FC Fredericia – FC København – 3:3

„URLAUB IN DÄNEMARK“

03.05.2026
Superliga DK
Monjasa Park
Zuschauer: 4.479

FREDERICIA – Urlaub in Dänemark heißt es seit ein paar Jahren. Nachdem mit dem Kopenhagen-Derby bei Brøndby einst die Superliga komplettiert wurde, werden nur noch die fehlenden Grounds der Aufsteiger oder Neubauten mit den passenden Spielen angesteuert. Bitte bevorzugt in der warmen Jahreszeit und stets ein Doppler mit einer großen Szene aus Sjælland soll es sein – und los geht’s! Mit dieser Rezeptur fühlt sich Groundhopping in Dänemark dann tatsächlich wie Urlaub an und nicht mehr wie „Zeitvertreib aus Mangel an Alternativen“.

Diesmal gibt es eine Fußnote. Denn genau das Auswärtsspiel vom FCK bei Fredericia sollte im Spätsommer schon mal angesteuert werden. Doch eine Woche vor dem Spiel musste festgestellt werden, dass der „Monjasa Park“ eine Baustelle ist und da die Saison noch lang war, wurde der eintägige Dänemark-Ausflug erstmal zu den Akten gelegt. So plätscherte die Spielzeit dahin. Ab und an wurde mal eine Zusammenfassung von Fredericia auf einem bekannten Video-Portal angeklickt und registriert, dass die Hintertorseiten schon im Herbst fertig waren. Problem danach: Keine Zeit oder nur Scheißspiele in Dänemark.

Doch am Ende kam alles anders: Kopenhagen rutschte tatsächlich in die „Abstiegsrunde“ der Superliga und so trafen die ungleichen Kontrahenten jetzt im Frühjahr wieder in Hin- und Rückspiel aufeinander. Fredericia ist ein Zusammenschluss aus zwei eigenständigen Sportvereinen, die 1991 ihre Fußballabteilungen gemeinsam auf Profi-Niveau hieven wollten. 34 Jahre benötigte der neue Verein um nach Jahrzehnten der Zugehörigkeit in Liga 2 in die Superliga aufzusteigen. In der Eliteklasse schlägt sich der FCF ganz gut, spielte eine gute Runde bis zu den Play-Outs und glänzte mit Offensiv-Fußball. In der Abstiegsrunde geht dem Neuling langsam die Puste aus und die Konkurrenz punktet eifrig, so dass die Jütländer aktuell auf dem ersten Abstiegpslatz stehen.

Ich war noch nie ein großer Dänemark-Fan. Doch – wie gesagt – mit einem guten Plan in der Tasche lässt es sich bei unseren nördlichen Nachbarn ganz gut aushalten. Ein Lob geht aber an dieser Stelle raus an die unkomplizierte Durchführung in der höchsten dänischen Liga. Egal wer hier aufsteigt, meistens werden schnelle bauliche Maßnahmen getroffen und in dem betreffenden Stadion rollt ein paar Wochen später der Ball gegen die großen Teams des Landes. So ähnlich lief die Geschichte auch in Fredericia ab, vor ein paar Jahren gab es dort gerade mal eine Haupttribüne und sonst nur Graswälle.

Das erste Spiel des Tages fand im umgebauten Stadion von Kolding eine Klasse tiefer statt. Die Modernisierungen mit neuer Tribüne und ikonischen Flutlichtern kann man über den grünen Klee loben. Das 1:1 gegen Hvidovre war ganz okay, für Kolding der erste Punkt in einer enttäuschenden Aufstiegsrunde. Hvidovre büßt mit dem Ergebnis den Aufstiegsplatz in die Superliga ein. Aber halten wir uns an dieser Stelle nicht in der zweiten Liga auf, der zweite Aufsteiger neben Lyngby wird nächstes Jahr definitiv auf die Speisekarte rutschen, da Platz 2 bis 5 in den Play-Offs bisher nicht gekreuzt werden konnten.

Kommen wir lieber 25km weiter östlich zur Sache – und zwar zügig: Nach einer netten Choreo im vollen Gästeblock rappelte es nämlich schon nach ein paar Sekunden im FCK-Kasten! Der Außenseiter traf zur Führung! Fredericia hatte im Laufe der ersten Halbzeit noch einige Chancen, doch als neutraler Zuschauer war es unübersehbar, dass Kopenhagen stets in der Lage war einen Gang höher zu schalten, wenn es drauf ankam. Dennoch ging der Abstiegskandidat mit mutigem Fußball sensationell zwei weitere Male in Führung. Das 3:2 kurz vor Schluss hätte der Sieg sein können, doch ein „dummes Foul“ der Gastgeber verhinderte den zweiten Dreier in Folge gegen die Hauptstädter. Dem FCK gelang der Ausgleich vom Punkt.

