VfL Bochum ‐ SC Paderborn 07 – 0:0

VfL Bochum ‐ SC Paderborn 07 – 0:0

„FRUST UND FROST IM REVIER“

15.02.2026

2. Bundesliga
Ruhrstadion
Zuschauer: 25.646

    BOCHUM – Über Düsseldorf ging es von einer kurzen Dienstreise heute wieder ganz allmählich Richtung Schwechheim. Winterfeeling mittlerweile auch in NRW. Amateurspiele waren rar gesät und wurden meist auf Kunstrasen ausgetragen – seit dem Wochenende regiert im Westen der Frost. Also gab es mal wieder einen Revisit in Bochum. Mein 8. Besuch im wunderbaren Ruhrstadion. Bei den sechs VfL-Spielen zuvor konnte bisher kein Heimsieg verbucht werden. 2011 stand zudem das Kracherspiel der Frauen-WM im Ruhrstadion auf dem Programm: Äquatorial-Guinea gegen Australien.

    Bei strahlend blauem Himmel sahen die Vorzeichen gar nicht schlecht aus. Der VfL bis zu diesem Zeitpunkt seit 8 Spielen in Serie in Liga 2 ohne Niederlage, brauchte einen Sieg, um sich aus dem Verfolgerfeld zu lösen und wieder im Aufstiegskampf anzuklopfen. In jenen Regionen spielt der SCP schon die ganze Saison mit. Dementsprechend konnte mit einem flotten Spiel gerechnet werden. Und so kam es auch.

    Nur leider ist ein flottes Spiel auch nicht immer ein Garant für volle Notizbücher. Bereits in der Straßenbahn konnte ein Gespräch belauscht werden, in dem ein „Jungsche“ die Heimfahrt der Ultras verriet. Aktueller Stand aus dem Buschfunk der Straßenbahn: Die Pader-Szene wurde aus der S-Bahn herausgefischt, weil sie vermummt zum Spiel fuhr. Und wieder ein paar Negativzahlen in der Statistik mehr. Offenbar war sogar eine Choreo in Bochum geplant. All Christians Are Brothers, aber niemals Freund und niemals Helfer. Ich sag euch das!

    Paderborn konnte den Block dennoch gut füllen und supportete bisweilen auch. Ich weiß zwar immer noch nicht, was ich mit dem Verein anfangen soll, aber meine Solidarität sei euch gewiss. Die nächste, hässliche Fratze des Fußballs: VAR. Nach einer halben Stunde wurde ein klarer Handelfmeter für den VfL gepfiffen. Schütze und Torwart standen sich schon Auge in Auge gegenüber. Da mischte sich der VAR ein. Anschließend war Referee Tom Bauer über das Funkmikrofon zu hören und verkündete ein vorheriges Foulspiel über die Stadionlautsprecher. Elfmeter annulliert. Einfach nur total spooky. Zumal der Schiri sich die Situation nicht nochmal vor dem Monitor zu Gemüte führte und diese Entscheidung ihren Ursprung wohl ganz alleine im Keller hatte.

    Endstand dieser Partie? Genau: 0:0. Das lag einerseits an dem starken SCP-Schlussmann Dennis Seimen, der einige Bälle aus dem Winkel kratzte. Und andererseits an dem Präsenzstürmer von Bochum: Philipp Hofmann. Der hatte zwar auch gute Szenen, ist in der Rolle als zentraler Spieler einer Mannschaft in jedem Bewegungsablauf aber einfach viel zu langsam. Seit der U21 und wahrscheinlich auch schon davor. Uwe Rösler: Vielleicht mal die kurze Hose wechseln und ’ne Brille aufsetzen – dann klappt’s beim nächsten Mal auch mit dem Sieg.

    Ansonsten hätte der VfL die 3 Punkte in allen Belangen verdient gehabt. Der Gegner wurde mehr und mehr überrollt, Paderborn wackelte am Schluss ganz gewaltig. Es war ein gutes 0:0. Soll ja auch mal vorkommen. Was bleibt sonst von diesem Nachmittag? Neben Frost und Frust nach wie vor eine richtig gute Dosis Ruhrpottfußball an der Castroper Straße. Wenn Herbert Grönemeyer seine Stadthymne vor dem Spiel zum Besten gibt, fühlt man sich den 80er-Jahren einfach ganz nah. 4630 Bochum, du Blume im Revier! Wir hoffen, dass unsere Bildergalerie euch dieses besondere Feeling im besten Falle bis nach Hause transportiert. Schönen Sonntag noch und bis zum nächsten Mal – dann auch wieder mit Gästefans, Toren und ohne VAR. (mm)

    1. FC Magdeburg – SG Dynamo Dresden – 1:2

    1. FC Magdeburg – SG Dynamo Dresden – 1:2

      „DYNAMO GEWINNT ELB-CLÁSICO“

      24.01.2026

      2. Bundesliga
      Heinz-Krügel-Stadion
      Zuschauer: 27.875

        MAGDEBURG – Das Derby zwischen den ehemaligen DDR-Größen 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden stand unter besonderen Vorzeichen. Beide Teams befanden sich mitten im Abstiegskampf. Zwischen dem Tabellen­vorletzten SG Dynamo Dresden und dem vierzehnten aus Magdeburg lagen vor dem Spiel lediglich vier Punkte. Zudem handelte es sich um das Samstagabend-Topspiel der 2. Bundesliga.

        Bevor es jedoch zum Klassiker an die Elbe ging, wurde sich der Abstiegs­konkurrent Fortuna Düsseldorf bei seinem Gastspiel an der Leine angeschaut. Nach einem versuchten Blocksturm der Gästefans kam es zu Stauungen am Eingangstor der Südkurve. Das Stadion konnte jedoch gerade noch rechtzeitig vor Anpfiff betreten werden. Die Fans vom Rhein fielen – wie schon oft in dieser Saison – mit einem ansprechenden Szenebild auf und zündelten nahezu durchgehend rote Fackeln und Rauch.
        Auf dem Rasen zitterte sich Hannover am Ende zu einem 2:1-Sieg.

        Nach dem Spiel wurde ich netterweise von einem Austria-Salzburg-Fan mitgenommen, der zum Hoppen in Deutschland unterwegs war. Nach einer Stärkung in einem italienischen Restaurant in Braunschweig kamen wir schließlich rund eine Stunde vor Anpfiff am Stadion des 1. FC Magdeburg an.

        Vor einigen Jahren hatte ich hier bereits meinen HSV im Gästeblock gesehen. Nun sollte der Ground allerdings noch einmal mit neutraler Brille gekreuzt werden. Und genau wie damals zeigte der Block U auch dieses Mal wieder eine sehenswerte Choreografie.

        Die Bereiche der Tribüne wurden aufgeteilt und bildeten durch eingesetzte Regenponchos ein blau-weißes Schachmuster. Der Spruch „FCM – unser Leben, so haben wir es gewollt“ rundete die Choreo ab. Wenig später leuchtete die gesamte Tribüne quasi auf Knopfdruck rot auf.

        Auch im Gästeblock gab es etwas fürs Auge. Unter dem Motto „Sachsen regiert“ zeigten die Dynamo-Fans eine riesige Blockfahne. Zu sehen war ein Dynamo-Krieger, der einen am Boden liegenden Magdeburg-Fan mit einem langen Schwert bedrohte. Die Mitmachquote war auf beiden Seiten überragend. Besonders deutlich wurde dies beim Einsatz der Schals sowie bei der zwischenzeitlich unfassbaren Lautstärke.

        Zwischendurch kam es zu diversen Provokationen: Leuchtraketen wurden in Richtung der benachbarten Magdeburger geschossen, außerdem wurden Gesänge wie „Wollt ihr mit uns spielen?“ oder „Schwuler FCM“ angestimmt.

        Einig war man sich allerdings in der Meinung zur Polizei. „ACAB“ („All Cops Are Bastards“) wurde im Wechselgesang skandiert. Grund dafür war offenbar ein als fragwürdig empfundener Polizeieinsatz.

        Salz in die Wunde streute schließlich das 1:2 durch Keller in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit, wodurch es mit einer knappen Gästeführung in die Kabinen ging.

        Kurz nach dem Seitenwechsel zündete auch Dynamo „auf Knopfdruck“ ordentlich Pyrotechnik in Form von Rauch und Stroboskopen, sodass das Spiel aufgrund der Nebelbildung kurzzeitig unterbrochen werden musste. Nach Wiederaufnahme der Partie gab es zwar noch weitere Torchancen auf beiden Seiten, ein weiteres Tor fiel jedoch nicht mehr. Somit konnte sich Dynamo für die 1:2-Heimniederlage im August des vergangenen Jahres revanchieren.

        Für mich war es nach den Spielen Chemie – Lok und Jena – Erfurt bereits das dritte Ost-Derby, und auch dieses Mal hatte es sich wieder gelohnt.
        Mal sehen, welches Derby als Nächstes besucht wird. (fj)

        Holstein Kiel – SG Dynamo Dresden – 2:1

        Holstein Kiel – SG Dynamo Dresden – 2:1

        “ADVENT ADVENT – DAS STADION BRENNT”

        20.12.2025
        2.Bundesliga
        Holstein Stadion
        Zuschauer: 15.034

        KIEL – Das letzte Bundesliga-Wochenende des Jahres stand an, und kurz vor Weihnachten bescherte uns die DFL einen wunderbaren Doppler. Um 15:30 Uhr sollte der eigene Verein, der HSV, ein Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt austragen, und um 20:30 Uhr folgte das Topspiel des Tages: Holstein Kiel gegen Dynamo Dresden. Zwei der besten Fankurven zu Gast im hohen Norden – und das an einem Tag. Was will man mehr?

        Der Spieltag begann im Hamburger Volkspark, wo die Hamburger Gruppe Sektion Schleswig-Holstein ihr 15-jähriges Jubiläum feierte und dabei eine Choreografie zeigte.

        Die Gäste vom Main zündeten zu Beginn der zweiten Halbzeit Pyrotechnik, während auch der Förderkreis Nordtribüne sein zehnjähriges Jubiläum feierte. Das Spiel endete vor dem ausverkauften Haus mit 1:1.

        Nach dem Abpfiff ging es zum Auto, das in der Nähe des S-Bahnhofs Stellingen abgestellt war. Nach circa einer Stunde Fahrt erreichten wir die Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins und parkten in der Nähe eines Edeka-Marktes. Schnell noch im genannten Supermarkt mit einem nicht allzu leckeren Frikadellenbrötchen gestärkt, stand man kurze Zeit später im alten Gästeblock des Holstein-Stadions: Block L. Die knapp 17 Euro Eintritt sollten sich definitiv lohnen. Bereits vor dem Anpfiff zeigten die Cheerleader, was sie draufhaben. Eine einstudierte Aufführung direkt vor dem Gästeblock wurde zunächst mit Applaus begleitet. Als am Ende jedoch die Holstein-Fahne zum Vorschein kam, wurden die Damen und der Herr mit „Fotzen“-Sprechchören verabschiedet. Mindestens genauso sehenswert wie der Auftritt der cheerleader war das, was in den Fanblöcken abging. Dynamo zeigte zum Intro ein Schachbrettmuster in den Vereinsfarben. In der Mitte des Blocks war eine Blockfahne angebracht, auf der das Wappen der SG Dynamo zu sehen war.

