St. Andrew Lions FC – Paradise FC – 1:7

„I JUST SELL BOTTLES!“

25.04.2026
BFA Premier League
Wildey Turf
Zuschauer: 300

CHRIST CHURCH – Einen Tag nach der Landung in Bridgetown machten wir uns per Mietwagen zum Fußballverband von Barbados auf. Hier wurden wir vom Präsidenten höchstpersönlich sehr freundlich empfangen, es wurde uns direkt Wasser gereicht und wir durften in den klimatisierten Räumlichkeiten Platz nehmen. Nach 10 Minuten Wartezeit wurden uns für die Premier-League, die Division One und die Division Two sämtliche Spielpläne als PDF per E-Mail zugesandt. Wer Interesse an diesen Spielplänen hat, kann uns gerne anschreiben, ich leite die Dokumente dann weiter. Im Internet findet man meist nur den Spielplan der Premier League und dieser ist nicht immer aktuell bzw. verlässlich. Es macht also durchaus Sinn am Anreisetag zum Fußballverband zu fahren und sich einmal um die aktuellen Spielpläne zu bemühen.

Zwei Premier-League-Spiele waren jeweils am Samstagabend sowie eins am Montagabend angesetzt. Ich hätte mir zwar am Samstagabend ein Zweitligaspiel im nahegelegenen St. George angucken können, allerdings war es mir nicht sicher genug, mich auf die Ansetzung am Montagabend zu verlassen. Schließlich sind wir immer noch in der Karibik! So hätte ich zwar zwei verschiedene Grounds kreuzen können, wenn dann aber doch das Spiel am Montag ausfällt, hätte ich nur mit einem wirklichen Amateur-Kick auf einer Kuhwiese ohne Tribüne den Länderpunkt eingefahren. Also die sichere Variante und somit am Samstag um 19:00 Uhr zum Wildey Turf, wo es für 10 Barbados-Dollar eine schicke Eintrittskarte als Souvenir gab.

In dem Ground, welcher lediglich aus einer langweiligen Stahlrohrtribüne besteht, sammelten sich zur Doppelveranstaltung am Abend rund 300 Leute. Wir entschieden uns dafür, lediglich dem ersten Spiel beizuwohnen. Paradise FC „gastierte“ gegen die Green Boys aus St. Andrews. Von Heim- und Gastmannschaft zu sprechen, ist in der Premier-League of Barbados allerdings obsolet, denn alle Spiele finden im Wildey Turf Ground statt. Nur in der oben genannten First & Second Division (2./3. Liga) werden die Spiele „around the island“ ausgetragen. Meist bieten hierfür Cricket- oder Schulsportplätze Asyl.

Zurück nach Wildey, zurück zum Paradise FC. Ich war richtig heiß auf den Verein, haben sie doch eine Palme in ihrem Logo integriert, welche auf ihren schicken blau-gelben Trikots prangt. Das Spiel ging flott los, und innerhalb von 30 Minuten stand es 0:3. Kein Wunder, hatte der Keeper der Lions weder Torwarthandschuhe dabei noch die Motivation, auch nur einen Ball vor dem Netz zu retten. In der zweiten Halbzeit kam dann scheinbar erst der richtige Torwart etwas verspätet zum Spiel.

Ab dem Zeitpunkt waren die Paradiesvögel weiterhin klar besser, hatten aber nicht mehr ganz so viel Glück vorm jetzt nicht mehr leeren Tor und St. Andrews konnte erste Akzente setzen. Im Turf finden die Zuschauer neben einer gut sortierten Rumbar auch allerhand Süßigkeiten und Gegrilltes. Letzteres schlugen wir allerdings dankend aus, da wir zuvor noch im nahegelegenen Streetfood-Dorf essen waren. Witzig war noch, dass man an der Rumbar nur Bier in Einzelgebinden kaufen konnte. Rum sowie Cola wurden nur flaschenweise serviert. Warum meine Freundin dort dankend ablehnte, verstehe ich bis heute nicht, immerhin steuerte ich an dem Abend den Mietwagen.

Nach dem Spiel ging es zurück ins „Ocean Blue Resort“, für das ich nun ganz offiziell eine Lanze brechen werde. Für rund 65 Euro die Nacht gab es eine sehr saubere und gepflegte Unterkunft mit Pool. Auch verfügte die Unterkunft über ein Frühstücksrestaurant, wo wir täglich für unter 10 US-Dollar gut gefrühstückt haben. Es gab English Breakfast, Pancakes und was das Herz sonst noch so begehrt. Auch zu Abend essen konnte man sehr preiswert vor Ort. Wenn man überlegt, dass im Supermarkt eine Flasche Wasser ab 1,40 EUR beginnt oder ein kleines Flaschenbier ungefähr 2,50 kostet, war das Preis-Leistungs-Verhältnis im Resort unschlagbar. Ein weiteres Highlight war die Tatsache, dass 90% des gesamten Inventars gemauert war. Dies führte dazu, dass es selbst bei deaktivierter Klimaanlage angenehm kühl blieb. 10/10, klare und wahrscheinlich erste Unterkunftsempfehlung vom Landboten!

Die restlichen Tage verbrachten wir auf der Insel hauptsächlich mit Strandbesuchen. Die Strände, welche uns am besten gefallen haben, waren der Brandons Beach, der Heywoods Beach sowie der Dover Beach. Außerdem haben wir einen Tag lang mit dem Mietwagen die gesamte Insel umrundet. Gerade die untouristische Ostküste hatte so einiges zu bieten. Alte Kirchen, eine Windmühle aus dem 18. Jahrhundert und die alte Bahnstation des St. Nicholas Abbey wussten zu gefallen.

Ansonsten wurde viel getrunken und gekifft, bei uns nur Ersteres, Karibik pur eben! Barbados reiht sich bei mir nach Bonaire aktuell auf Platz 2 der coolsten Karibikinseln ein, allerdings habe ich auch „erst“ sechs gesehen. (hd)

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