SK Slavia Praha – AC Sparta Praha – 3:1
“DERBY DER GOLDENEN STADT”
08.03.2026
1.Česká fotbalová liga
Fortuna Arena
Zuschauer: 19.314
PRAHA – Derbyzeit zwischen den beiden größten Vereinen des gelobten Landes. Slavia trat im 316. Derby gegen den verhassten Erzrivalen an. Die Stadt an der Moldau ist immer wieder ein beliebtes Ziel dieser Redaktion und vieler Groundhopper. Selbst mit den aktuellen herrschenden Preisen, die in manchen Belangen locker mit deutschen Städten verglichen werden können. So richtig billig wird es in diesem Land nur noch außerhalb der tschechischen Großstädte.
Die Anreise erfolgte dank der Ansetzung der Rothosen in Wolfsburg am Samstagabend. Aus Wolfsburg, über Berlin, kam ich gegen Nacht in der goldenen Stadt an. Das Kapselhotel für 16 Euro gab mir immerhin noch ein paar Stunden Schlaf. Am Sonntagmorgen gab es den Drittliga-Kick auf einem der zahlreichen UMT’s dieses Landes. Harte Kost am Sonntagmorgen, der Klobasa-Preis schockte mich mit 115 CZK. Den Lückenfüller gab es in Uvaly, einer kleinen Stadt östlich von Prag. Nach der Ankunft wurde sich im Restaurant erst einmal Rinderbraten, Knedlik und Sahnesauce gegönnt. Mit einer gezapften Kofola gab es das Festmahl für knappe 11€. Danach ging es zum Kick, vor Ort verquasselte ich das Spiel mit einem anderen Hopper aus der Heimatstadt. Der tschechische Amateurfußball ist meiner Meinung nach das Beste in Europa. Es ist immer herzlich, billige Preise und überall gibt es Verpflegung. Dieses Land bringt einfach Spaß!
Mit dem Zug ging es zurück zum Highlight des Tages. Mein zweites Derby stand an und mein insgesamt dritter Besuch bei Slavia. Über die App „Pid Litacka” können sich Reisende alles organisieren. Von einzelnen Fahrten bis hin zu 72-Stunden Tickets. So einfach wünsche ich es mir doch überall. Die Stadt weiß immerhin, wie man mit den Millionen Touristen im Jahr umzugehen hat.
Angekommen im Stadion zeigte der Verein erst einmal eine moderne Lasershow. Fünf Minuten vor Anpfiff startete dann das spektakuläre Intro. Die Kurve startete mit einem schönen Pyroshow, oberhalb des Stadions wurde zusätzlich ordentlich Feuerwerk eingesetzt. Spektakuläres Bild und eben im Einklang zueinander. Dass Slavia aktuell definitiv zu den besten Kurven in Europa gehört, ist kein Geheimnis. Im Gästeblock zeigte Sparta hingegen ebenso eine Choreographie, begleitet von bengalischen Fackeln. Zum Anpfiff wurde der heimische Zaun mit gegnerischen Fanutensilien geschmückt und diese dem Feuertod übergeben. Die Rivalität war in jeder Ecke der Spielstätte zum Greifen nah. Ein zuerst gegebener Platzverweis erhitzte die Gemüter, durch den VAR wurde die Rote Karte auf eine Gelbe zurückgestuft. Kurz vor der Halbzeit gab es die nächste Aktion, eine Choreo zur Darstellung der Macht von Slavia. Erneut untermalt von Pyrotechnik. Auf den Rängen stimmte eben einfach alles.
Den kalten Schock gab es in der sechsten Minute der Nachspielzeit. Dem Außenseiter gelang das 0:1. Nach dem Seitenwechsel bestätigten die Hausherren die starke Form. Durch einen Handelfmeter schoss Slavia den Ausgleich. In der 79. und 82. Minute fielen die nächsten beiden Tore. Zum Glück, denn viel Zeit nach dem Abpfiff hatte ich nicht. Das Derby ging erneut klar an Slavia, auf den Rängen und auf dem Platz.
Nach dem Abpfiff ging es zügig zum ZOB, das grüne Hotel brachte mich zurück in die Heimat. Ich musste nur 45 Minuten an der deutschen Grenze ausharren und war somit fast pünktlich am nächsten Morgen in heimischen Gefilden. So muss ein Wochenende sein, das Maximum wurde rausgeholt. Die goldene Stadt ist jeden Kick wert! (tp)