        Auf der anderen Seite wünschte die Kieler Ultra-Gruppe New Connection allen Kasselern und Kielern frohe Weihnachten, da die Gruppe eine Fanfreundschaft mit Kassel pflegt. Bei ihrer Choreografie wurden drei Weihnachtselemente gezeigt: ein Weihnachtsbaum, ein Kaminofen mit KSV-Socken sowie ein weiterer Weihnachtsbaum in der Mitte des Blocks. Aus dem Kaminofen brannten mehrere Fackeln, und auch neben den genannten Basteleien funkelte, blinkte und qualmte es lichterloh.

        Das Spielgeschehen war von Beginn an zweitrangig, da das Drumherum deutlich interessanter war. Dynamo sang mehrere Gassenhauer, wie zum Beispiel: “Von Dresden bis zum Kosovo, immer wieder Dynamo“. Beeindruckend, wie es die Fans aus Dresden immer wieder schaffen, ein geschlossenes Bild abzugeben. Nahezu jeder – inklusive der Spieler beim Aufwärmen – trug einen Schlauchschal, der für einen Zehner als Mottoartikel verkauft wurde. Zudem folgte fast jeder dem Aufruf: „Alle in Bomberjacke“. Die Mitmachquote beim Support dürfte im hohen Neunzigerbereich gelegen haben. Besonders laut wurde es, als Vermeij die Gäste in Führung brachte. Auch wenn es mit einem 1:1 in die Kabinen ging, waren alle Dresdner im Block bereit für die zweiten 45 Minuten. Knapp fünf Minuten nach Wiederanpfiff brannten bereits vereinzelte Lichter im Gästeblock. Schließlich sauste eine Rakete in die Luft – doch noch bevor diese explodierte, explodierte das Stadion. Kiel traf zum 2:1, und Millisekunden später brannte der Dynamo-Block. Neben Raketen wurden auch gelbe Farbfontänen in die Luft geschossen. Es rauchte gelb und blinkte hell – ein absolut eindrucksvolles Bild.
        Auch als der gesamte Block der SG Dynamo „Walzer tanzte“, zeigte sich die geballte Qualität der Dynamo-Anhänger: Champions League! Lichtjahre davon entfernt ist allerdings die Mannschaft der Gäste. Dresden überwintert nach drei Niederlagen in Folge auf dem letzten Tabellenplatz. Wie von einem Aufsteiger erwartet, wird es sehr schwer, die Liga zu halten. Der Absteiger aus Kiel hingegen verschaffte sich etwas Luft von den unteren Rängen und konnte entspannter in die Festtage gehen.

        Einen großen Weihnachtswunsch äußerte noch der Holstein-Fan (hr): Er hoffe, dass Kollege (tp) sich eine Rückrunden-Dauerkarte holt, da er aus 13 KSV-Spielen nur eine Niederlage der Kieler miterlebte. Ich persönlich hoffe, dass (tp) in Zukunft mehr dem HSV Glück bringt und man in der kommenden Saison nicht auf Holstein Kiel treffen wird.

        Der Schwechheimer Landbote wünscht allen frohe Weihnachten! (fj)

        FC Schalke 04 – 1. FC Nürnberg – 1:0

        FC Schalke 04 – 1. FC Nürnberg – 1:0

        „62.278 FREUNDE AUF DEM BERGER FELD”

        14.12.25

        2. Bundesliga
        Veltins Arena
        Zuschauer: 62.278

        GELSENKIRCHEN – Erst neulich berichtete Kollege tp begeistert vom Nebenplatz des Südstadions Haidekamp. Wenn man schon bei Nebenplätzen ins Schwärmen gerät, kann es sich fast nur um Gelsenkirchen handeln. Die “Stadt der 1000 Feuer” ist ein Paradies für alle Groundhopper, die auf der Suche nach morbidem Charme alter Sportanlagen sind. Auch mich zog es am vergangenen Sonntag in den Pott, allerdings war der Tag (mal wieder) anders geplant.

        Eigentlich standen Sparta Rotterdam und AZ in den Niederlanden auf der Agenda, aber das Spiel von Alkmaar wurde verlegt. Ein vernünftiger Doppler ließ sich nicht mehr finden und so steuerte ich das Ruhrgebiet an. Kurzfristig organisierte mir Hopperkollege fw eine Karte für das “Freundschaftsspiel” zwischen Schalke und Nürnberg, danke nochmal! Vorher trafen wir uns an der Plutostraße, wo bei Kaffee die Partie verquatscht wurde. Selbstredend ist die dortige Sportanlage Tossehof mit Ascheplatz und Stufenausbau empfehlenswert.

        Mit Abpfiff musste ich mich sputen, konnte aber mein Auto rechtzeitig im Stadtteil Beckhausen abstellen und lief den Rest durch das Naturschutzgebiet zur Arena auf dem Berger Feld. Nach dem Spiel kommt man von dort auch deutlich besser weg als von der östlichen Seite. Wie erwartet meldete Schalke ausverkauft und mit einem Sieg gegen die Clubberer winkte die Herbstmeisterschaft.

        Auf den Rängen erwartete ich nicht unbedingt eine Riesenvorstellung, denn die Nordkurve hatte erst im Heimspiel zuvor eine fette Choreo zum 150. Stadtgeburtstag abgeliefert. Doch die Schalker belehrten mich eines Besseren: gekleidet in blauen und weißen Ponchos formte die Tribüne das Vereinswappen. Zum Einlaufen der Mannschaften hielten die Fans schwarze und rote Folien hoch und zeigten das Wappen der Nürnberger Freunde. Das Ganze lief dann ein paar Mal im Wechsel. Absolut synchron und eine starke Präsentation, Hut ab!

        Die Ponchos blieben die ganze erste Halbzeit an und insbesondere bei den Hüpfeinlagen ergab das ein top Bild, wenngleich akustisch schon mehr hätte gehen können. Im Gästeblock spulten die Glubb-Fans ein solides Programm ab. Das Geschehen auf dem Rasen war dürftig, aber wen der 62.728 Freunde juckt das an so einem Tag?

        Schalke gewann letztlich 1:0 und ich gönnte mir im Anschluss noch den obligatorischen Taxiteller. Mit etwas Wehmut fuhr ich zurück nach Schwechheim, denn in der “Active City” erwarten mich die zumeist trostlosen Plastikwiesen ohne Seele. Doch Gelsenkirchen sieht mich im neuen Jahr bestimmt wieder, denn die To-Do-Liste an urigen Sportplätzen ist noch lang. (hr)

        Hamburger SV – SSV Ulm 1846 – 6:1

        Hamburger SV – SSV Ulm 1846 – 6:1

        „IM HERZEN DER MILLIONENSTADT“

        10.05.2025

        2. Bundesliga
        Volksparkstadion
        Zuschauer: 57.000

          HAMBURG – Der HSV ist wieder da! Einen Spielbericht zu diesem 33. Spieltag könnte man sich beinahe sparen, dieser furiose HSV-Sieg ist sicher an niemandem spurlos vorbeigegangen. Nach 7 passiven Minuten und dem folgerichtigen Tor für Ulm, sollte sich der Spieß schnell umdrehen. Die „Spatzen“ reisten ja auch nicht grundlos als Tabellensiebzehnter in die Hansestadt. Knackpunkt jedoch erst der gehaltene Elfmeter nach rund 35 Minuten. Ein Aufschrei ging durch das Rund – und das ist noch fast untertrieben. Mit den beiden Toren kurz vor der Pause war der Aufstieg praktisch eingetütet.

          Aber fangen wir von vorne an. Bereits 2023 hätte die Redaktion gerne von einem Aufstieg aus dem Volksparkstadion berichtet. Im Vorfeld eine Karte für das Spiel gegen die SpVgg Fürth zu organisieren, war vor 2 Jahren kein Problem. Dann stand bereits vor dem letzten Spiel fest, der HSV läuft auf dem Relegationsplatz ein. Die Stimmung damals? Na, lassen wir das. Diesmal war sowohl die Euphorie als auch die Karten-Nachfrage wesentlich größer. Als klar war wer auf HSV-Seite alles noch nach Tickets für das Spiel sucht, wurden die Ambitionen auf Heimwege an Karten für diesen 33. Spieltag zu kommen rasch verworfen. Auch wenn diese Zeilen freundschaftlich-grün-weiß gegenüber dem HSV gefärbt sind – bei der Ticketvergabe für so ein Spiel sollten soweit nur Schwarz-Weiß-Blaue an der virtuellen Kassenschlange stehen.

          Da in diesem Land unverständlicherweise bei der Berichterstattung über solche Ereignisse Medien mit vier Buchstaben im Titel bevorzugt werden, gab es nur eine Möglichkeit regulär das Volksparkstadion zu betreten. Und die hieß: Ulm. Eine zaghafte Anfrage wurde über die sozialen Medien in die weite Welt des Internets verschickt und tatsächlich meldete sich ein Ulmer. Alles nicht so, naja, vertrauenswürdig. Aber selbst bei einem möglichen Scam kann man schon mal 39€ riskieren, wenn so ein Spiel ins Haus steht.

          Und nach dem Spiel in Darmstadt war klar: Es steht so ein Spiel ins Haus! Da weiter jeder eingefleischte HSVer auch Tickets für seine Oma und seinen Opa suchte, schien der Weg über Ulm und um Ulm herum der beste gewesen zu sein. Und schließlich blätterte man das Kalenderblatt auf Samstag um. In der S-Bahn zwei Stunden vor dem Anpfiff erstaunlich wenig Menschen und auch der Weg in Eidelstedt an den Ballerbuden vorbei, glich fast einer Flaniermeile. Ganz klar, der Mob war schon lange im Stadion. Und als der Scanner am Gästeblock grün blinkte, wusste man: Das kann nur gut werden!