Damit ging ein absolut gelungener, eintägiger Urlaub in Dänemark mit zwei zufriedenstellenden Spielen zu Ende. Untermalt einmal mehr mit einem Top-Auftritt des CL-Teilnehmers aus Kopenhagen. Hier wurde nicht nur immer wieder gezündelt, die Betonstufen im Block wackelten 90 Minuten lang und am Ende waren alle Zuschauer zufrieden mit der Punkteteilung. Auch der kleine Heimblock konnte ein paar Mal auf sich aufmerksam machen. Für Fredericia steht am Sonntag ein Auswärtsspiel beim Tabellenletzten aus Vejle an. Gewinnt der FCF die Partie, kann man am letzten Spieltag mit einem Sieg gegen Silkeborg die Klasse halten. Das hätte sich der Verein nach zuletzt 4 Punkten in den Play-Outs gegen den großen FCK verdient. (mm)

Brøndby IF – FC København – 0:0

Brøndby IF – FC København – 0:0

27.10.2024
Superligaen
Brøndby Stadion
Zuschauer: 26.075

“GESTRANDET IN NEUMÜNSTER, PLANÄNDERUNG UND EIN ABENTEUER”

KØBENHAVN – Die Ansetzung des Derbys am Sonntag um 12:00 Uhr gefiel mir gut und so buchte ich die Reise. Vieles hielte ich mir offen, die Anreise sollte mit der Bahn vom Hamburger Hauptbahnhof arbeitgeberfreundlich samstags in der Frühe starten. Mein drittes Derby in København aber mein erstes im Stadion von Brøndby IF. Zum Spiel kommen wir aber später, in meiner pädagogischen Ausbildung hieß es immer: Störungen haben Vorrang. Okay, als am Samstag der Wecker zur schönen Zeit um 03:30 Uhr klingelte, ahnte ich nichts Schlimmes. Ich entschied mich dafür, mein Auto in Hamburg zu parken und mit dem Regionalverkehr nach Flensburg aufzubrechen. Als absolut überzeugter Autofahrer wollte ich doch nur mal ein paar Kilometer sparen, denn eine Anreise direkt nach Neumünster zu meinem Anschluss hätte mir einiges an Nerven erspart. So bin ich eben um 4:36 am Hauptbahnhof und höre mein Zug verspätet sich natürlich um erstmal 10 Minuten, das Zittern begann, denn mein Anschluss in Neumünster beinhaltete nicht ganz so viel Puffer. Es kam wie es kommen sollte, während der Fahrt stieg die Verspätung auf 20 Minuten an, in Neumünster ist mein geplanter Zug natürlich nicht mehr aufzufinden. Herrlich, so bin ich am Samstagmorgen um circa 06:00 Uhr in Neumünster gestrandet. Schnell checkte ich die nächsten Verbindungen, mein geplantes Spiel in Trelleborg war schon nicht mehr möglich, die 2 Stunden in Flensburg abgammeln hielt ich auch nicht für sinnvoll. Zudem waren an dem Wochenende keine sinnvollen Spiele mehr in København außer eben das Derby. Meine Optionen waren begrenzt, eine neue Fahrkarte hätte ich mir auch kaufen müssen, die spontanen 70€ sollten die Reisekasse nicht sprengen. Ich entschied mich dafür, wieder umzudrehen und Schlaf nachzuholen. Guten Morgen!

Nach circa 3 Stunden erneutem Schlaf und sich wieder fit wie ein Turnschuh fühlen, lächelte mich die Partie vom VfB Lübeck an. Die Lohmühle wurde natürlich nicht das erste Mal besucht, aber es ist immer wieder eine kleine Reise wert. Das nächste Anreisechaos war gesichert, auch hier wollte ich das Landboten-Mobil nicht zu sehr fordern und stellte das Auto in Ahrensburg am Bahnhof ab. Die Stationen bis Lübeck-Moisling vergehen wie im Flug, plötzlich eine Durchsage: Bombendrohung am Lübecker Hauptbahnhof. Es kann ja nur besser werden. Also raus aus dem Zug und die ganze Geschichte drehte sich zum Positiven. Im Linienbus Richtung Lohmühle lauschte ich einem Gespräch über das morgige Derby in København. Gibt’s ja gar nicht, oder? Lange zögerte ich nicht, fragte schnell nach und es klärte sich doch tatsächlich eine Mitfahrgelegenheit am Sonntagmorgen in die dänische Landeshauptstadt. Danke für die Rettung des Wochenendes an euch! Das Sprichwort, dass eine Tour erst gut wird, wenn einiges schief läuft und am Ende alles anders kommt als man plant, trifft es hier ganz gut. So sah man sich das VfB Spiel zusammen an und plante den morgigen Tag. Für mich ging es nach dem Kick noch zum Landesliga Spiel vom Eichholzer SV in Lübeck. Kann man mal mitnehmen, sollte die Uhr ja in der Nacht umgestellt werden. Die Extrastunde Schlaf tat gut, sollte der Wecker dieses Mal immerhin erst um 03:45 klingeln. Getreu dem Motto: Schlafen kann man auch unter der Woche.

