VfB Einheit zu Pankow – Weißenseer FC – 2:4

„BERLIN, DU WIRST NICHT LANGWEILIG“

14.06.2026
Bezirksliga Berlin 3
Paul-Zobel-Sportplatz
Zuschauer: 150

BERLIN — Der letzte Spieltag in Berlin verspricht eigentlich immer jede Menge Abwechslung und Spannung. Daher buchte ich mir frühzeitig eine günstige Verbindung nach Berlin. Die Abwechslung fand allerdings schon vor der Abreise in den sozialen Medien und bei Fußball.de statt. Sowohl Plan A als auch Plan B und Plan C lösten sich nacheinander in Luft auf. Als Letztes verabschiedete sich ein Doppler beim Berliner SC, da einer der Rasenplätze aufgrund des Regens im Juni gesperrt wurde. Klingt kurz vor Sommeranfang natürlich sehr plausibel. Somit saß ich mit meinem Mitstreiter zwar nicht im Sonderzug, sondern fast ohne wirklichen Plan im ICE nach Berlin.

Um 08:30 Uhr kamen wir in der Hauptstadt an, gönnten uns ein leckeres Frühstück und liefen pünktlich zum Spiel um 10 Uhr an der Aroser Straße auf. Dort lief vor der Rekordkulisse von 14 Zuschauern alles glatt und dementsprechend früh kamen wir wieder weg, um zum Spiel des Tages zu fahren.

In Pankow ging es tatsächlich noch um etwas, denn die Gäste aus Weißensee konnten heute aufsteigen, wenn die Konkurrenz mitspielte. Auf den Anstoß mussten wir allerdings noch 20 Minuten länger warten, da das vorherige Spiel zu spät abgepfiffen wurde und anschließend mehrere Spieler verabschiedet wurden. Somit brauchten wir für Spiel drei einen neuen Plan, da sich unser Zeitpuffer in Luft auflöste.

Als es dann endlich so weit war, wurden die Fackeln in die Luft gehalten und auch einige Rauchtöpfe funkelten unter den Bannern der Gäste. Für die Gastgeber ging es um nichts mehr, trotzdem warfen sie sich in der ersten Hälfte in jeden Ball und gingen mit 2:0 in Führung. Kurz vor dem Pausentee gelang den Gästen per Elfmeter der Anschlusstreffer.

In der Zwischenzeit sprach sich der Zwischenstand bei der Konkurrenz herum. Diese lag zu diesem Zeitpunkt nämlich ebenfalls zurück. Hoch motiviert kamen die Gäste aus der Kabine und in der 74. Minute gab es gleich doppelten Jubel. Weißensee konnte das Spiel drehen und in Friedrichshagen war bereits Abpfiff. Dort spielte man nur 2:2. Da wir 20 Minuten hinter dem anderen Spiel lagen, wussten auch alle Bescheid, dass ein Sieg genügte. Manche würden von Wettbewerbsverzerrung sprechen. Dafür müsste der BFV die Spiele allerdings auch entsprechend terminieren. Um 14:42 Uhr Ortszeit gab es dann kein Halten mehr. Der Aufstieg war perfekt und die Fackeln wurden gezündet.

Die weiteren Bilder konnten wir allerdings nicht mehr verfolgen, da unser Bolt Fahrer direkt nach dem Abpfiff eintraf, um uns zur allerletzten Alternative zu bringen. Beeilen hätten wir uns allerdings nicht müssen, denn der Schiedsrichter traf dort erst 20 Minuten nach dem ursprünglich angesetzten Anpfiff ein, wodurch das letzte Spiel deutlich später begann.

Das passte natürlich perfekt zu diesem chaotischen Tag. Langweilig wird es einem in Berlin nie und man hat immer etwas zu erzählen.

Vom Paul Zobel Sportplatz kann man auch den zukünftigen Generationen berichten, denn dieser überzeugt mit seinen Stufen rund um das Spielfeld und hier wurde in der ehemaligen DDR tatsächlich Zweitligafußball gespielt. Dazu gibt es hier für vier Euro eine Eintrittskarte zu erwerben und auch die Pinliebhaber kommen auf ihre Kosten.

Am Ende wurden diese Zeilen auf den Schienen des grünen Hotels verfasst und trotz aller Probleme war es wieder einmal ein ereignisreicher Tag in Berlin.

Die Redaktion gratuliert dem Weißenseer FC herzlich zum Aufstieg. Viel Erfolg in der Landesliga! Möglicherweise kommt es dort zu einem Wiedersehen mit einem Redaktionsmitglied. (mb)

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