          Aber Pustekuchen. Nach einer Choreo auf der Nordtribüne und überbordender Stimmung bereits weit vor dem Anpfiff, kommen die Ulmer ihrem Selbsterhaltungstrieb nach und schießen in einer kurzen Drangphase das frühe 0:1. Für Ulm zählt nur ein Sieg für den Klassenerhalt. Was für eine Konstellation! Zu dem Zeitpunkt war man schon längst aus dem Gästeblock ausgebüchst. Im Oberrang gibt es keine Zäune und die Ordnerkette war mit „porös“ noch schmeichelhaft umschrieben. Obwohl sich der HSV stabilisiert und postwendend zum Ausgleich trifft, bleiben auch die Gäste im Spiel und als nach 35 Minuten ein Pfiff zu einem Elfmeter für die Ulmer führt, stockt jedem im Stadion der Atem. Der anschließende Jubel im weiten Rund wird am Ende des Tages von allen Jubelarien am intensivsten im Gedächtnis bleiben. Der Elfer wurde bekanntlich gehalten und zur Pause steht es bereits 3:1.

          Spätestens mit einem ganz bitteren Eigentor von Philipp Strompf ist der Ausgang der Partie besiegelt. Das große Ulmer Engagment war umsonst, der Unterschied zwischen den beiden Teams definitiv in vorderster Front auszumachen. Während Ulm den Elfmeter vergeigte, nutzte der HSV all seine Chancen. Zunächst aus der Spannung heraus und im zweiten Abschnitt den Triumph vor Augen, vibriert das Stadion 90 Minuten lang. Trotz Roland Kaiser nebenan in der „Color-Line-Arena“ und dem allseits beliebten Hafengeburtstag in der Stadt – das Herz der Millionenstadt schlägt im Volksparkstadion. Und es schlägt hoch: Über die Mitmachquote an diesem Abend müssen wir nicht sprechen, erwähnenswert aber auch eine „Stehquote“, die ebenfalls an die 100% herankommt und Grundlage eines jeden unvergesslichen Fußballspiels ist.

          Mit dem Abpfiff weiß man dann zunächst gar nicht wie einem geschieht. Zu schnell geht alles und ein Platzsturm von ganz besonderer Güte erfasst die Arena. Dass später bis zu 20 Schwerverletzte beklagt werden, ist ein bisschen zu ahnen. Aber was willste machen, wenn 7 verfickt-lange Jahre in der Zweiten Liga für so einen großen Verein enden? Bevor es zu den weiteren Feierlichkeiten geht, möchte man auch die Ulmer nicht vergessen. Daher gibt es um Minute 80 herum eine Durchsage vom Stadionsprecher, der den „Spatzen“ Respekt und Anerkennung ausspricht, was zur Folge hat, dass das ganze Stadion applaudiert. Das haben sich die tapferen Gäste verdient. Einer von vielen Gänsehautmomenten an diesem Abend.

          Wer sich über die doch relativ hohen Werbebanden auf den Rasen begibt, wird die Szenen, die sich dort abspielen, so schnell nicht vergessen. Sogar das Tor wird auseinandergebaut und als Aufstiegssouvenir mitgenommen. Es herrscht eine Art positive Anarchie vor Ort, weshalb sich der Freund und Helfer auch schnell aus dem Geschehen zurückzieht. Ein Abend voller Höhepunkte, der nicht zu Ende gehen will. Selbst als man das Stadion verlässt und den Weg über die VIP-Logen anpeilt, stehen die Türen offen und schließlich findet man sich in einem Spalier wieder, durch den die Aufstiegsspieler laufen. Von dort ist es nicht mehr weit zu Tim Mälzers Kreationen für die Erstliga-Menschen in unserer Gesellschaft.

          Der Abend wurde wirklich immer besser, nicht nur der HSV legte einen sagenhaften Aufstieg auf’s Parkett, die persönliche Bilanz fiel mit dem Durchmarsch aus dem Gästeblock in die VIP-Zone ebenfalls mehr als satt und zufrieden aus. (mm)

          FC Utrecht – SC Heerenveen – 2:0

          FC Utrecht – SC Heerenveen – 2:0

          „KIDS DAY BEIM FC UTRECHT”

          30.03.2025
          Stadion Galgenwaard
          Eredivisie
          Zuschauer: 22.366

          UTRECHT – Das Wochenende in den Niederlanden sollte in Utrecht zu Ende gehen. Das Stadion Galgenwaard stand schon lange auf meiner Liste, da es sich von den klassischen Baukasten abhebt und durch seine Architektur überzeugt.

          Circa Eine Stunde vor dem Spiel war man am Stadion angekommen. Für 3€ tauschte ich meine mobile Karte gegen ein Hardticket, ehe es in das moderne Stadion ging.

          Hier wurde für heute der Kids-Day angekündigt. Kinder aus einem Krankenhaus durften heute eine besondere Verantwortung übernehmen. Die Namen der Utrecht- Spieler wurden von Kindern aufgeschrieben und auf die Trikots gedruckt, Kinder porträtierten die Spieler für die Videoleinwand und auch das Stadion-Mikro wurde von einem Kind verwendet.

          Und auch das Intro zum Einlaufen der Mannschaften war besonders: Es gab reichlich Luftschlangen und Pyro auf dem Platz zu bestaunen. Der Anpfiff verzögerte sich dann aber noch etwas, da die Luftschlangen noch entfernt werden mussten, wobei auch während des Spiels das Feld noch nicht komplett von den Luftschlangen befreit war.

          Dann konnte es aber losgehen und die Mannschaft rund um Ex-Bundesliga Star Sebastian Haller war bereit. Als Tabellen Dritter konnte man mit breiter Brust in das Spiel gegen den zehnten aus Heerenveen Gehen. Und Nach 22 Minuten fiel das 1:0 durch Rodriguez. Das Spiel ansonsten eher unspektakulär. Das zweite und letzte Tor fiel nach 58 Minuten, da der Unglücksrabe: Hopland den Ball in das eigene Tor köpfte.

          Atmosphärisch konnte vor allem der kleine mitgereiste Gästeanhang überzeugen.
          Aber auch Utrech hat eine kleine Gruppe.
          Lautsprecherboxen wurden auch Außerhalb der Kurve aufgestellt, damit die Ansagen vom Capo auch im ganzen Stadion zu hören sind. Einen großen Effekt hatte das aber nicht. Supportet wurde über weite Strecken lediglich im Stimmungsblock. Nach dem Spiel wurde noch schnell Essen aus dem Automaten geholt und schon ging es wieder zurück in das wunderschöne Schwechheim (fj)

          1.FC Nürnberg – SpVgg Fürth – 3:0

          1.FC Nürnberg – SpVgg Fürth – 3:0

          „LEGENDÄRE CHOREO BEIM 274. FRANKENDERBY”

          16.03.2025
          Max Morlock Stadion
          2.Bundesliga
          Zuschauer: 47.300

          NÜRNBERG – Nach einem Wochenende in Tschechien holte mich der Wecker bereits um 04:00 Uhr morgens aus dem Bett. Die erste Herausforderung war bereits das Verlassen vom Hotelgrundstück, da die Hotelpforte um diese Zeit noch geschlossen war und keiner der drei Schlüssel dazu in der Lage war, das Tor zu öffnen. Dass die Check-out-Zeit ab 06:00 Uhr morgens angegeben war, wurde freundlich ignoriert und so musste ich mein Talent fürs Klettern unter Beweis stellen.
          Nachdem der Schlüssel im Briefkasten abgegeben wurde, machte ich mich auf die Socken zum Flixbus. Dieser beförderte mich zunächst nach Prag, wo die letzten Kronen in Kofola investiert wurden. Anschließend sollte es mit dem nächsten Bus nach Nürnberg gehen. Doch auf dem Weg wartete an der Grenze zwischen Tschechien und Deutschland die Bundespolizei. Ganz besonders intelligent waren dabei zwei junge Männer, die zum Feiern in Prag waren und dabei Drogen im Gepäck hatten. Dank dieser wunderbaren Idee musste der Bus über 30 Minuten warten, was mich im Bezug zu der frühen Anstoßzeit um 13:30 Uhr etwas nervös werden ließ.

          Letztendlich war der Bus um 12:00 Uhr am Nürnberger HBF und mit einem Scooter konnte das Max-Morlock-Stadion eine Stunde vor Anpfiff erreicht werden. Beim heutigen Aufeinandertreffen handelte es sich um nichts Geringeres als die 274. Ausgabe des Frankenderbys. Und nachdem der „Club“ das Hinspiel mit 0:4 für sich entscheiden konnte, war das Kleeblatt motiviert, sich zu revanchieren. Dafür reisten über 4.000 Fürther in das benachbarte Nürnberg und zeigten als DERBYSIEG-Choreo ein gegen den 1.FCN gewonnenes Tauziehen mit dem Spruch: “MIT VEREINTEN KRÄFTEN DIE DREI PUNKTE AUF UNSERE SEITE ZIEHEN”

          Auch die Nürnberger waren heiß auf dieses Derby. Bereits beim Abschlusstraining kamen zahlreiche Clubberer, um sich auf das Spiel einzustimmen. Dazu wurde auch die ein oder andere Fackel angerissen. Leider schien dann aber der Pyrovorrat aufgebraucht gewesen zu sein, da beim heutigen Aufeinandertreffen nicht eine Fackel gezündet wurde. Entschädigt wurde man allerdings mit einer Weltklasse-Choreo, die es auf der gesamten Nordkurve zu sehen gab. Dabei trugen die Fans rote und weiße Ponchos über die gesamte erste Halbzeit. Während im Oberrang der Schriftzug: “DIE LEGENDE” zu lesen war, konnte man im Unterrang folgendes auf einem Spruchband lesen: “DEIN NAME GEREIFT, DURCH RUHMREICHE ZEIT – DEINE GESCHICHTE WÄHRT FÜR DIE EWIGKEIT.” Außerdem waren links und rechts außen die Nürnberger Wappen zu sehen. Vor dem Spiel bekam ein Mitglied der Ultras Nürnberg das Stadion-Mikrofon und gab die Choreo-Anweisungen. In Begleitung von Trommelschlägen wurden die Buchstaben FCN gerufen. Abwechselnd sollten Choreo-Elemente hoch und runter gehalten werden. Wurden die Elemente hochgehalten war: “FÜR IMMER” zu lesen. Wurden sie wieder heruntergenommen war: “DIE LEGENDE” zu lesen. Auch der Unterrang veränderte sich von weiß zu rot.

          Legendenstatus haben dürfte nun auch der Spieler Justvan, der in diesem Derby zwei Tore erzielen konnte. Sein erstes gelang ihm bereits nach vier Minuten, das zweite schoss er in der 39. Minute. Entschieden wurde das Derby noch vor dem Seitenwechsel. In der Nachspielzeit war es Tzimas der das 3:0 erzielte. Das Halbzeitergebnis war zugleich der Endstand.

