endlich wieder Zeit für das Gibraltar des Nordens.
Ohne große Zeitverluste fuhren wir in Karlsruhe los, durchquerten das komplette Saarland und parkten das Schwechheimer Mobil 35 Minuten vor Anstoß am „Stade de la Frontière“. Sofort lachte uns der Verkaufsstand mit seiner Auswahl an verschiedenen Würsten an. Die Kassiererin sprach perfekt Deutsch, drückte uns ein „Bofferding“-Bierchen und einen Gutschein für eine Mettwurst in die Hand. Der Grillmeister, ein stämmiger Luxemburger mit langem Bart, servierte uns die Mettwurst im Baguette und zeigte uns seine Vielzahl an Saucen. Mit Ketchup und Andalouse Sauce im Baguette begann der Gaumenschmaus. Eine absolute Geschmacksexplosion auf höchstem Niveau. Ich habe selten so eine gute Wurst gegessen wie in Esch. Der erneute Besuch an der Verkaufsbude folgte kurze Zeit später und die Keiswurst überzeugte uns noch mehr. Wahnsinn, wie gut gewürzt und lecker eine Wurst schmecken kann.
Sichtlich zufrieden mit der Ausgangssituation saßen wir auf den Rängen und ließen den Schiedsrichter das Spektakel anpfeifen. In der ersten Hälfte wurde kein Zweikampf gemieden und eine kleine Keilerei gab es zwischendurch auch. Normalerweise hätte hier jemand duschen gehen müssen, aber der neutrale Mann vergab in aller Ruhe drei Gelbe Karten und brachte die 22 Akteure auf dem Rasen zum Schweigen. Einer blieb jedoch nicht leise,
- der Trainer von Racing. Trotz einer 1:0-Führung konnte er nicht ruhig bleiben und flog nach 44 Minuten mit Gelb-Rot von der Trainerbank.
Die zweite Hälfte wurde dann dramatisch. Esch erzielte zweimal den Ausgleich, Racing ließ aber nicht locker und brachte das 2:2 fast über die Zeit, aber eben nur fast. In der letzten Minute konnte Liam Nurenberg sensationell den Siegtreffer erzielen. Ekstase in Esch. Kurz nach Abpfiff liefen die Spieler zu den Ultras von Jeunesse Esch und ließen sich im freudigen Pyro-Nebel feiern.
Was für starke 90 Minuten im Stade de la Frontière, in dem die überdachte Gegengerade vor einigen Jahren modernisiert wurde. Hier wurde bestimmt in der Verlängerung das ein oder andere „Bofferding“ getrunken und manch einer schwelgte in Erinnerungen an die großen Spiele gegen den FC Bayern München und Spartak Moskau im Europapokal.
Wir nehmen viele Erinnerungen mit zurück nach Schwechheim und bedanken uns für den coolen Abend in Luxemburg. Bis zum nächsten Mal wird es sicher nicht wieder fünf Jahre dauern. (mb)