Nach dem mentalen Abhaken vom Derby ging es dann Sonntag Früh aus dem Hamburger Stadtzentrum in Richtung Dänemark. Die knapp 5 Stunden Fahrt wurde erfolgreich mit viel Laberei und Gefasel verbracht, angekommen in der Hauptstadt schauten wir kurz am Fanmarsch der Gäste vorbei. Viel Polizei und Böller, nichts weltbewegendes und trotzdem nett. Meine bekannte Vorliebe für Skandinavien gilt dem Land Dänemark leider nicht, kann schon ganz schön trist sein hier. Vor dem Spiel allerdings genau das Gegenteil, einen kleineren Angriff auf die Gästefans über die Gegengerade, eine schöne Choreo zu Beginn des Spiels im Gästeblock und eine große Pyroshow im Heimbereich zum Anpfiff. Definitiv das beste Spiel, welches man in Dänemark wahrscheinlich sehen kann. Was ein Wunder, der FCK liefert in meinen Augen sowieso immer ab. Brøndby IF hingegen war bei meinen besuchten Spielen nie so wirklich überzeugend. Nach dem Anpfiff zeigten beide Teams keinen schönen Fußball, der Schiedsrichter war heute sehr kleinlich. Er pfiff vieles ab, eine richtige Derbystimmung kam dabei einfach nicht auf. So unterschiedlich können Eindrücke eben sein, das Spiel endete zu allem Überfluss 0:0. Für die Statistik Füchse irgendwie auch geil, mein 13. torloses Spiel in diesem Jahr. Ich hoffe, die 15 torlosen Spiele werden geknackt, nach oben geht doch immer etwas.

Die Rückfahrt stand dann für mich auch noch auf dem Programm und wie konnte es anders sein. Am vergangenen Donnerstag kam die Meldung, dass für dieses Wochenende ein Schienenersatzverkehr zwischen Fredericia und Flensburg eingerichtet ist. Es läuft einfach, diese Zeilen schreibe ich, aber nachdem ich den Parcour überwunden habe und relativ entspannt alles geklappt hat. Es sind halt eben keine deutschen Schienen. Ich bin mir sicher, die nächste Tour wird wieder mit dem Auto absolviert. Ein Abenteuer habe ich erlebt und neue Leute kennengelernt. Es hat alles irgendwo etwas Positives. Selbst die Bahn! (tp)

FC KØBENHAVN – BRØNDBY IF – 4:1

Das beste Spiel Europas konnte man am letzten Wochenende in Kopenhagen bewundern. Unser Redakteur Hannes war – wie immer – vor Ort.

FC KØBENHAVN – BRØNDBY IF – 4:1

07.08.2022, 16.00 Uhr

Superliga Dänemark

Parken Stadion

Zuschauer: 32600 Zuschauer (2800 Gäste)

KOPENHAGEN – FC København wird verdienter Derbysieger durch Pep Biel! Am vergangenen Sonntag wurde das große København-Derby ausgetragen. Nach zwei Spielen mit Gästeverboten (jeweils einmal FCK betreffend und einmal Brøndby IF betreffend) ist endlich wieder richtige Derbystimmung aufgekommen.

Die Fanszene vom FC København (Sektion12) rief dazu auf, bereits um 13.00 Uhr im Stadion zu erscheinen um beim Aufbau der Choreo zu helfen. Brøndbys Sydsiden hingegen rief zu einem Treffpunkt in der Nähe des Parkens auf, um in einem gemeinsamen Corteo in Richtung Stadion zu laufen. Es waren ca. 2800 Gäste anwesend.

København präsentierte eine sehr aufwändige Olsenbanden-Choreografie. Zwei Tribünenbilder mit einer vernünftigen Pyroshow als Abschluss konnten von den Zuschauern bestaunt werden. Die Sydsiden präsentierte zum Intro gelb- sowie blaue Schwenkfahnen und zündete dazu ordentlich Rauch. Im weiteren Verlauf des Spiels brannte es immer mal wieder im Gästeblock und auch vereinzelte Fackeln konnten in der Heimkurve wahrgenommen werden. Gerade die vier Tore wurden von der Sektion 12 besonders lautstark und durch Bengalen untermalt abgefeiert. Insgesamt konnte vom Support her der Gästeblock wesentlich mehr überzeugen.

Das Spiel ging relativ schnell in eine Richtung. Bereits in der 13. Spielminute konnte Khocholava FCK in Führung bringen. Nur wenige Spielminuten später konterte Brøndby IF und Cappis erzielte durch eine Vorlage von Divkovic den Anschlusstreffer. Darauf folgten in der 33′ und 45′ Spielminute zwei schnelle Tore von Pep Biel. København ging mit einem 3-1 in die Halbzeit.

Auch in der zweiten Halbzeit wurde sehr schneller und attraktiver Fußball gespielt. In der 64′ Spielminute erzielte Pep Biel seinen dritten Treffer für den Hauptstadtklub und die Fans des FCK feierten ausgiebig. Ein wirklich tolles Derby mit schnellem Fußball und großartiger Show auf den Rängen. Das Rückspiel bei Brøndby IF wird am Wochenende um den 16.10.2022 stattfinden. (hd)