          Wärend die Fans in der Nordkurve mit einem Spruchband: “DIE NUMMER 1 IN FRANKEN” den Derbysieg feierten, waren die Kleeblatt-Fans bedient und schickten die Mannschaft wieder weg, als sie sich bei den Fans bedankten. Für die Fürther Fans war es nun die zweite Derbypleite nacheinander. Mal sehen an wen das 275.Frankenderby gehen wird. (fj)

          Glossop North End AFC – West Didsbury & Chorlton AFC – 0:2

          Glossop North End AFC – West Didsbury & Chorlton AFC – 0:2

          „DEM KARNEVAL ENTFLOHEN UND EIN FASCHINGSFEST BEKOMMEN”

          01.03.2025
          The Asgard Engineering Stadium
          North West Counties League
          Zuschauer: 830

          GLOSSOP – Über Nacht ging es nach Köln, wo bereits verkleidete Wesen einen in der Stadt willkommen geheißen haben. Das Ziel war aber nicht der Kölner Karneval, sondern der Flughafen Köln-Bonn. Wenige Stunden später hob die Rainer Boeing bereits nach Manchester ab.

          Denn an diesem Wochenende wurde wieder zum Groundhop 2025 aufgerufen, welches einmal im Jahr auf der Insel stattfindet. Alleine am heutigen Samstag hätte man vier Stadien abhaken können.
          Ich entschied mich allerdings für ein anderes Programm, da ich weiter sehr zielstrebig an dem 92er Projekt arbeite. Somit besuchte ich um 12:30 Uhr den Kick bei Salford gegen Bradford und danach die Groundperle von Oldham im Spiel gegen Barnet.

          Nachdem das zweite Spiel abgepfiffen wurde, ging es mit zwei Linienbussen und einer kurzen Bahnfahrt weiter bis nach Glossop, wo das letzte Spiel des heutigen Tages stattfinden sollte.

          Bereits letztes Jahr besuchte ich das Groundhop-Event bei Longridge Town, was bei mir so einen starken Eindruck hinterlassen hatte, dass ich dieses Jahr wiederkommen wollte. Den Bericht findet ihr ebenfalls beim Schwechheimer Landboten.

          Und wie damals tanzte auch heute wieder ein voll besetzter Reisebus am Non-League-Ground an. Insgesamt 830 Personen wollten sich das Spektakel zwischen Glossop North End FC und dem Gast aus Didsbury nicht entgehen lassen.
          Insgesamt 234 Personen checkten sich in der futbology app ein. Die Personen kamen größtenteils aus UK, aber auch aus anderen europäischen Ländern.

          Und auch dieses Jahr beeindruckte mich das Event und insbesondere das Stadion.
          Mehrere Tribünen, ein Souvenirshop, das Clubhaus und die Memorial Wand vom Verein. An quasi jeder Ecke vom Ground sind wieder schöne Bilder entstanden. Ein Besuch lohnt sich hier definitiv, denn hier ist Fußball noch Fußball und nicht das große Business.

          Nachdem das Spiel mit einem Spielstand von 0:2 abgepfiffen wurde, strömten die Massen aus dem Stadion raus und fuhren wieder in alle Richtungen. Mal sehen, wen man nächstes Jahr wieder sieht. (fj)

          Hamburger SV – 1. FC Kaiserslautern – 3:0

          Hamburger SV – 1. FC Kaiserslautern – 3:0

          “TRADITIONSDUELL IM VOLKSPARKSTADION”

          21.02.2025

          2. Bundesliga
          Volksparkstadion
          Zuschauer: 57.000

            HAMBURG – Freitagabend, Flutlicht und zwei gut aufgelegte Fanszenen. Fußballherz, was willst du mehr? Das Duell zwischen den Clubs sorgt bei mir schon weit im Voraus für Vorfreude. Die Terminierungen am Freitagabend stimmte mich persönlich besonders glücklich, da es mit meinen weiteren Reiseplänen perfekt passte. Dennoch müssen wir diese Terminierungen kritisieren, wieso wird nicht am Sonnabend oder Sonntag gespielt. In der zweiten Bundesliga spielt zeitgleich Nürnberg bei der Hertha. Beides ewig weite Anreisen für zwei Fanlager, die oft mit einer hohen Anzahl an Gästen kommen. Aber wer interessiert sich aus der höheren Etage für Auswärtsfahrer?

            Das Hinspiel in Kaiserslautern ging mit einem späten Ausgleich der Hamburger mit 2:2 zu Ende. Damals ein ausgeglichenes Spiel auf dem traditionellen Betzenberg. Die Vorzeichen des Spiels waren faszinierend, ich würde wetten, kaum jemand hätte gedacht, dass dieses Spiel im Februar ein Spitzenspiel zwischen dem Tabellenzweiten und Tabellendritten wird. Ob ich damit jetzt das Heimteam meine oder das Auswärtsteam, ist den Lesern überlassen.

            Fakt ist, beide Mannschaften spielen aktuell einen sehr guten und effektiven Fußball. Der HSV ist weiterhin unter Trainer Polzin ungeschlagen, eine derartige Serie beim HSV ist auch sehr ungewöhnlich. Stehen die Zeichen dieses Jahr wirklich auf Aufstieg in die erste Liga? Der Frühling wird kommen, es bleibt spannend, ob der HSV diesen Trend fortsetzt.

            Der Gästeblock ist heute ausverkauft, ob sich viele Gäste wirklich die Tagestour Hamburg gönnen oder ein schönes Wochenende in Hamburg machen. Beides definitiv die richtige Entscheidung, ein beliebtes Reiseziel für Auswärtsfans. Respekt an jeden Fan, der die Tour auf sich nimmt. Deutschland ist eben einfach ein geiles Fußballland und die Fans aus Kaiserslautern bekannt für ihre bedingungslose Unterstützung. Ich erinnere mich an das Pokalfinale im Mai 2024, mein erstes Pokalfinale und bestaunen durfte ich einen phänomenalen Auftritt der Fans aus Kaiserslautern. Weiterhin viel Glück für die Saison!

            Zum Start der Partie wurde das Motto vorgegeben: “DIE MISSION GEHT WEITER, DAS ZIEL IST KLAR”. Punkt genau den Nagel auf dem Kopf getroffen. Das wunderschöne Stilmittel der Fackeln und Blinker wurde eingesetzt und die Partie konnte starten.

            Der HSV dominierte das Spiel, erspielte sich zahlreiche Chancen, Ecken und eine Menge Ballbesitz. Der Neuzugang Adedire Mebude mit einem sehr soliden Auftritt, macht definitiv Hoffnung auf mehr. Den gerechten Applaus gab es zur Auswechslung. Der Stürmer Davie Selke machte erneut 2 Tore, seinen Saisontreffer 15 und 16. Den Deckel machte heute Fabio Baldé drauf, ein schönes Tor für den Spieler vom HSV.

            Nach dem Spiel sollte es schnell ins eigene Bett gehen, entgegen den meisten Zuschauern nach einem Freitagabend Kick im Volksparkstadion. Statt Kiez, Party und Vollsuff ging es ins eigene Bett. Disziplin! Am Samstagmorgen stand der Flug Hamburg-Belgrad an. Das zweite Belgrad-Derby für mich und die erste Tour für den Schwechheimer Landbote mit vier aktiven Berichte Schreiberlingen. Das Leben ist schön! (tp)

            1.FC Magdeburg – 1.FC Köln – 3:0

            1.FC Magdeburg – 1.FC Köln – 3:0

            „HISTORISCHER SIEG IN EINER HISTORISCHEN SAISON?“

            14.02.2025

            2. Bundesliga
            Heinz-Krügel-Stadion
            Zuschauer: 27.055

              MAGDEBURG – Generalabsagen haben auch was Gutes. Als am Vorabend absehbar war, dass der Berliner Verband allen Spielen am Wochenende einen Riegel vorschieben wird, beschäftigte man sich mit Alternativen. Für das Zweitliga-Topspiel in Magdeburg gab es noch vereinzelt Karten in der Wiederverkaufsbörse und am Plan B gab es schnell keine Zweifel mehr. Block U statt Kunstrasenplatz an der Schildhornstraße, Magdeburg statt Polar Pinguin. Am Knotenpunkt Wittenberge bestieg man einfach die Bahn Richtung Sachsen-Anhalt und fuhr nicht in die Hauptstadt weiter – schon war das Ding geritzt.

              Vom Hauptbahnhof wählte man bei eisigen Temperaturen den Fußweg zum Heinz-Krügel-Stadion und am Spielort angekommen, fing es sogar leicht an zu schneien. Beim ersten Blick auf Block U fiel sofort eine vorbereitete Choreo auf und gespannt wurden die wenigen Minuten bis zum Anpfiff abgewartet. Tatsächlich zog die Kurve zwei riesige Blockfahnen mit der Aufschrift „Original Clubfan“ und „Original Ultra“ hoch, untermalt mit Blinkern und Rauchtöpfen. Hinzu gesellte sich der bekannte, aber stimmgewaltige Support, der auch einige Male das ganze Stadion mitnehmen konnte. Von Köln? Nix.

              Es sollte der Abend der Magdeburger werden. Nach kurzen Drangphasen erwiesen sich die Gäste auf dem Rasen zwar als seriösere Mannschaft, doch bis auf einen Pfostentreffer kurz vor der Pause musste man ein brotloses Fazit hinter den Bemühungen der Kölner setzen. Nach dem Seitenwechsel erneut viel Tifo im Block U. Der erste Heimsieg der Saison war fällig. Doch das Spiel pendelte sich auf ein 0:0 ein. Der FCM mit viel zu wenig Wucht nach vorn, die Geißbockelf zwar spielbestimmend, aber nun kam man gar nicht mehr vor das Tor.

              Es sollte eine Standard-Situation sein, die Block U eskalieren ließ. Ausgerechnet Abwehrspieler Daniel Heber, der am Spieltag zuvor noch erheblichen Anteil an der bitteren 3:4-Heimniederlage gegen Nürnberg hatte, traf per Kopf nach einem Freistoß. Kurze Zeit später dann endlich mal ein Konter wie aus dem Lehrbuch und die Vorentscheidung. Teile des Publikums konnte es gar nicht glauben. Als Köln nochmal alles nach vorne warf, fiel per anspruchsvoller Direkt-Abnahme sogar noch der dritte Treffer. Nach dem Spiel sah man hinter der Gegentribüne Leuchtspur und Feuerwerk, was man zunächst als Siegesfeier einordnete, stellte sich als handfeste Auseinandersetzung zwischen den Fanszenen heraus. Ersten Quellen zufolge, soll dies den Triumph der Gastgeber aber nicht geschmälert haben…

              Unglaublich: Der erste Magdeburger Heimsieg der Saison, spät im Februar und das gegen den aktuellen Tabellenführer, dazu der Sprung auf den Relegationsplatz. Ganz viel Liebe am Valentinstag in die Elbstadt – vielleicht wird es am Ende ja wirklich noch eine historische Saison. (mm)

              Hertha BSC – Hamburger SV – 2:3

              Hertha BSC – Hamburger SV – 2:3

              “DOPPLER AN DER SPREE – TEIL 2”

              25.01.2025

              2. Bundesliga
              Olympiastadion Berlin
              Zuschauer: 71.500

                BERLIN – Im vorherigen Bericht wurde dieses Highlight angeteasert. Endlich mal wieder ins Olympiastadion, ich mag dieses Stadion sehr. Die Weitläufigkeit, das offene Marathontor, die für mich meist positive An- und Abreise Situation und meine persönlichen Highlights hier. Es ist einfach eines meiner Lieblings-Stadien in Deutschland. Im Mai letzten Jahres bei meinem ersten eigenen Pokalfinale habe ich spätestens dieses Stadion lieben gelernt. Erfahrungen, die man so schnell nicht vergisst. Der FCK auswärts im Pokalfinale mit einem besonderen Auftritt, wer hätte die sportliche Lage damals als so spannend eingeschätzt?

                In dem am Abend kalten Berlin reisen etwa 20.000 Gäste aus Hamburg an, einfach nur stark in was für einen Zahlenbereich jedes Wochenende Fans von unterschiedlichen Vereinen in Deutschland unterwegs sind. Die Hamburger vor dem Spiel als Tabellenerster und die Herthaner auf dem 12. Tabellenplatz. Das verrückte, die beiden Teams trennten gerade einmal 6 Punkte. In den letzten Wochen wollte sich kein Team so richtig oben festsetzen.

                Die Berliner Ostkurve erinnerte an den verstorbenen Präsidenten Kay Bernstein mit einer Choreo. Der Todestag jährte sich wenige Tage vor dem Spiel zum ersten Mal. Ein absoluter Gänsehaut-Moment, höchsten Respekt vor diesem Menschen und seinen Lebensweg. Ruhe weiter in Frieden. Die Mannschaft lief zu Ehren von Kay Bernstein in Sondertrikots auf.

                Das Spiel startete mit Angriffen der Berliner auf das Tor der Gäste. Die Hamburger überstanden die Anfangsphase und ausgerechnet Davie Selke erzielte seinen elften Treffer in der laufenden Saison gegen die Alte Dame. Nach der Pause musste der Stürmer verletzt ausgewechselt werden, gute Besserung auch von uns an dieser Stelle. Ersetzt wurde Selke von Königsdörffer. Mit seinem zweiten Ballkontakt erzielte der frische Stürmer per Traumtor das 0:2 für die Gäste.

                Der Schreck des Hamburger Anhangs Fabian Reese kam in der 65’ Minute ins Spiel. Es ist verrückt, wir sehr ein Spieler das Geschehen auf dem Platz ändern kann. Von nun an war es ein komplett anderer Auftritt und Hertha fand schnell in das Spiel zurück. Durch Treffer von Cuisance und Winkler stand es 2:2. Ein blitzsauberer Konter der Rothosen fand den goldenen Schuss und markierte das 2:3 durch Emir Sahiti. Ekstase im Gästeblock und im angrenzenden Bereich. Ein geiles Fußballspiel in der zweiten Halbzeit. Dank zahlreicher Glanztaten von Daniel Heuer Fernandes verteidigte der HSV die Tabellenspitze. Der HSV bleibt unter dem neuen Trainer weiter ungeschlagen und darf vom Aufstieg träumen.

                Nach dem Spiel ging es für mich zum Fernbahnhof “Zoologischer Garten”, der Döner zur Stärkung und mit einem Bier aus Berlin stieg ich in den ICE über Nacht Richtung Nordrhein-Westfalen. Abfahrt 00:22 Uhr und Ankunft gegen 06:00 Uhr. Ein absoluter Traum und ein wenig Aufwand. Der Sonntag stand im Zeichen eines absolut schönen Stadions. Das Ischelandstadion in Hagen wird aktuell von Türkspor Dortmund genutzt. Jeder Kilometer hat sich gelohnt. Der Abschluss eines absolut geilem Wochenende! Deutschland ist einfach ein verdammtes Brett. (tp)

                Hannover 96 – Hertha BSC – 0:0

                Hannover 96 – Hertha BSC – 0:0

                “PAPIERTICKETS ERHALTEN – TRADITION BEWAHREN”

                22.12.2024
                Niedersachsenstadion
                2.Bundesliga
                Zuschauer: 49.000

                HANNOVER – „Frohe Weihnachten allen 96 Fans“ lautete die Botschaft der Heimfans im Unterrang und auch wir wünschen allen Lesern des Schwechheimer Landboten schöne Feiertage.

                Allerdings sorgten die Akteure auf dem Rasen dafür, dass der Heiligabend sowohl bei den Hannoveranern als auch den Herthanern nicht mit bester Laune genossen werden kann. Zwar war das Spiel durchaus von Spannung geprägt, aber Tore gab es weder auf der einen noch auf der anderen Seite. Dafür aber je eine gelb-rote Karte: eine für Kunze in der 57. Minute und eine für Dardai kurz vor Schluss.

                Aber der Reihe nach: natürlich wurde auch in Hannover den Opfern des Anschlags von Magdeburg gedacht. Die Gästefans zeigten dazu auch ein Spruchband.

                Kurze Zeit später präsentierten die Herthaner eine kleine, aber nette Poncho-Choreo. Über 12.000 Berliner sind an diesem Tag in die niedersächsische Landeshauptstadt gereist. Zwar musste aufgrund der ungünstigen Platzwahl zunächst über das Motiv der Choreographie gerätselt werden. Nach etwas Recherche war aber zu erkennen, dass es sich um die Hertha-Fahne handelte.

                Stimmungstechnisch lieferten die Jungs von der Spree ordentlich ab und unterstützten ihr Team lautstark. Mein Lieblingsfangesang aus der Gästekurve war: „ich bin wieder hier, in meinem Revier“, das aus Solidarität mit den Stadionverbotlern erklang.

                Vermisst wurden von beiden Fanlagern nicht nur die Stadionverbotler, sondern auch echte Eintrittskarten aus Papier. Ein: “TRADITIONELLE EINTRITTSKARTEN ERHALTEN” zeigten die Hertha Fans und in der Nordkurve war:
                “SCHEISS PRINT@HOME” zu lesen.

                Für mich persönlich ein berechtigtes Anliegen. Eintrittskarten sind doch immer schöne Erinnerungsstücke, die eine Geschichte erzählen. Ich zum Beispiel besitze noch Hardtickets aus der Zeit, als der Hamburger SV in der Bundesliga bei Hannover zu Gast war. Wenn ich die Karten sehe und in der Hand halte, kommen sofort die Erinnerungen der jeweiligen Spiele hoch. Aus diesem Grund fordert auch der Landbote: Traditionelle Eintrittskarten erhalten. (fj)

                Hamburger SV – FC Schalke 04 – 2:2

                Hamburger SV – FC Schalke 04 – 2:2

                “BAUM(GART) FÄLLT – UND VORHER SCHNEE“

                23.11.2024
                2.Bundesliga
                Volksparkstadion
                Zuschauer: 57.000

                HAMBURG – Das Freitagabendspiel in Bergedorf läutete das vermeintlich große Hamburger Sport-Wochenende für die Redaktion ein. Allerdings lief der verheißungsvolle Samstag dann komplett anders als gedacht, aber der Reihe nach.

                Als Vorprogramm für das Abendspiel im Volkspark hatten Teile der Redaktion die Zweitvertretung vom HSV im Stadion Hoheluft sowie Altona 93 in der Adolf-Jäger-Kampfbahn auf dem Zettel. Selbstverständlich Revisits, aber diese zwei Perlen lohnen sich immer wieder. Sicherlich dürften auch einige Gäste aus Gelsenkirchen auf die beiden Spiele geschielt haben.

                Leider fiel über Nacht ein bisschen Schnee in Hamburg und das sorgt traditionell für schrillende Alarmglocken bei Verantwortlichen auf der einen Seite und Zähneklappern bei Fußballfans auf der anderen Seite. Erschwerend kam der Regen der letzten Tage hinzu. Für die Partien auf Rasen flatterte Absage um Absage auf fussball.de rein, die überdies mit verheerenden Software-Problemen an diesem Wochenende zu kämpfen hatten. Für die Kunstrasenplätze verbietet der strenge HFV offiziell das Räumen.

                Die Alternativen schmolzen wie Schnee in der Alpensonne zusammen und es entwickelte sich eine morgendliche Schnitzeljagd durch die Hansestadt. Schlussendlich spekulierten wir auf die Plastikwiese an der Marckmannstraße und hatten Glück: Die Linien und die Strafräume waren freigeräumt, was dem Schiedsrichter reichte. Die Jungs vom ambitionierten HafenCity FC in „skyblue“ (gerne auch das Vereinswappen googeln) setzten sich souverän mit 10:0 durch.

                Im Anschluss nahmen wir den Bus Richtung Heiligengeistfeld. Wie bei „1, 2 oder 3“ hieß es: „Ob du wirklich richtig stehst, siehst du wenn das Licht angeht.“ Und tatsächlich: Das Flutlicht an der Feldstraße leuchtete und die Mannschaften machten sich warm. Zusätzlich herrschte nebenan auf dem Dom Hochbetrieb. Zusammen mit dem Bunker im Hintergrund ist das ein Top-Fotomotiv im Hamburger Amateurbereich.

                Schon etwas durchgefroren stand danach das Traditionsduell im Volkspark an. Eigentlich hatte ich als „Neutraler“ im Vorfeld kein Interesse, ließ mich dann aber doch mitschnacken und bekam noch kurzfristig ein Ticket vermittelt. Irgendwie klappt’s ja immer.

                Der Kern der Nordtribüne sang sich weit vor Anpfiff im Umlauf ein und enterte etwa um 19.40 mit Fackeln die Stehränge. Der Mob war definitiv motiviert und hatte nach gut einer halben Stunde Grund zum Jubeln: Erst erzielte Richter mit einem Freistoß die Führung und nur eine Minute später legte Schallenberg im eigenen Strafraum quer in die Füße von Königsdörffer, der zum 2:0 einschob.

                Bis dahin war es auf dem Platz eine katastrophale Vorstellung von Schalke und die etwa 7.000 Gästefans wurden von ihrer Mannschaft wie so oft in dieser Saison seelisch gequält. Die Stimmung im Gästeblock war trotzdem in Ordnung, wobei sich die „Ultras GE“ für große Szenen unüblich im Unterrang platzierten.

                In der Halbzeit muss es dann wohl eine richtige Ansage gegeben haben. Die Gelsenkirchener kamen deutlich besser aus der Kabine und hatten etwas Glück beim Anschlusstreffer, als Schonlau den Ball mit seinem Schienbein vorlegte. Der HSV baute immer weiter ab und ließ das 2:2 irgendwie einfach auf sich zukommen. Zudem schmorten die einzigen Techniker lange auf der Bank.

                In der Schlussphase hatten beide Teams noch gute Chancen, aber es blieb beim Unentschieden. Es folgte ein Pfeifkonzert und am nächsten Tag der Rauswurf von Trainer Baumgart, was für die Kollegen von der Boulevardpresse natürlich ein gefundenes Fressen war. Wir als Landbote halten uns bei Trainerentlassungen immer hanseatisch zurück und waren stattdessen froh darüber, trotz aller Widrigkeiten noch einen guten Fußballtag erlebt zu haben. (hr)

                Hertha BSC – 1. FC Köln – 0:1

                Hertha BSC – 1. FC Köln – 0:1

                „ROT-WEIßE INVASION“

                02.11.2024
                2.Bundesliga
                Olympiastadion Berlin
                Zuschauer: 68.763

                BERLIN – Der Ausflug begann am Hamburger Hauptbahnhof, wo der gebuchte ICE ausfiel. Daher nahm ich einen früheren Zug der DB in die Hauptstadt. Aufgrund der früheren Ankunft machte ich einen Abstecher in das DDR-Museum, in dem unter anderem das denkwürdige Spiel zwischen der BRD und der DDR bei der WM 1974 thematisiert wurde.

                Nach knapp zwei Stunden setzte ich die Reise nach Köpenick fort. Wie bei fast jedem Besuch in Berlin stand auch diesmal ein Berliner Gemüse-Kebab auf dem Speiseplan. Bei einer Reise nach Berlin ist der Instagram-Account „Döner Guides Berlin“ ein fester Bestandteil meiner Tourenplanung. Bei „Mr. Kebap“ spürt man, dass die alte Försterei nicht weit entfernt ist – die vielen Union-Aufkleber sprechen Bände.

                Statt zu „Eisern Union“ sollte es heute jedoch zu Hertha BSC gehen. Der Abstecher nach Köpenick wurde genutzt, um eine weitere Berliner Groundperle zu entdecken. Der Köpenicker FC, der ebenfalls in Rot spielt, tritt derzeit in der Landesliga Berlin 1 an. Besonders an diesem Stadion sind die wenigen Sitzschalen, der Blick auf das Blockheizkraftwerk und die skurrile Anzeigetafel. Das Lied „Komm mit mir nach Köpenick“ als Einlaufmusik ist Programm. Auch wenn das Spiel am Ende torlos endete, war dieses Vorspiel definitiv lohnenswert.

                Das Tages-Highlight erwartete mich dann in Charlottenburg. Bereits vor dem Spiel wurde angekündigt, dass über 15.000 Köln-Fans den „Effzeh“ begleiten würden. Bei solch beeindruckenden Zahlen bekommt jeder FC-Fan Gänsehaut und denkt an die wunderbare Zeit 2017 zurück, als man das „Arsenal Stadium“ einnahm. Doch heute waren wir nicht in der englischen Hauptstadt, sondern in Berlin, wo zwei prall gefüllte Kurven mit leidenschaftlichen Fans, die ohne Zweifel zu den besten des Landes zählen, aufeinandertrafen. Das wurde auch beim Intro deutlich. Während Frank Zanders „Nur nach Hause“ aus den Lautsprechern dröhnte, legten die Gäste als erstes los. In einem Meer aus rot-weißen Fahnen wurden mehrere Strobos und roter Rauch gezündet. Kaum war der Rauch fast verflogen, ging es erneut los: Rote Fackeln brannten im gesamten Gästebllock.

                Die Hertha-Fans wollten den Kölnern das Stadion jedoch nicht kampflos überlassen. Auch die Anhänger von Hertha setzten Pyroel-Elmente ein und zeigten ein Transparent mit der Botschaft: „WIR LIEBEN HERTHA – DAS KÖNNT IHR UNS NICHT NEHMEN.“

                Bereits vor dem Spiel waren zahlreiche Spruchbanner der Hertha-Fans zu sehen, bei denen die Ultras die Anliegen der Innenministerkonferenz thematisierten.

                Eine weitere Pyro-Show fand im Gästeblock statt, als Lemperle in der 31. Minute das 0:1 erzielte. Auf dem Rasen war das Spiel ansonsten allerdings nicht der Rede wert. Beide Teams agierten sehr zurückhaltend und so war es wenig verwunderlich, dass sich die spektakulären Szenen in den Kurven abspielten. Die Fans haben einmal mehr bewiesen, wie attraktiv die zweite Liga ist und man darf sich noch auf viele weitere Traditionsduelle freuen. (fj)

                SpVgg Greuther Fürth – 1. FC Nürnberg – 0:4

                SpVgg Greuther Fürth – 1. FC Nürnberg – 0:4

                20.10.2024
                2. Bundesliga
                Sportpark Ronhof
                Zuschauer: 16.126

                „273. FRANKENDERBY“

                FÜRTH – Nach den internationalen Festspielen der letzten Wochen war es für mich an der Zeit, wieder etwas bodenständiger unterwegs zu sein. Also ging es am Freitagmittag von Schwechheim mit der Bahn ab nach Bayern zum Derbywochenende. Den Auftakt machte das Aufeinandertreffen von Würzburg und Schweinfurt im Mainfrankenderby, wobei sich die Kickers knapp mit 1:0 durchsetzten. Fast 7.000 Zuschauer sorgten für eine Rekordkulisse und den Auftritt beider Fanlager fand ich mit Blick auf die Spielklasse in Ordnung.

                Ein vielversprechender Start, dem am Samstag mit Regensburg gegen Düsseldorf eine handelsübliche Zweitligapartie folgte. Mit Wehmut dachte ich dabei an den letzten Besuch vor 11 Jahren zurück, damals noch im alten Jahnstadion an der Prüfeninger Straße mit dem legendären Turm. Wie die Zeit doch rast…im Hier und Jetzt kickt der Jahn in einer modernen Arena direkt an der A3. Das Stadion dürfte sicherlich so manche Hochglanzbroschüre zieren, wenn in Amtsstuben zwischen Flensburg und Garmisch über einen Neubau sinniert wird. Auf dem Platz verloren die Oberpfälzer am Ende deutlich mit 0:3 und befinden sich mit nur einem Törchen am Tabellenende.

                Getreu dem Motto „Erst die Pflicht, dann die Kür“ wackelte ich anschließend vom Süden der Stadt noch 40 Minuten zum Trainingszentrum am Kaulbachweg. Dort gewann immerhin die zweite Mannschaft in der Bayernliga Nord deutlich gegen Ammerthal. Übrigens boten beide Städte für mich als Dauerknipser genug Material und vielleicht schafft es bald ein Schnappschuss aufs Postkartenmotiv der Woche.

                Nun aber genug des Vorgeplänkels. Der Sonntag stand ganz im Zeichen des Frankenderbys. Etwa zwei Stunden vor Anstoß traf ich bewaffnet mit zwei Flaschen Grüner in Fürth ein und gönnte mir am Rathaus noch mehr Gerstensaft. Aber nicht zu viel, schließlich sollte dieser Bericht vernünftig aussehen. Zum insgesamt 273. Mal standen sich die Spielvereinigung und der Glubb gegenüber: das meistausgespielte Derby Deutschlands, Greuther steht für Vestenbergsgreuth (und muss weg!), Legende Miro Klose beim FCN…man kennt die Plattitüden der Medienkollegen. Für den Landboten aber ist entscheidend aufm Platz und vor allem auf den Rängen!

                Dort eröffneten die Färdder das Derby mit einer dreiteiligen Choreographie und zogen zunächst eine Blockfahne hoch. In schwarz-weiß gehalten und mit der Mahnung, die eigene Geschichte nicht verblassen zu lassen. Im zweiten Akt lösten die Fans den Stoff teilweise ab, sodass der Schriftzug SpVgg Fürth nun in Grün zu lesen war und forderten auf, die Historie als Auftrag für die Zukunft zu verstehen. Clever gemacht. Das Finale bildete der Vereinsname in großen Buchstaben, dahinter grüne und weiße Fähnchen. Das V blieb lange verdreht, konnte aber schließlich korrekt gezeigt werden. Leider kein Einsatz von Pyrotechnik.

                Auf der anderen Seite starteten die Clubberer mit dem bekannten ANTI FÜ Schriftzug vorne auf einer großen Fahne, dahinter Schals sowie ein Schwenker mit der gleichen Botschaft. Dazu stieg schwarzer und weißer Rauch auf. Im Anschluss Schals gedreht, eine gute Portion roter Rauch und dem Ultrà Lebensstil gehuldigt.

                Danach konnte es auch auf dem Rasen losgehen, wo beide zunächst auf Augenhöhe agierten. Erst nach circa 10 Minuten spielte Nürnberg mehr nach vorne und ging durch ein Traumtor aus 20 Metern in Führung. Die Gastgeber wirkten konsterniert, während der FCN einfach weitermachte und das zweite Tor nachlegte. Selbstverständlich Ekstase im Gästeblock und die Fackeln ploppten. Im Prinzip erstreckte sich der Gästeanhang bis zum Lohner und auch bei mir auf der Gegengerade konnten sich einige den Torjubel nicht verkneifen.

                Das 0:2 zog stimmungsmäßig bereits den Stecker auf Heimseite. Die Mitmachquote schrumpfte auf einen Kern in der Mitte der Nordtribüne zusammen und nur bei den Sympathiebekundungen Richtung FCN kam mehr Lautstärke rüber. Die wiederum in bester Laune: im Minutentakt wurden Fackeln angerissen, manchmal begleitet von Rauchtöpfen und insgesamt gab der Gästeblock mit vielen Doppelhaltern und Fahnen ein farbenfrohes Bild ab.

                Tzimas sorgte dann auch noch mit seinem zweiten Tor schon nach 35 Minuten für die Vorentscheidung. Denn zu fast keinem Zeitpunkt präsentierten sich die Fürther Spieler derbyreif und entwickelten wenig Druck nach vorn. Mit dem 0:4 kurz vor Schluss war die Demütigung perfekt und damit auch der erste Nürnberger Derbysieg in Fürth seit 2017. (hk)

                1.FC Kaiserslautern – Hamburger SV – 2:2

                1.FC Kaiserslautern – Hamburger SV – 2:2

                „SPÄTER AUSGLEICH BEI RAAB-RÜCKKEHR“

                21.09.2024
                2.Bundesliga
                Fritz-Walter-Stadion
                Zuschauer: 49.327

                KAISERSLAUTERN – Fritz Walter, Otto Rehhagel, Andreas Brehme, Horst Eckel auf der einen Seite und Horst Hrubesch, Uwe Seeler, Franz Beckenbauer auf der anderen. Die Liste der Legenden, die einst beim FC Kaiserslautern oder dem Hamburger SV spielten, ist lang und könnte endlos fortgesetzt werden.

                Heute stehen Spieler wie Marlon Ritter, Ragnar Ache und Aaron Opoku den Hamburger Akteuren Robert Glatzel, Sebastian Schonlau und dem ehemaligen FCK-Torwart Matteo Raab gegenüber, der bei jedem Ballkontakt lauthals ausgepfiffen wurde.

                Die Zeiten haben sich gewandelt. Beide Vereine begegnen sich in der zweiten Liga, dennoch bleibt die Größe und Tradition beider Clubs Champions-League-reif.

                Das spürt man bereits, wenn man vom Hauptbahnhof Kaiserslautern den Weg zum Betzenberg einschlägt und am 11-Freunde-Kreisel (offiziell: Löwenburgkreisel) vorbeikommt. Dieser wurde 2004 im Hinblick auf die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland 2006 installiert und soll „11 Freunde“ sowie eine Mannschaft des FCK symbolisieren.

                Eine kulinarische Empfehlung vor dem Anpfiff ist die „Betzebud“, wo man in entspannter Atmosphäre mit anderen heimischen und auswärtigen Fans ins Gespräch kommen kann, eine Weinschorle genießen oder sich mit einem Frikadellenbrötchen stärken kann.

                Diese Stärkung benötigten wir, um die 285 Meter des Betzenbergs zu erklimmen und das traditionsreiche Fritz-Walter-Stadion zu erreichen. Für mich zählt dieses Stadion zu den besten Spielstätten des Landes. Welch denkwürdigen Duelle haben hier stattgefunden!

                Auch heute sollte mit dem traditionsreichen Duell zwischen Kaiserslautern und dem Hamburger SV ein Fußballfest gefeiert werden. Nachdem wir von unseren regulären Plätzen neben dem Gästeblock auf die Haupttribüne gewechselt waren, hatten wir optimalen Überblick, um die Geschehnisse aus beiden Fanlagern zu beobachten. Vor etwa drei Jahren hatte ich das Stadion unter Pandemiebedingungen beim Spiel gegen Waldhof Mannheim vor ein paar tausend Zuschauern besucht. Heute Abend war das Haus ausverkauft, und die Flutlichtstimmung war unvergleichlich. Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Endlich erstrahlte das Stadion im Rahmen, den es verdient hat. Wenn das gesamte Stadion aufsteht, seine Schals hebt und lautstark die Hymne singt – Gänsehaut pur! Wenn die Westkurve dann auch noch in ein rot-weißes Fahnenmeer eintaucht, rote Fackeln gezündet werden und Luftschlangen durch die Luft fliegen, weiß man wieder, warum man die Zweite Liga so liebt. Als zusätzliches Element wurde auch eine Blockfahne gehisst: „Der Betzenberg als Gesamtkunstwerk“ war darauf zu lesen.

                Auch die mitgereisten Fans aus der Hansestadt hatten sich etwas Besonderes einfallen lassen. Während im unteren Block blaue Fahnen geschwenkt wurden, waren im oberen Bereich schwarze Fahnen zu sehen. Zwischen den beiden Blöcken erstrahlte die große Raute des Vereins. Am Rand der Raute wurden mehrere helle Fackeln entzündet. „Der Gigant aus dem Norden“ war als Spruch auf dem Zaun zu lesen.

                Im Spiel waren die Gäste überwiegend überlegen, es mangelte in der ersten Halbzeit jedoch an Ideen und der Entschlossenheit, klare Torchancen herauszuspielen. Den ersten Treffer des Tages erzielte in der 33. Minute der FCK, als Ache nach einem Freistoß den Ball durch die Beine von Raab ins Netz beförderte. Nur fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff war es Tachie, der nach Zuspiel von Opoku nur noch seinen rechten Fuß hinhalten musste und zum 2:0 traf. Lange Zeit sah es so aus, als würden die Lauterer ihren ersten Heimsieg der Saison einfahren. Die Stimmung im Gästeblock war zeitweise unterbrochen aufgrund eines Rettungseinsatzes. Der Schwechheimer Landbote wünscht an dieser Stelle gute Besserung! Direkt nachdem die Stimmung im Gästeblock wieder aufgenommen wurde, meldete sich das Team vom HSV zurück und konnte nach einer Ecke in der 58. Minute durch Glatzel verkürzen. Der HSV zeigte nun mehr Druck nach vorne und vor allem in der Crunch-Time gab es viele Angriffe auf das Tor. In der 90. Minute gelang den Hamburgern tatsächlich noch der Ausgleich. Der eingewechselte Selke traf per Kopf zum hochverdienten 2:2 und erzielte seinen zweiten Saisontreffer.

                Auch nach dem Ausgleich drängte der HSV weiter in Richtung FCK-Tor. Kurz vor dem Abpfiff gab es noch eine strittige Situation im Lauterer Strafraum, als Elvedi mit der Hand am Ball war. Der VAR überprüfte die Situation jedoch nicht mehr, sodass das Spiel mit einem 2:2-Unentschieden endete. Kaiserslautern bleibt zu Hause in der zweiten Liga gegen den HSV weiterhin ungeschlagen. (fj)

                1.FC Köln – 1.FC Magdeburg – 1:2

                1.FC Köln – 1.FC Magdeburg – 1:2

                “UNSER CLUB IST UNBESIEGBAR”

                14.09.2024
                2. Bundesliga
                Müngersdorfer Stadion
                Zuschauer: 50.000

                KÖLN – Es wurde für mich mal wieder Zeit, das Topspiel in der zweiten Bundesliga stand an. An diesem Wochenende sollte das Spiel in Köln stattfinden, der Gast war kein geringerer als der FCM. In Deutschland natürlich ein absolutes Brett, ein guter Auftritt im Müngersdorfer Gästeblock sei uns damit versprochen worden. Ich traute meinen Augen kaum, dass wirklich der Doppler mit Fortuna Köln gegen Duisburg vorher möglich war. Welch ein schöner Tag in Köln mit zwei richtig guten Ansetzungen.

                Das Müngersdorfer Stadion war in meinen Augen schon vor dem Besuch am Samstag eine absolute Augenweide und ein richtig schönes Fußballstadion in Deutschland. Aus dem Stadtzentrum fährt die Straßenbahn ungefähr 25 Minuten zum Stadion und dann steht man auf dieser schönen riesigen Wiese vor diesem Stadion. In den Ecken des Stadions schießen einem erneut die rot-weißen Pfeiler ins Gesicht. Definitiv ein Alleinstellungsmerkmal im deutschen Profifußball. Bei meinem dritten Besuch hier, fasziniert es mich doch jedes Mal wieder. Sobald man im Unterrang der Tribüne steht, bekommt man das Gefühl, ganz nah am Spielfeld zu sein. Das Vereinslied “Mer stonn zo dir, FC Kölle” einfach nur geil! Jedem Fußballromantiker geht hier das Herz auf, solche Lieder braucht der Fußball!

                Bevor das Spiel startete, gab es eine Gedenkminute in Form von emotionalen Applaus für den vor kurzem verstorbenen Christoph Daum. Eine emotionale Ansprache seitens des Stadionsprechers zeigte uns hier noch einmal deutlich, was Christoph Daum für ein toller Mensch war!

                Der Effzeh startete aktiv im Spiel nach vorne, es häuften sich die Großchancen im ausverkauften Stadion. Die Stimmung auf der Heimseite, besonders bei den Gassenhauern, ist wirklich gut, viele Fans, die in die Gesänge einsteigen und meiner Meinung nach ist es ein sehr schönes Kurvenbild in der Südkurve. Der Heimverein ist aktuell mit einer Transfersperre bis in den Januar 2025 belegt, absolut verrückt, wenn man bedenkt wie mit Millionensummen im europäischen Fußball herumgeworfen wird. Dem Spiel der Kölner hätte ein erfolgreicher Stürmer sicherlich gut getan. Absoluter Wahnsinn, was an diesem Abend für Chancen liegen gelassen wurde. Somit ging es mit einem torlosen Remis in die Kabinen.

                Die zahlreichen Gäste aus Magdeburg fielen besonders in der ersten Halbzeit durch das bekannte gemeinsame Einklatschen auf. Es schallte durch das ganze Stadion “Fußballclub Magdeburg”. Zu unserem Glück nicht nur einmal, sondern direkt drei mal nacheinander in einer brachialen Lautstärke. Meine Ohren gehörten ab diesem Moment definitiv dem Gästeblock. Zur zweiten Halbzeit wurde dann eine schöne Pyroshow vorbereitet, deren Effekt definitiv wirkte. Der Funke sprang über. Der Dauersupport aus dem Gästeblock fand kein Ende mehr.

                Die zweite Halbzeit startete also phänomenal und auch auf dem Platz wurde es heißer. Der Effzeh traf in der 49’ Minute durch Damion Downs. Verpasste es erneut zahlreich den Sack einfach mal zu schließen. Die Spielstatistik zählte am Spielende 33:9 Torschüsse für das Heimteam. Und wie passiert es im Fußball so häufig? In der 66’ Minute erzielte Falko Michel per Kopf das 1:1. Im Gästeblock wurde die Stimmung natürlich nur noch besser. Ich hoffe viele von euch haben solche Spiele schon mal als Zuschauer gesehen, man fiebert quasi schon mit, dass noch ein Tor für den Gästeblock fällt und dann ist es irgendwann soweit. In der 83’ Minute schoss Jean Hugonet aus der zweiten Reihe und der Ball landete im Netz. Die Spieler von Trainer Christian Titz rennen in den Gästeblock und feiern den Führungstreffer. Geile Szenen, die mit keinen Worten zu beschreiben sind! Der Gästeblock ist spätestens jetzt natürlich auf dem absoluten Höhepunkt angekommen, der Gassenhauer “Unser Club ist unbesiegbar” wurde zum besten gegeben und der ganze Gästeblock sang mit.

                Natürlich brauchen wir hier nicht darüber diskutieren, ob der Sieg der Magdeburger verdient ist oder nicht. Bei so einem Spielverlauf und der vergebenen Chancen der Kölner, rechnet eben kaum jemand mit einem Auswärtssieg der Magdeburger. Das ist eben Fußball! Dieses Spiel und der Auftritt beider Fanszenen sind ein erneuter Beweis dafür, dass die zweite Liga in Deutschland eben attraktiver ist als die Bundesliga oder so manche höherklassige Liga im Ausland.

                Nach dem Abpfiff kam es im Gästeblock nochmal zwischen Fans und Spielern zu einem gemeinsamen Einklatschen. Das für heute letzte “Fußballclub Magdeburg” schallte durch den Kölner Nachthimmel.

                Der FCM steht nach dem überraschenden Auswärtssieg auf dem 3. Platz in der Tabelle, der Effzeh hingegen auf Platz 8. Die Saison ist noch lang, es bleibt spannend zu beobachten, wie es sich entwickelt. Ab dem Januar 2025 darf der 1. FC Köln wieder Spieler zum Spielbetrieb anmelden und somit Transfers tätigen. (fj)

                SSV Ulm – Fortuna Düsseldorf – 1:2

                SSV Ulm – Fortuna Düsseldorf – 1:2

                25.08.2024
                2. Bundesliga
                Donaustadion
                Zuschauer: 13.326

                „HARTE LANDUNG FÜR DIE SPATZEN“

                ULM – Die Premiere des Herzensvereins in der Bundesliga führte mich an diesem Wochenende in den Süden der Republik. Sicherlich hätte es bessere Gegner als Hoffenheim gegeben, aber nach dem immer noch surrealen Aufstieg war das nebensächlich. Tapfer kämpfende Holsteiner unterlagen knapp in der Sinsheimer Arena, die sich bei 34 Grad quasi wie ein Backofen aufheizte. Viele Fans machten sich direkt auf den langen Rückweg nach Kiel, doch für mich rief am nächsten Tag die redaktionelle Pflicht in Ulm.

                Ebenso traurig wie die Holstein-Fans war auch der Himmel, denn in der Nacht goss es in Strömen und die Temperatur halbierte sich fast. Beste Bedingungen für ein wenig Sightseeing in Ulm und klar durfte der höchste Kirchturm der Welt nicht fehlen. Viel mehr Lust hatte ich allerdings nicht. Noch kurz das Rathaus eingefangen und ab zum Star des Tages, dem Donaustadion.

                Wie Holstein kickt auch Ulm mit einer Sondergenehmigung, denn eigentlich ist z. B. eine komplette Überdachung Pflicht. Neben all den Hochglanzarenen wirkt die Heimat der Spatzen mit seiner Laufbahn, zwei Stehkurven und den klassischen Flutlichtmasten wie aus der Zeit gefallen. Überlegungen für einen kompletten Neubau gibt es, aber bis dahin dürfte noch viel Wasser die Donau runterfließen.

                Gewisse sportliche Parallelen existieren auch: nach einer langen Leidenszeit inklusive drei Insolvenzen ging es von der Bundesliga bis runter in die Verbandsliga. Ab 2016 stabilisierten sich die Ulmer in der Regionalliga Südwest und setzten vor zwei Jahren zum sensationellen Höhenflug in die 2. Bundesliga an. Dort gab es zwei Pleiten zum Auftakt und im zweiten Heimspiel gegen Düsseldorf sollte es besser laufen.

                Die Gäste vom Rhein legten auf den Rängen gut los. Unter dem Motto „Wir sind dein Rückenwind“ stieg viel roter und ein bisschen weißer Rauch auf. Dank wenig (Rücken)wind blieb der auch etwas länger in der Luft und sorgte für ein gutes Bild. Abgerundet wurde das Ganze mit ein paar Raketen, die sich in einem offenen Stadion natürlich anbieten.

                Die Ulmer zogen auf der Gegengerade eine kleine Blockfahne hoch. Übrigens wurden vorm Anpfiff noch die Aufstiegshelden von 1999 geehrt. Feine Geste. Auf dem Platz zeigten sich die Gastgeber mutig und kamen früh zu Chancen. Die Belohnung folgte kurz vor der Pause: Iyohas Bein war im Strafraum viel zu hoch und traf Strompf. Den fälligen Elfmeter verwandelte Higl.

                Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass bei der Fortuna die brutal verlorene Relegation einen Knacks verursacht hatte. Dem glücklichen Auftaktsieg folgte eine Nullnummer und das Pokalaus in Dresden. Auch heute kam lange wenig Gefährliches und erst ein Doppel-Pfostentreffer in der 70. brachte mehr Schwung rein. Zehn Minuten später dann der Mittelfinger für alle Hobbyexperten: zunächst bekamen die Gäste einen Handelfmeter zugesprochen, den Pejcinovic im Nachschuss einnetzte. Nur eine Minute später der Doppelschlag zum 1:2. Kurz Ungläubigkeit, dann Ekstase im Gästeblock. Die restlichen Rauchtöpfe und Fackeln mussten dran glauben. Insgesamt ein guter Auftritt, wie auch der sonst so kritische Redaktionskollege nach Durchsicht der Bilder anerkannte.

                Ulm steckte nicht auf, aber Kastenmeier verhinderte mit drei Paraden den Ausgleich und es blieb beim Auswärtssieg. Eine bittere Niederlage für die Spatzen, die nach drei Spielen ohne Punkt bleiben. Bevor es untergeht: auch der Support auf Heimseite war positiv. Es wurde nicht nur auf melodische Gesänge gesetzt und auch die Gegengerade mit einbezogen. Definitiv ein lohnenswerter Ausflug in die Münsterstadt. (hr)

                Hamburger SV – FC St. Pauli – 1:0

                Hamburger SV – FC St. Pauli – 1:0

                „DIE STADT GEHÖRT UNS!“

                03.05.2024

                2. Bundesliga

                Volksparkstadion

                Zuschauer: 57.000

                Hamburg – „Die Stadt gehört uns!“. Gleich 6 von 7 Schwechheimer Redaktionsmitgliedern konnten dem mit Spannung erwarteten Hamburger Derby am Freitag beiwohnen. Nach dem Spiel brannte die Nordtribüne – doch auch die Redaktionsköpfe rauchten. Was war das für ein Kick? Ein Spiel mit einer Jahrhundertkonstellation? Ein Spiel auf Landesliga-Niveau? Beides trifft zu. Eine ultimative Wahrheit herauszufiltern, stellte sich aber als schwer heraus.

                Mein Vorschlag, das Spiel in der Kopfzeile als „TSV Stellingen“ gegen „VfL Hammonia Hamburg Zwote“ einzuleiten, wurde abgeschmettert. Die Überschrift hätte das Derby gut beschreiben können, ohne in die Tiefe zu gehen. Wobei man sich bei der Zwoten vom VfL Hammonia eventuell entschuldigen müsste. Um auf eine sachliche Ebene zurückzukommen: Dieses Spiel, in dem St. Pauli im Volksparkstadion mit einem Sieg hätte aufsteigen können, war einfach „to much“, zu spannungsgeladen. Bei solchen Konstellation gibt es oft nicht viel Spielraum zwischen „Jahrhundertspiel“ und „Landesliga-Kick“. Nichts Weltbewegendes, das passiert jedes Wochenende in irgendeiner Liga. Und das traf auch an diesem Freitag zu.

                Fast, denn Derbysieger und Stadtmeister wurde zu Recht der HSV, das sollte bei allen historischen Pauli-Chancen nicht unter den Tisch fallen. Von zwei nervösen Teams war man die Mannschaft, die nicht locker ließ und – vorsichtig formuliert – schlichtweg weniger „Einscheißpotential“ besaß. So ist es. Über eine schöne, aber austauschbare HSV-Choreo lässt sich streiten. Aber am Ende einer mäßigen Saison lief das Ding im vermutlich letzten Aufeinandertreffen mit Pauli in die richtige Richtung.

                Die Kiezkicker wiederum zogen in allen Belangen den Kürzeren. Auf den Rängen startete man mit einer satten Pyroshow. Und dann? Nichts mehr, wie auf dem Rasen. Vermutlich hatte man sich den Rest für eine große Aufstiegsause nach dem Abpfiff aufgehoben. Mit einem stinknormalen Sieg zu Hause gegen abgeschlagene Osnabrücker nächstes Wochenende kann der Stadtteilverein nun ganz unspektakulär aufsteigen. Also: Nicht viel los, am Freitag in Hamburg. (mm)

                Hertha BSC – F.C. Hansa Rostock – 4:0

                “HOCHSICHERHEITSSPIEL, FANGNETZE, SICHERHEITSPLANE UND REICHLICH NEBEL IN BERLIN”

                12.04.2024

                Olympiastadion Berlin

                2. Bundesliga

                Zuschauer: 62.177 / 22.000 Gäste (ausverkauft)

                BERLIN – Am Freitag zu Gast beim Auswärtsspiel der “Kogge” in Berlin, dieses Spiel fand zuletzt 2007 statt. Hansa gewann das Spiel damals mit 1:3. Die Vorfreude um die Partie stieg ins Unermessliche, da man sich auch hier einiges an Stimmung auf beiden Seiten versprach. Offiziell wurde sich über den Hertha-Fanshop eingedeckt, um am Ende doch im Gästeblock zu landen. Na, vielen Dank auch. Eventuell schlecht informiert, so musste es am Ende unter der angesprochenen Sicherheitsplane in den Heimbereich gehen.

                Kaum angekommen auf der Haupttribüne ging es auch schon los. Das Stadion wurde vom Intro aus dem Gästeblock mit ordentlich Rauch übersät und so fing das Spiel zehn Minuten später an. Nach Anpfiff zeichnete sich schnell das relativ gute Spiel von der alten Dame aus, wahrscheinlich war es Frank Zander als gutes Omen. Dieser trat heute nach überstandener Kopf-OP das erste Mal wieder live im Olympiastadion auf. Danke an dieser Stelle für den erneuten Ohrwurm. Die Kogge überließ der Hertha komplett das Spiel und der Sohn von Hertha-Trainer Pal Dardai traf zum verdienten 1:0. Fabian Reese, für viele Hamburger sicher leider noch ein Begriff, traf per Handelfmeter nach 31. Minuten zum 2:0. Das Spiel schien nun endgültig gelaufen. In meinen Augen konnte man bei Hansa lediglich dem Torhüter Markus Kolke ein positives Arbeitszeugnis ausstellen, dieser hielt den einen oder anderen Ball echt sicher. In der zweiten Halbzeit trafen die Berliner noch zweimal im Rostocker Tor und entschieden das Spiel für sich 4:0. Die Gäste dennoch mit einem sehr ansehnlichen Support und einer guten Mitmach-Quote und Lautstärke. Die Fans in der Berliner Ostkurve ebenfalls mit einem sehr guten Auftritt, mein zehntes Spiel im Berliner Olympiastadion wurde dem Rahmen absolut gerecht.

                Nach dem Spiel ging es noch fix mit dem Auto bis nach Dresden, um dort einen Revisit im Ibis-Budget zu kreuzen. Es folgte die erste Tschechien-Tour des Jahres und das Wochenende wurde bei 23 Grad und Sonne perfekt absolviert. Das letzte Spiel wurde am Sonntag um 15:00 Uhr angepfiffen und danach ging es für den Autoren vom Landboten auf direkten Wege nach Hause. Liebe Grüße an Frank Zander! (fj)